Pflegebedürftige und ältere Menschen haben unter bestimmten Bedingungen Anrecht auf unterschiedliche finanzielle Unterstützungen seitens der Krankenkasse und anderer Institutionen.

  • Erstattung für Schwerpflegebedürftige

    Erstattung der Zusätzlichen Dienste

    Schwerpflegebedürftige können durch unsere Krankenkasse eine besondere Erstattung verschiedener Nebenkosten in der häuslichen Pflege erhalten, welche nicht durch die gesetzliche Krankenversicherung übernommen werden. Dazu gehören Ausgaben für:

    • Inkontinenzmaterial,
    • Pflegematerial,
    • Arzneimittel (Kategorie D),
    • Leihgebühren für technische Hilfsmittel,
    • Kosten für SOS-Hilfe und Dienstleistungsschecks.

    Pro Monat kann unsere Erstattung dieser Kosten bis zu 125,00 € betragen.

    Bedingung

    Diese Kostenbeteiligung ist Mitgliedern vorbehalten, die als schwerpflegebedürftig anerkannt sind und die seit mindestens 5 Jahren Mitglied der Zusätzlichen Dienste sind.

  • Inkontinenzpauschale

    Erstattung der gesetzlichen Krankenversicherung

    Personen, die an einer Inkontinenz leiden, können für Inkontinenzmaterial eine finanzielle Unterstützung erhalten.

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    Die Pauschale kann nur ausgezahlt werden, wenn die betroffene Person zu Hause lebt und nicht in einem Alten- und Pflegeheim untergebracht ist.

    Pauschale für pflegebedürftige Personen

    Für pflegebedürftige Personen beläuft sich die jährliche finanzielle Unterstützung auf 528,20 €.

    Bedingungen

    Voraussetzung ist, dass die Inkontinenz durch den Vertrauensarzt der Krankenkasse als langfristig und hochgradig anerkannt wurde:

    • entweder infolge einer Genehmigung des Vertrauensarztes für häusliche Krankenpflege für eine Pflegepauschale B oder C, mit Bewertung von 3 oder 4 für das Kriterium Inkontinenz. Der Patient muss die Genehmigung für mindestens 4 Monate innerhalb der 12 Monate vor Antrag der Pauschale erhalten haben. Der Antrag für die Pauschale erfolgt durch die Krankenpflegerin.
    • oder infolge einer besonderen Bewertung der Inkontinenz durch einen Arzt. Dieser muss jährlich einen Antrag beim Vertrauensarzt einreichen. Der Antrag muss innerhalb von 3 Monaten nach Unterschrift des Arztes bei der Krankenkasse eingereicht werden.

    Sind diese Bedingungen erfüllt, zahlen wir Ihnen die Pauschale aus.

    Pauschale für eine unheilbare Inkontinenz

    Personen, die nicht pflegebedürftig sind (die somit den oben erwähnten Pauschalbetrag nicht erhalten können), die jedoch an einer langanhaltenden nicht behandelbaren Inkontinenz leiden, können einen jährlichen  Pauschalbetrag von 172,40 € erhalten.

    Bedingungen

    Der Hausarzt oder Facharzt (Kinderarzt, Gynäkologe, Geriater, Urologe) muss dazu einen Antrag beim Vertrauensarzt unserer Krankenkasse einreichen (ärztliche Bescheinigung sowie ein Formular mit der diagnostischen und therapeutischen Methode). Genehmigt der Vertrauensarzt den Antrag, ist die Genehmigung für 3 Jahre gültig. Für über 75-Jährige ist der Zeitraum unbegrenzt.

  • Garantiertes Einkommen für ältere Menschen

    Das garantierte Einkommen für ältere Personen ist eine Zulage für Menschen, die über unzureichende finanzielle Mittel verfügen. Sie wird durch das Landespensionsamt gezahlt.

    Bedingungen

    • Alter: Personen ab 65 Jahre können einen Antrag für das garantierte Einkommen stellen.
    • Staatsangehörigkeit: nur folgenden Personen kann das Anrecht auf ein garantiertes Einkommen gewährt werden:
      • Belgiern;
      • Personen, die unter die europäischen Verordnungen der sozialen Sicherheit fallen (Europäische Gemeinschaft sowie Island, Norwegen, Liechtenstein und die Schweiz). Diese sind auf Sie anwendbar, wenn Sie oder Ihr(e) Ehepartner(in) als Arbeitnehmer(in), Beamt(e) oder Selbstständige(r) in einem oder in mehreren dieser Länder versichert gewesen sind;
      • Ausländern aus Ländern, die mit Belgien ein Abkommen auf Gegenseitigkeit geschlossen haben (Dänemark, Frankreich, Großbritannien, Irland, Luxemburg, Niederlande, Norwegen, Schweden oder Schweiz);
      • Ausländern, die aufgrund einer belgischen Regelung Anrecht haben auf eine Alters- oder Hinterbliebenenpension;
      • Flüchtlingen;
      • Staatenlosen;
    • Wohnort: der Hauptwohnsitz muss sich in Belgien befinden. Wer im Ausland lebt, hat kein Anrecht auf das garantierte Einkommen für ältere Personen.

     

    Die Einkommensgarantie für ältere Personen müssen Sie bei der Gemeindeverwaltung oder beim Landespensionsamt beantragen. Wenn Sie über 65 Jahre alt sind und einen Pensionsantrag eingereicht haben, gilt dies automatisch als Antrag für die Einkommensgarantie. Die Höhe hängt von Ihrer Haushaltszusammensetzung und Ihrem aktuellen Einkommen ab.

    Sollten sich jedoch im späteren Verlauf Änderungen ergeben, durch die sich bspw. der Betrag des garantierten Einkommens zu Ihren Gunsten verändert, müssen Sie einen neuen Antrag einreichen.

    Betrag

    Der Grenzbetrag für Pensionierte, die mit einer oder mehreren Personen zusammenwohnen liegt bei 9.235,32 € pro Jahr. Unter bestimmten Bedingungen kann dieser Betrag um 50 % erhöht werden (z.B.: Sie wohnen alleine): 13.852,92 € pro Jahr. Die Höhe der Unterstützung ist die Differenz zwischen dem Grenzbetrag und Ihrem aktuellen Einkommen. (Letzte Indexanpassung am 1. März 2020)

  • Beihilfe zur Unterstützung von Betagten (ab 65 Jahre)

    Ältere Menschen, deren Selbstständigkeit beeinträchtigt ist, können in bestimmten Fällen eine finanzielle Ergänzung zur Altersrente erhalten. Dazu müssen sie

    • älter als 65 Jahre sein,
    • EU-Bürger oder Flüchtling sein,
    • in Belgien leben.

     

    Außerdem darf das Haushaltseinkommen den Betrag von 14.214,53 € nicht überschreiten, bzw. 17.762,27 € wenn Sie mit einer Person zusammen leben.

     

    Die Höhe der Beihilfe wird proportional zum Grad der Beeinträchtigung, zum Einkommen und zur Haushaltszusammensetzung berechnet.

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    Antrag

    Die Anfrage kann online unter Verwendung der eID über die Plattform MyHandicap gestellt werden. Unsere Mitarbeiter sind Ihnen gerne bei der Antragstellung behilflich. Alternativ können Sie sich auch an die Gemeindeverwaltung oder das ÖSHZ wenden.

    Medizinische Untersuchung

    Nach Eingang der Anfrage, muss der Antrag mithilfe des Hausarztes vervollständigt werden. Im Anschluss findet eventuell eine medizinische Untersuchung durch einen Arztinspektor des FÖD für Soziale Sicherheit statt. Um das Anrecht auf die Beihilfe zur Unterstützung von Betagten zu erhalten, schätzt er die Auswirkungen der körperlichen und psychischen Beeinträchtigungen in Bezug auf die täglichen Aufgaben ab und legt eine Bewertung fest. Dazu gehören Schwierigkeiten sich zu bewegen, beim Essen oder Zubereiten der Mahlzeiten, bei der Körperpflege und beim Ankleiden, bei der Haushaltsführung und bei der Pflege sozialer Kontakte.

    Weitere finanzielle und soziale Vorteile

    Neben der monatlichen Auszahlung der Beihilfe können Betroffene je nach Schweregrad und Art der Beeinträchtigung weitere finanzielle und soziale Vorteile beanspruchen:

    • Befreiung der Kraftfahrzeugsteuer, der Verkehrssteuer und der Zulassungssteuer;
    • Reduzierung der MwSt. auf 6 % beim Ankauf eines Wagens;
    • Sonderparkkarte für Behindertenparkplätze;
    • Sozialer Strom- und Gastarif;
    • Freikarte für eine Begleitperson bei der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel;
    • Beihilfe für chronisch Kranke seitens der Krankenkasse.

    Verweigerung/Verschlechterungsantrag 

    Wird Ihr Antrag verweigert, so können Sie innerhalb von drei Monaten Einspruch beim zuständigen Arbeitsgericht einreichen. Außerdem können Sie einen erneuten Antrag stellen, wenn Ihre Einschränkungen durch die Beeinträchtigung zunehmen.

     

  • Unterstützung für chronisch Kranke

    Pauschale für chronisch Kranke

    Die gesetzliche Krankenversicherung sieht einen jährlichen Pauschalbetrag für chronisch Kranke vor. Anhand unterschiedlicher Kriterien wird das Anrecht auf die Auszahlung automatisch von uns überprüft. Im Falle einer Erstattung werden Sie über die Zahlung informiert.

    Kriterien und Auszahlung

    Während des laufenden und des vorherigen Jahres müssen die vom Patienten gezahlten Eigenanteile mindestens die Summe von jeweils 450,00 € erreichen (für Personen mit Anrecht auf den Vorzugstarif den Betrag von 365,00 €) und eine der folgenden Situationen muss zutreffen:

     

    Ihre Situation Jährliche Pauschale
    • Ihnen wurden Kinesitherapiesitzungen für einen Zeitraum von 6 Monaten wegen einer schweren Krankheit genehmigt.
    • Sie erfüllen die medizinischen Voraussetzungen für eine erhöhte Kinderzulage.
    • Sie waren im laufenden Jahr und im Vorjahr insgesamt mindestens 120 Tage im Krankenhaus oder wurden mindestens 6 Mal aufgenommen.
    321,44 €
    • Sie erhalten das Integrationseinkommen für Beeinträchtigte.
    • Sie erhalten die Beihilfe für Betagte.
    • Sie erhalten Kranken- oder Invalidengeld mit einem Zuschlag für die erforderliche Hilfe einer Drittperson.
    482,19 €

    Ihnen wurde die Pflegepauschale der Kategorie B oder C von unserem Vertrauensarzt genehmigt und Sie erhalten diese während mindestens 3 Monaten.

    642,90 €

     

    Person mit einem chronischem Leiden

    Unter bestimmten Voraussetzungen besteht die Möglichkeit, das Statut “Person mit einem chronischen Leiden” zu erhalten. Dieses ermöglicht es den Betroffenen, folgende Rechte in Anspruch zu nehmen, darunter:

    • Das Drittzahlersystem, d.h. dass sie nicht mehr das gesamte Arzthonorar vorstrecken müssen, sondern nur noch den Teil zahlen, der nicht von der Krankenkasse erstattet wird.
    • Die Anwendung der „Maximalen Gesundheitsrechnung für chronisch Kranke”. Für chronisch Kranke wird der errechnete Höchstbetrag der Eigenanteile um 108,24 € reduziert.

     

    In folgenden Fällen wird Ihnen das Statut automatisch erteilt:

    • Ihre Ausgaben in der Gesundheitspflege sind pro Trimester höher als 331,69 € während 8 aufeinanderfolgenden Trimestern.
    • Sie sind bereits Nutznießer einer Pauschale für chronisch Kranke.
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    Sie brauchen diesbezüglich nichts zu unternehmen. Wir informieren Sie schriftlich, falls Sie die Bedingungen für dieses Statut erfüllen. Wenn Sie dem Pflegeleistenden dieses Schreiben vorlegen, kann er ohne weiteres das Drittzahlersystem anwenden.

    Erstattung durch die Garantie für schwere Krankheiten

    Mitglieder der Garantie für schwere Krankheiten (Anschluss möglich durch die Mitgliedschaft an ein Hospitalia-Produkt) können nach Anerkennung des chronischen Leidens eine zusätzliche Erstattung bis zu 7.000,00 € für die Pflegekosten erhalten, die nicht im Zusammenhang mit einem Krankenhausaufenthalt stehen.