Menschen mit einer Beeinträchtigung haben Anrecht auf eine finanzielle Beihilfe. Diese kann beim Föderalen Öffentlichen Dienst (FÖD) für Soziale Sicherheit beantragt werden. Wir helfen Ihnen gerne beim Ausfüllen des Antrags.

  • Erhöhte Familienzulagen (unter 21-Jährige)

    Personen bis zum Alter von 21 Jahren stellen den Antrag auf eine Behindertenbeihilfe bei der Familienzulagenkasse. In Ostbelgien ist das Ministerium der DG hierfür zuständig, im Gebiet der Wallonie ist es die Familienzulagenkasse Famiwal. Die Anfrage wird von diesen Institutionen an MyHandicap, das Online-Portal des FÖD für Soziale Sicherheit weitergeleitet.

     

    Das Antragsformular muss vom Hausarzt ausgefüllt werden. Es folgt eine medizinische Untersuchung durch einen Arzt des FÖD. Anhand von drei „Säulen“ stuft dieser den Schweregrad der Beeinträchtigung ein:

    • Die 1. Säule misst den Grad der Beeinträchtigung. Je nach Schweregrad gibt es 1 bis 6 Punkte für diese Messung.
    • Die 2. Säule misst unterschiedliche Faktoren wie Mobilität, Verständigung, Körperpflege usw. Pro Faktor ist eine Bewertung von 0 bis 3 Punkten vorgesehen.
    • Die 3. Säule berücksichtigt den familiären Aufwand: Faktoren wie Anpassung der Lebensumstände, Fahrten, medizinische Pflege usw. werden mit 0 bis 3 Punkten bewertet.

     

    Alle drei Säulen zusammengerechnet müssen eine Summe von mindestens 6 Punkten ergeben, um Anrecht auf den Zuschlag für Personen mit Beeinträchtigung zu erhalten. Diese Informationen werden an die zuständige Institution für Familienzulagen weitergeleitet, welche den Zuschlag für Personen mit Beeinträchtigung zusätzlich zum Kindergeld auszahlt.

  • Einkommens- oder Eingliederungsbeihilfe (21- bis 64-Jährige)

    Personen mit einer Beeinträchtigung im Alter von 21 bis 64 Jahren haben Anrecht auf ein Ersatz- oder Eingliederungseinkommen. Die Höhe der Beihilfe ist abhängig vom Schweregrad der Beeinträchtigung, vom Einkommen und von der Haushaltszusammensetzung.

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    Antrag

    Der Antrag für eine finanzielle Unterstützung bei Beeinträchtigung kann online unter Verwendung der eID über die Plattform MyHandicap gestellt werden. Die Mitarbeiter unserer Krankenkasse sind Ihnen gerne beim Ausfüllen behilflich. Alternativ können Sie sich auch an die Gemeindeverwaltung, oder an das ÖSHZ wenden.

    Medizinische Untersuchung

    Nach Eingang der Anfrage beim FÖD muss auch der Hausarzt ein Antragsformular ausfüllen. Es folgt eine medizinische Untersuchung durch einen Arztinspektor des FÖD für Soziale Sicherheit. Je nach Situation wird eine der folgenden Beihilfen festgelegt:

    • Einkommensbeihilfe: Personen, die arbeitsunfähig oder beruflich stark eingeschränkt sind, können eine Beihilfe wegen ihrer Beeinträchtigung erhalten, vorausgesetzt, dass sie maximal ein Drittel des Einkommens erwirtschaften können, das ein gesunder Beschäftigter in der gleichen Funktion erhält.
    • Integrationsbeihilfe: Personen, die in ihrer Selbstständigkeit eingeschränkt sind, werden nach folgenden 6 Kriterien eingestuft: Fortbewegung, Ernährung, persönliche Hygiene, Pflege des Haushaltes, äußere Gefahren, sozialer Kontakt. Je nach Schwere fällt die Beihilfe unterschiedlich aus.

    Weitere finanzielle und soziale Vorteile

    Neben der monatlichen Auszahlung der Beihilfe können Betroffene, je nach Schweregrad und Art der Beeinträchtigung, weitere finanzielle und soziale Vorteile beanspruchen:

    • Reduzierung der Einkommensbesteuerung sowie des Grundsteuerabzugs
    • Sozialer Telefontarif
    • Sozialtarife für Gas und Strom
    • Priorität für eine Sozialwohnung
    • Beihilfe für chronisch Kranke seitens der Krankenkasse
    • Anrecht auf den Vorzugstarif seitens der Krankenkasse
    • Günstigere Stufe der Maximalen Gesundheitsrechnung bei der Krankenkasse
    • Einen Behindertenausweis, der Ermäßigungen im Bereich Sport, Kultur und Freizeit bietet
    • Sonderparkkarte für Behindertenparkplätze
    • Anrecht auf Zuschuss für ein Spezialfahrzeug oder Reduzierung der MwSt. auf 6 % beim Ankauf eines Wagens
    • Ein reduzierter Tarif bei Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel

    Veränderung der Situation

    Gibt es eine Veränderung des Gesundheitszustandes, so muss der Antrag erneuert werden. Daraufhin wird ein neues medizinisches Gutachten erstellt mit Einsicht in den alten Antrag sowie medizinischer Revision des Arztinspektors.

     

    Wenn die familiäre Situation ändert, wird dies automatisch nach Meldung bei der Gemeindeverwaltung erfasst. Nur wenn Betroffene kein Kind mehr zu ihren Lasten haben, sollte dies innerhalb von 3 Monaten mitgeteilt werden.

     

    Ändert sich die Einkommenslage, sollten Betroffene dies spätestens innerhalb von 3 Monaten mitteilen.

  • Beihilfe zur Unterstützung von Betagten (ab 65 Jahre)

    Ältere Menschen, deren Selbstständigkeit beeinträchtigt ist, können in bestimmten Fällen eine finanzielle Ergänzung zur Altersrente erhalten. Dazu müssen sie

    • älter als 65 Jahre sein,
    • EU-Bürger oder Flüchtling sein,
    • in Belgien leben.

     

    Außerdem darf das  Haushaltseinkommen einen festgelegten Grenzbetrag nicht überschreiten (17.762,27 € wenn Sie mit einer Person zusammen leben; 14.214,53 € wenn sie alleine wohnen) – Letzte Indexanpassung 1. März 2020 .

     

    Die Höhe der Beihilfe wird proportional zum Grad der Beeinträchtigung, zum Einkommen und zur Haushaltszusammensetzung berechnet.

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    Antrag

    Die Anfrage kann online unter Verwendung der eID über die Plattform MyHandicap gestellt werden. Unsere Mitarbeiter sind Ihnen gerne bei der Antragstellung behilflich. Alternativ können Sie sich auch an die Gemeindeverwaltung oder das ÖSHZ wenden.

    Medizinische Untersuchung

    Nach Eingang der Anfrage, muss der Antrag mithilfe des Hausarztes vervollständigt werden. Im Anschluss findet eventuell eine medizinische Untersuchung durch einen Arztinspektor des FÖD für Soziale Sicherheit statt. Um das Anrecht auf die Beihilfe zur Unterstützung von Betagten zu erhalten, schätzt er die Auswirkungen der körperlichen und psychischen Beeinträchtigungen in Bezug auf die täglichen Aufgaben ab und legt eine Bewertung fest. Dazu gehören Schwierigkeiten sich zu bewegen, beim Essen oder Zubereiten der Mahlzeiten, bei der Körperpflege und beim Ankleiden, bei der Haushaltsführung und bei der Pflege sozialer Kontakte.

    Weitere finanzielle und soziale Vorteile

    Neben der monatlichen Auszahlung der Beihilfe können Betroffene je nach Schweregrad und Art der Beeinträchtigung weitere finanzielle und soziale Vorteile beanspruchen:

    • Befreiung der Kraftfahrzeugsteuer, der Verkehrssteuer und der Zulassungssteuer;
    • Reduzierung der MwSt. auf 6 % beim Ankauf eines Wagens;
    • Sonderparkkarte für Behindertenparkplätze;
    • Sozialer Strom- und Gastarif;
    • Freikarte für eine Begleitperson bei der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel;
    • Beihilfe für chronisch Kranke seitens der Krankenkasse.

    Verweigerung/Verschlechterungsantrag 

    Wird Ihr Antrag verweigert, so können Sie innerhalb von drei Monaten Einspruch beim zuständigen Arbeitsgericht einreichen. Außerdem können Sie einen erneuten Antrag stellen, wenn Ihre Einschränkungen durch die Beeinträchtigung zunehmen.