Schlaf: Für Wohlbefinden und Gesundheit
Schlaf ist ein wichtiger Pfeiler der Gesundheitserhaltung. Während wir die verschiedenen Phasen durchschlafen, laufen im Hintergrund komplexe und lebensnotwendige Abläufe und Regenerationsprozesse ab. Wieso Schlaf so wichtig ist, Schlafprobleme ungesund sind und was Sie dagegen tun können, lesen Sie im Folgenden.
Neben Ernährung, Bewegung und sozialen Kontakten zählt auch ausreichender Schlaf zu den Säulen der Gesundheit. Etwa 6 bis 8 Stunden Schlaf pro Nacht sollten möglichst regelmäßig erreicht werden, um die körperliche und die mentale Balance zu unterstützen.
Wieso ist erholsamer Schlaf so wichtig?
Beim Einschlafen laufen unbemerkt zahlreiche Prozesse im Körper ab: Die Muskulatur entspannt sich, Atem- und Herzfrequenz verlangsamen sich. Das Gehirn verarbeitet Erlebtes und festigt Gedächtnisinhalte. Gleichzeitig beginnen Entgiftungsprozesse, Wachstumshormone werden ausgeschüttet, das Immunsystem wird gestärkt, geschädigte Zellen sowie Gewebe repariert und unterstützt.
Schlafprobleme
Wer über längere Zeit zu wenig oder keinen erholsamen Schlaf bekommt, sollte dies ernst nehmen. Schlafprobleme, wenn auch nur von kurzer Dauer, oder chronische Schlafstörungen erhöhen das Risiko für gesundheitliche Probleme wie Depressionen, Angststörungen, Suchterkrankungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Adipositas. Auch im Alltag zeigen sich Folgen: geringere Leistungsfähigkeit, längere Reaktionszeiten, mehr Fehlreaktionen oder Sekundenschlaf. Zudem kann ein geschwächtes Immunsystem die Entstehung weiterer Erkrankungen begünstigen.
Frauen sind häufiger von Schlafproblemen geplagt als Männer, denn bei ihnen bestehen öfter hormonelle Schwankungen oder psychische Belastungen wie Depressionen, Angststörungen o.Ä.
Was sind die Ursachen?
Bevor man Maßnahmen gegen Schlafprobleme ergreift, sollte zunächst genauer nach der Ursache gesucht werden. Oft steckt etwas dahinter, das uns gar nicht bewusst ist – und das sich möglicherweise schnell beheben lässt.
- Seit wann schlafe ich schlechter?
- Schnarcht mein Partner?
- Bin ich derzeit gedanklich stark belastet?
- Ist meine Ernährung ausgewogen? Könnte ich einen Nährstoffmangel haben?
- Konsumiere ich zu spät oder zu viele Wachmacher wie Kaffee oder andere koffeinhaltige Getränke (z.B. grüner oder schwarzer Tee), Alkohol oder zu viele zuckerhaltige Lebensmittel?
- Bewege ich mich tagsüber ausreichend und bin ich körperlich genug ausgelastet?
- Ist mein Schlafzimmer ausreichend dunkel, ruhig und gut belüftet?
- Sind zu viele elektronische Geräte in meiner Nähe?
- Bei Schichtarbeit: Komme ich mit dem umgekehrten Rhythmus gut zurecht?
- Gibt es hormonelle Veränderungen?
Schlaflösungen
Wenn die Ursachen nicht einfach zu beheben sind (z.B. durch den Verzicht auf Koffein oder eine Blutuntersuchung zur Abklärung möglicher Mängel), sondern eher im emotionalen Grübeln liegen, gibt es verschiedene Strategien, die ausprobiert werden können. Schlafprobleme sollten in jedem Fall ernst genommen werden, denn schon wenige Tage Schlafentzug können spürbare körperliche Folgen haben.
Mögliche Hilfen sind u.a.: Entspannungsmethoden wie Atemübungen, Meditation, Yoga, Achtsamkeitstraining (siehe Verwandte Themen), Entspannungsmusik, Melatonintabletten oder -sprays (in Absprache mit dem Arzt), Gedanken aufschreiben, Schlafmasken oder Ohrstöpsel. Wenn die Ursache des Schlafproblems in einem gedanklichen Karussell aus vergangenen, gegenwärtigen oder zukünftigen Belastungen liegt, sollte psychologische Unterstützung (siehe Verwandte Themen) unbedingt in Betracht gezogen werden.
Vorsicht mit Schlafmitteln
Es sollte nicht einfach zu Schlafmitteln gegriffen werden, auch wenn diese als „unaufwändigste“ Lösung erscheinen. Sie können vielleicht kurzfristig helfen, doch langfristig überwiegen die Risiken den Nutzen Der Tiefschlaf nimmt ab, während das Risiko für Stürze, kognitive Störungen und eine Verschlimmerung der Schlafprobleme nach dem Absetzen steigt. Nur in Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt können sie in Akutsituationen eingenommen werden.
Benzodiazepine: Erstattbares Begleitprogramm zur schrittweisen Reduktion
Benzodiazepine werden häufig verschrieben, um Schlaflosigkeit oder Angststörungen über einen kurzen Zeitraum zu behandeln. Ein längerer Gebrauch kann jedoch zu einem Verlust der Wirksamkeit, zu Abhängigkeit sowie zu Nebenwirkungen führen. Ein abruptes Absetzen kann zudem Entzugserscheinungen auslösen, was den ganzen Prozess noch schwieriger macht.
Ihr Hausarzt und Ihr Apotheker können Sie im Rahmen eines Programms zur schrittweisen Reduktion begleiten. Die Kosten dieses Programms werden vollständig von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen.
Ausführliche Infos finden Sie in der dazugehörigen News (siehe Verwandte News).