Pflegebedürftige und ältere Menschen haben unter bestimmten Bedingungen Anrecht auf unterschiedliche finanzielle Unterstützungen seitens der Krankenkasse und anderer Institutionen.

  • Erstattung für Schwerpflegebedürftige
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    Zusätzliche Dienste

    Schwerpflegebedürftige können durch unsere Zusätzlichen Dienste eine besondere Erstattung erhalten für verschiedene Nebenkosten in der häuslichen Pflege, welche nicht durch die gesetzliche Krankenversicherung getragen werden:

    • Ausgaben für Inkontinenzmaterial;
    • Pflegematerial;
    • Arzneimittel der Kategorie D;
    • Leihgebühren für technische Hilfsmittel;
    • Kosten für SOS-Hilfe oder für Dienstleistungsschecks in Höhe von 2,00 € pro geleistete Arbeitsstunde.

    Für diese Kosten kann das pflegebedürftige Mitglied seitens unserer Krankenkasse monatlich eine Erstattung bis zu 150,00 € erhalten.

    Bedingung

    Diese Kostenbeteiligung ist unseren Mitgliedern vorbehalten, die als schwerpflegebedürftig anerkannt sind und die seit mindestens 5 Jahren Mitglied der Zusätzlichen Dienste sind.

     

     

    Alle Änderungen und Neuerungen gelten unter Vorbehalt der Genehmigung des AfK.

  • Inkontinenzpauschale

    Erstattung der gesetzlichen Krankenversicherung

    Personen, die an einer Inkontinenz leiden, können für Inkontinenzmaterial eine finanzielle Unterstützung erhalten.

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    Die Pauschale kann jedoch nur ausgezahlt werden, wenn die betroffene Person zu Hause lebt und nicht in einem Alten- und Pflegeheim untergebracht ist.

    Inkontinenzpauschale für pflegebedürftige Personen

    Für pflegebedürftige Personen beläuft sich die jährliche finanzielle Unterstützung auf 575,70 €.

    Bedingungen

    Voraussetzung ist, dass die Inkontinenz durch den Vertrauensarzt der Krankenkasse als langfristig und hochgradig anerkannt wurde:

    • entweder infolge einer Genehmigung des Vertrauensarztes für häusliche Krankenpflege für eine Pflegepauschale B oder C, mit Bewertung von 3 oder 4 für das Kriterium Inkontinenz. Der Patient muss die Genehmigung für mindestens 4 Monate innerhalb der 12 Monate vor Antrag der Pauschale erhalten haben. Der Antrag für die Pauschale erfolgt durch den Krankenpfleger;
    • oder infolge einer besonderen Bewertung der Inkontinenz durch einen Arzt. Dieser muss jährlich einen Antrag beim Vertrauensarzt einreichen. Der Antrag muss innerhalb von 3 Monaten nach Unterschrift des Arztes bei der Krankenkasse eingereicht werden.

    Sind diese Bedingungen erfüllt, zahlen wir Ihnen die Pauschale aus.

    Pauschale für eine unheilbare Inkontinenz

    Personen, die nicht pflegebedürftig sind (die somit den oben erwähnten Pauschalbetrag nicht erhalten können), die jedoch an einer langanhaltenden nicht behandelbaren Inkontinenz leiden, können einen jährlichen  Pauschalbetrag von 187,90 € erhalten.

    Bedingungen

    Der Hausarzt oder Facharzt (Kinderarzt, Gynäkologe, Geriater, Urologe) muss dazu einen Antrag beim Vertrauensarzt unserer Krankenkasse einreichen (ärztliche Bescheinigung sowie ein Formular mit der diagnostischen und therapeutischen Methode).

    Genehmigt der Vertrauensarzt den Antrag, ist die Genehmigung für 3 Jahre gültig. Für über 75-Jährige ist der Zeitraum unbegrenzt.

  • Garantiertes Einkommen für ältere Menschen

    Das garantierte Einkommen für ältere Personen ist eine Zulage für Menschen, die über unzureichende finanzielle Mittel verfügen. Sie wird durch das Landespensionsamt gezahlt.

    Bedingungen

    • Alter: Personen ab 65 Jahre können einen Antrag für das garantierte Einkommen stellen.
    • Staatsangehörigkeit: nur folgenden Personen kann das Anrecht auf ein garantiertes Einkommen gewährt werden:
      • Belgiern;
      • Personen, die unter die europäischen Verordnungen der sozialen Sicherheit fallen (Europäische Gemeinschaft sowie Island, Norwegen, Liechtenstein und die Schweiz). Diese sind auf Sie anwendbar, wenn Sie oder Ihr(e) Ehepartner(in) als Arbeitnehmer(in), Beamt(e) oder Selbstständige(r) in einem oder in mehreren dieser Länder versichert gewesen sind;
      • Ausländern aus Ländern, die mit Belgien ein Abkommen auf Gegenseitigkeit geschlossen haben (Dänemark, Frankreich, Großbritannien, Irland, Luxemburg, Niederlande, Norwegen, Schweden oder Schweiz);
      • Ausländern, die aufgrund einer belgischen Regelung Anrecht haben auf eine Alters- oder Hinterbliebenenpension;
      • Flüchtlingen;
      • Staatenlosen;
    • Wohnort: der Hauptwohnsitz muss sich in Belgien befinden. Wer im Ausland lebt, hat kein Anrecht auf das garantierte Einkommen für ältere Personen.

     

    Die Einkommensgarantie für ältere Personen müssen Sie bei der Gemeindeverwaltung oder beim Landespensionsamt beantragen. Wenn Sie über 65 Jahre alt sind und einen Pensionsantrag eingereicht haben, gilt dies automatisch als Antrag für die Einkommensgarantie. Die Höhe hängt von Ihrer Haushaltszusammensetzung und Ihrem aktuellen Einkommen ab.

    Sollten sich jedoch im späteren Verlauf Änderungen ergeben, durch die sich bspw. der Betrag des garantierten Einkommens zu Ihren Gunsten verändert, müssen Sie einen neuen Antrag einreichen.

    Betrag

    Der Grenzbetrag für Pensionierte, die mit einer oder mehreren Personen zusammenwohnen liegt bei 11.680,32 € pro Jahr. Unter bestimmten Bedingungen kann dieser Betrag um 50 % erhöht werden (z.B.: Sie wohnen alleine): 17.520,36 € pro Jahr. Die Höhe der Unterstützung ist die Differenz zwischen dem Grenzbetrag und Ihrem aktuellen Einkommen. (Letzte Indexanpassung am 1. Januar 2023)

  • Pflegegeld für Senioren

    Ältere Menschen, die in ihrer Selbstständigkeit eingeschränkt sind, können in bestimmten Fällen seitens der Deutschsprachigen Gemeinschaft eine finanzielle Ergänzung zur Altersrente erhalten. Anrecht auf diese Beihilfe haben unterstützungsbedürftige Personen ab 65 Jahren:

    • die in Belgien hauptsozialversichert sind;
    • deren Wohnsitz bzw. letzter Betriebssitz des Arbeitsgebers sich in der Deutschsprachigen Gemeinschaft befindet;
    • die einer Pflegegeldkategorie zugewiesen werden können.

     

    Die Höhe der Beihilfe wird proportional zum Grad der Beeinträchtigung, zu den Einkünften des Haushaltes und der finanziellen Situation sowie zur Haushaltszusammensetzung berechnet.

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    Antrag

    Der Antrag auf Pflegegeld wird beim Ministerium der Deutschsprachigen Gemeinschaft gestellt. Unsere Mitarbeiter sind Ihnen gerne bei der Antragstellung behilflich.

    Nach Eingang Ihres Antrags überprüfen die Mitarbeiter des Ministeriums, ob Sie die Grundbedingungen für das Anrecht auf Pflegegeld erfüllen. Falls bestimmte Informationen zum Unterstützungsbedarf (BelRAI-Screener) fehlen bzw. nicht aktuell sind, wird die Dienststelle für Selbstbestimmtes Leben Kontakt mit Ihnen aufnehmen.

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    Beim BelRAI-Screener handelt es sich um ein landesweit einheitliches Beurteilungsinstrument, das die Gesundheitsund Pflegesituation auf körperlicher, kognitiver, psychischer und sozialer Ebene erfasst.

    Berechnung des Pflegegeldes

    Das Pflegegeld setzt sich aus einem Basispflegegeld und einem Sozialzuschlag zusammen. Das Basispflegegeld wird anhand des Unterstützungsbedarfs ermittelt und ist in 4 Kategorien eingeteilt. Die Einstufung in die jeweilige Kategorie erfolgt durch den BelRAI-Screener. Der Sozialzuschlag wird ausgezahlt, wenn seitens der Krankenkasse gemeldet wird, dass Sie Anrecht auf den Vorzugstarif der Krankenkasse haben.

    Verweigerung

    Wird Ihr Antrag verweigert, so können Sie innerhalb von 30 Kalendertagen Einspruch beim Ministerium erheben. Innerhalb von 45 Werktagen wird der zuständige Minister über Ihren Fall entscheiden. Sollten Sie mit dieser Entscheidung nicht einverstanden sein, besteht die Möglichkeit, eine Beschwerde beim Ombudsdienst der Deutschsprachigen Gemeinschaft oder eine Klage bei Gericht einzureichen.

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    Personen, die ihren Wohnsitz außerhalb der 9 Gemeinden der Deutschsprachigen Gemeinschaft haben, können den Antrag nicht bei der Deutschsprachigen Gemeinschaft einreichen. In der Wallonie ist hierfür die AVIQ zuständig und deren digitale Plattform Wal-Protect. In Flandern sind die Krankenkassen im Rahmen der flämischen Pflegeversicherung zuständig. Es gelten jeweils unterschiedliche Regelungen, welche diese föderierten Teilgebiete für sich festgelegt haben.

  • Unterstützung für chronisch Kranke

    Erstattung der gesetzlichen Krankenversicherung

    Die gesetzliche Krankenversicherung sieht einen jährlichen Pauschalbetrag für chronisch Kranke vor. Anhand unterschiedlicher Kriterien wird das Anrecht auf die Auszahlung automatisch von uns überprüft. Im Falle einer Erstattung werden Sie über die Zahlung informiert.

    Kriterien und Auszahlung

    Während des laufenden und des vorherigen Jahres müssen die vom Patienten gezahlten Eigenanteile mindestens die Summe von jeweils 450,00 € erreichen (für Personen mit Anrecht auf den Vorzugstarif den Betrag von 365,00 €) und eine der folgenden Situationen muss zutreffen:

     

    Ihre Situation Jährliche Pauschale
    • Ihnen wurden Kinesitherapiesitzungen für einen Zeitraum von 6 Monaten wegen einer schweren Krankheit genehmigt.
    • Sie erfüllen die medizinischen Voraussetzungen für eine erhöhte Kinderzulage.
    • Sie waren im laufenden Jahr und im Vorjahr insgesamt mindestens 120 Tage im Krankenhaus oder wurden mindestens 6 Mal aufgenommen.
    350,35 €
    • Sie erhalten das Integrationseinkommen für Beeinträchtigte.
    • Sie erhalten die Beihilfe für Betagte.
    • Sie erhalten Kranken- oder Invalidengeld mit einem Zuschlag für die erforderliche Hilfe einer Drittperson.
    525,56 €

    Ihnen wurde die Pflegepauschale der Kategorie B oder C von unserem Vertrauensarzt genehmigt und Sie erhalten diese während mindestens 3 Monaten.

    700,73 €

     

    Person mit einem chronischem Leiden

    Unter bestimmten Voraussetzungen besteht die Möglichkeit, das Statut „Person mit einem chronischen Leiden“ zu erhalten. Dieses ermöglicht es den Betroffenen, bestimmte Rechte in Anspruch zu nehmen, darunter:

    • das Drittzahlersystem, d.h. dass sie nicht mehr das gesamte Arzthonorar vorstrecken müssen, sondern nur noch den Teil zahlen, der nicht von der Krankenkasse erstattet wird;
    • die Anwendung der „Maximalen Gesundheitsrechnung für chronisch Kranke“. Für chronisch Kranke wird der errechnete Höchstbetrag der Eigenanteile um 112,62 € reduziert.

     

    In folgenden Fällen wird Ihnen das Statut automatisch erteilt:

    • Ihre Ausgaben in der Gesundheitspflege sind pro Trimester höher als 365,18 € während 8 aufeinanderfolgenden Trimestern.
    • Sie sind bereits Nutznießer einer Pauschale für chronisch Kranke.
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    Sie brauchen diesbezüglich nichts zu unternehmen. Wir informieren Sie schriftlich, falls Sie die Bedingungen für dieses Statuts erfüllen. Wenn Sie dem Pflegeleistenden dieses Schreiben vorlegen, kann er ohne Weiteres das Drittzahlersystem anwenden.

    Erstattung durch die Garantie für schwere Krankheiten

    Mitglieder der Garantie für schwere Krankheiten (Anschluss möglich durch die Mitgliedschaft an ein Hospitalia-Produkt) können nach Anerkennung des chronischen Leidens eine zusätzliche Erstattung bis zu 7.000,00 € für die Pflegekosten erhalten, die nicht im Zusammenhang mit einem Krankenhausaufenthalt stehen.