8 Fragen, die Sie sich stellen sollten, wenn Sie mehrere Medikamente einnehmen
Sie sind 75 Jahre oder älter und nehmen für die Behandlung verschiedener Krankheiten mehrere Medikamente ein? Dann ist es wichtig, dass Sie regelmäßig mit Ihrem Arzt und Ihrem Apotheker darüber sprechen und Ihre möglichen Fragen oder Bedenken mitteilen. Nachfolgend sind 8 Fragen aufgelistet, die Sie sich selbst über Ihre Medikamenteneinnahme stellen sollten.
Helfen Sie uns, Ihren Bedarf an Informationen über das Thema „Multimedikation“ besser zu verstehen, und nehmen Sie an einer kurzen Umfrage* des Landesbundes der Freien Krankenkasse teil.
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1. Was ist Multimedikation?
Unter Multimedikation versteht man die gleichzeitige Einnahme von mindestens 5 verschiedenen Medikamenten pro Tag.
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2. Ich nehme mehr als 5 Medikamente pro Tag ein, ist das ein Problem?
Ab einem Alter von 75 Jahren scheint die gleichzeitige Einnahme von mehreren Medikamenten geläufig zu sein. Tatsächlich nehmen ungefähr 4 von 10 Belgiern über 75 Jahre mindestens 5 Arzneimittel täglich ein. Mit zunehmendem Alter treten häufig auch ein oder mehrere Leiden auf. Um diesen entgegenzuwirken, müssen oft mehrere verschiedene Medikamente eingenommen werden.
Bei richtiger Anwendung helfen Arzneimittel, Krankheiten vorzubeugen, sie zu heilen oder ihre Symptome zu lindern. In der Regel sind die Verordnungen begründet. Die gleichzeitige Einnahme von mehreren Medikamenten jedoch sollte mit Bedacht abgewogen werden, besonders ab einem gewissen Alter. Es ist wichtig, dass Sie die verwendeten Pharmazeutika regelmäßig mit Ihrem Arzt oder Ihrem Apotheker durchgehen und mit ihm besprechen, ob alle Medikamente weiterhin notwendig und wirksam sind und ob sie richtig angewendet werden.
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3. Welche möglichen Risiken bestehen bei der Einnahme mehrerer Medikamente, wenn man älter ist?
Die gleichzeitige Einnahme mehrerer Medikamente sollte möglichst regelmäßig von Ihrem Arzt und Ihrem Apotheker beurteilt werden. Dafür gibt es mehrere Gründe:
- Mit dem Alter nehmen auch die unerwünschten Nebenwirkungen oder Beschwerden zu, die in direktem Zusammenhang mit der Einnahme von Arzneimitteln stehen.
- Verschiedene Medikamente können sich gegenseitig beeinflussen und manchmal zusätzliche unangenehme Begleiterscheinungen hervorrufen. Die Wirkung bestimmter Medikamente kann durch die gleichzeitige Einnahme mehrerer Pharmazeutika verstärkt bzw. abgeschwächt werden oder zu ernsthaften Gesundheitsproblemen führen: Zunahme von Stürzen und damit einhergehend das Risiko von Knochenbrüchen, Verdauungsstörungen, Inkontinenz, vermehrte Krankenhauseinweisungen usw.
- Die Einnahme von mehreren verschiedenen Medikamenten kann einen negativen Einfluss auf die Einhaltung der Behandlung haben. Vor allem bei einem komplexen Einnahmeplan kann es vorkommen, dass Sie eventuell auf Schwierigkeiten bei der korrekten, wie vom Arzt verordneten Einnahme stoßen (z.B. in Zusammenhang mit der Häufigkeit, der Dosierung usw.).
- Einige Organe können mit zunehmendem Alter weniger gut funktionieren, was zu bestimmten Problemen führt (manchmal ist eine Anpassung der Dosierung erforderlich).
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4. Warum ist es wichtig, mit meinem Arzt und meinem Apotheker über die Einnahme meiner Medikamente zu sprechen?
Da sich Ihre gesundheitliche Situation im Laufe der Zeit ändern kann, ist es möglich, dass die Einnahme bestimmter Medikamente progressiv verringert oder abgesetzt werden muss oder dass andere Medikamente hinzukommen. Sie sollten regelmäßig mit Ihrem Arzt und Ihrem Apotheker über die Einnahme Ihrer Medikamente sprechen, damit diese überprüfen können, ob alle Pharmazeutika weiterhin angemessen sind. Dadurch lassen sich eine zu hohe bzw. zu niedrige Dosierung oder eine falsche Anwendung vermeiden.
Es ist wichtig, dass Sie Ihre Medikamente kennen: Zu wissen, wozu ein Arzneimittel dient, hilft, es richtig einzunehmen. Bei Fragen sollten Sie sich immer an Ihren Arzt oder Ihren Apotheker wenden.
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5. Ich habe Fragen zu meiner Behandlung: Was soll ich tun?
- Sie stellen unangenehme Nebenwirkungen fest (z.B. Verwirrtheit, Schläfrigkeit, Blutungen, Mundtrockenheit)?
Ihr Arzt und Ihr Apotheker können Sie über die Begleiterscheinungen aufklären. Außerdem können sie überprüfen, ob Sie Ihre Medikamente richtig einnehmen (z.B. Anzahl der Tabletten, Häufigkeit der Einnahme), ob alle Arzneimittel verträglich sind und die Behandlung weiterhin auf Ihren Gesundheitszustand zugeschnitten ist. - Sie möchten die Einnahme eines Medikaments reduzieren oder absetzen? Sie nehmen zusätzlich zu Ihrer laufenden Behandlung andere Medikamente ein?
Sprechen Sie immer zuerst mit Ihrem Arzt darüber. Sie sollten ein Medikament unter keinen Umständen eigenmächtig absetzen. - Sie haben Schwierigkeiten beim Schlucken Ihrer Medikamente (z.B. zu große Tabletten)?
Ihr Arzt oder Ihr Apotheker kann überprüfen, ob es möglich ist, auf eine andere, leichter einzunehmende Form des Arzneimittels umzusteigen, bspw. ein Sirup oder eine Lösung anstelle von Tabletten. - Sie haben andere Probleme mit der Einnahme Ihrer Medikamente, die mit deren Aussehen zusammenhängen (z.B. andere Farbe oder Verpackung)?
Ihr Arzt oder Ihr Apotheker kann Sie diesbezüglich beraten. - Sie haben Schwierigkeiten, Ihre Medikamente regelmäßig einzunehmen (z.B. Sie vergessen, Ihre Medikamente einzunehmen, bzw. Sie nehmen sie nicht richtig ein)?
Ihr Arzt oder Ihr Apotheker kann Ihnen einige Hilfsmittel vorschlagen. - Ihr Umfeld stellt fest, dass Sie sich verändert haben, und weist Sie darauf hin?
Teilen Sie Ihrem Arzt oder Ihrem Apotheker alle beobachteten oder empfundenen Veränderungen mit. Schreiben Sie sich alle Feststellungen vor Ihrem Arzttermin auf.
- Sie stellen unangenehme Nebenwirkungen fest (z.B. Verwirrtheit, Schläfrigkeit, Blutungen, Mundtrockenheit)?
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6. Ich habe Schwierigkeiten, meine Medikamente regelmäßig einzunehmen, gibt es Lösungen für dieses Problem?
Bei einer Multimedikation ist eine regelmäßige und korrekte Einnahme der Medikamente nicht immer einfach und es kann vorkommen, dass Sie Ihre Arzneimittel vergessen oder falsch einnehmen. Es gibt verschiedene Hilfsmittel, die Ihnen die regelmäßige Einnahme Ihrer Medikamente erleichtern:
- Medikationsplan: Ihr Arzt oder Ihr Apotheker kann Ihnen einen Medikationsplan erstellen. Dieser Plan gibt Ihnen einen Überblick über die Medikamente, die Sie nehmen, und beinhaltet praktische Informationen über die Art und Weise sowie den Zeitpunkt der Medikamenteneinnahme.
Der Plan kann Ihnen dabei helfen, Ihre Arzneimittel korrekt einzunehmen. Sie sollten Ihren Arzt oder Ihren Apotheker immer darüber informieren, wenn Sie neben Ihren Medikamenten Nahrungsergänzungsmittel oder andere Selbstmedikationspräparate zu sich nehmen. Manche Medikamente können nämlich bei gleichzeitiger Einnahme zu Wechselwirkungen führen. - Medikamentendosierer: Der Medikamentendosierer, umgangssprachlich meistens „Pillendose“ genannt, ist eine Dose mit mehreren Fächern, in die die Medikamente nach Tageszeit in ihrer richtigen Dosierung eingeordnet werden können.
Es gibt sie für den täglichen Gebrauch (diese Behälter müssen jeden Tag befüllt werden) sowie für den wöchentlichen Gebrauch (diese Behälter sind nur einmal in der Woche zu befüllen). Außerdem gibt es elektronische Medikamentendosierer, die Sie per Warnung oder Benachrichtigung informieren, wenn es Zeit für die Einnahme Ihrer Medikamente ist.
Wenn Sie Schwierigkeiten beim korrekten Befüllen Ihres Medikamentendosierers haben, sollten Sie einen Angehörigen, Ihre Heimpflegekraft oder Ihren Apotheker um Hilfe bitten. - Individuelle Medikamentenzusammenstellung: Sie können bei Ihrem Apotheker eine individuelle Medikamentenzusammenstellung anfragen und Ihre Medikamente einnahmebereit, nach Einnahmezeitpunkt sortiert (z.B. morgens, mittags, abends, vor dem Schlafengehen), zu Ihnen nach Hause liefern lassen. Auf jeder Packung steht, um welche Medikamente es sich handelt und wann sie eingenommen werden müssen.
Dieser Dienst ist besonders für Patienten mit Multimedikation geeignet, die in einem Alten- oder Pflegeheim untergebracht sind, kann aber auch von älteren Patienten mit Multimedikation genutzt werden, die noch in ihrem eigenen Zuhause wohnen. - Wecker oder Erinnerung: Damit Sie an die Einnahme Ihrer Medikamente denken, können Sie sich auch ganz einfach einen Wecker setzen oder eine Erinnerung machen oder Sie bitten Ihre Angehörigen, Sie daran zu erinnern.
- Es gibt noch weitere Hilfsmittel, z.B. zum Öffnen von Flaschen oder zum Entnehmen von Tabletten aus einer Blisterpackung.
- Medikationsplan: Ihr Arzt oder Ihr Apotheker kann Ihnen einen Medikationsplan erstellen. Dieser Plan gibt Ihnen einen Überblick über die Medikamente, die Sie nehmen, und beinhaltet praktische Informationen über die Art und Weise sowie den Zeitpunkt der Medikamenteneinnahme.
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7. Welche nützlichen Informationen sollte ich mit meinem Arzt und meinem Apotheker teilen?
Zunächst ist es wichtig, dass Sie alle Informationen über Ihre Medikamenteneinnahme mitteilen:
- Nehmen Sie Nahrungsergänzungsmittel oder andere Selbstmedikationspräparate (z.B. Vitamine oder Ähnliches)?
- Haben Sie kürzlich Ihre Medikation abgesetzt oder geändert?
- Stellen Sie neue Symptome oder unerwartete, plötzlich auftretende Wirkungen fest?
Sie sollten Ihren Arzt darüber informieren, ob Sie rezeptfreie Medikamente oder Vitamine zu sich nehmen, manchmal versehentlich die Medikamente einer anderen Person einnehmen, die Einnahme eines Medikaments „auslassen“ usw. Teilen Sie ihm außerdem mit, wie Sie sich allgemein fühlen und ob Sie Nebenwirkungen oder Schwierigkeiten bei der Einnahme bestimmter Arzneimittel haben. Ihr Arzt kann überprüfen, ob Ihre Medikamenteneinnahme noch immer auf Ihren aktuellen Zustand abgestimmt ist.
Zudem ist es wichtig, dass Sie alle Informationen mitteilen, die mit Ihrer persönlichen Situation zusammenhängen und die sich auf die medikamentöse Behandlung auswirken können: kürzlicher Tod Ihres Partners, Schwierigkeiten beim Verstehen von schriftlichen Informationen, kürzlicher Krankenhausaufenthalt, Sturz, Inkontinenz-, Gedächtnis- oder Gleichgewichtsprobleme. Erklären Sie Ihrem Arzt und Ihrem Apotheker Ihre Bedenken, Probleme und Erwartungen in Bezug auf Ihre Medikamente. Schreiben Sie sich Ihre Fragen auf, damit Sie sie nicht vergessen.
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8. Auf welche Dienste kann ich für meine Medikamenteneinnahme zurückgreifen?
Es gibt Dienste, die Sie bei Ihrer Medikamenteneinnahme begleiten. Diese werden unter bestimmten Bedingungen von Ihrer Krankenkasse erstattet.
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Referenzapotheker: Wenn Sie an einer chronischen Krankheit leiden, können Sie einen Referenzapotheker wählen, der Sie bei der Medikamenteneinnahme beraten und betreuen kann. Ihr Referenzapotheker zieht eine Bilanz über die Arzneimittel, die Sie einnehmen, unabhängig davon, ob sie verschreibungspflichtig oder frei verkäuflich sind. Grundsätzlich hat jeder Patient das Recht, einen Referenzapotheker zu wählen.
Die gesetzliche KrankenversicherungVersicherung, die Ihnen die Pflegekosten für Arzt- oder Zahnarztbesuch, Arzneimittel, Entbindung usw. ganz oder teilweise rückerstattet. Das Anrecht auf Erstattung ergibt sich durch Sozialbeiträge. Auch Krankengeld und Invalidengeld sind Bestandteil der gesetzlichen Krankenversicherung. Mehr erstattet die Kosten für die Leistungen des Referenzapothekers jedoch nur für chronisch Kranke, bei denen festgestellt wird, dass sie in einem Zeitraum von 1 Jahr mindestens 5 verschiedene erstattungsfähige Arzneimittel, darunter mindestens 2 Medikamente gegen eine chronische KrankheitKrankheit, die sich langsam entwickelt und von sehr langer Dauer ist. Oft ist eine vollständige Heilung nicht mehr möglich. Zum Beispiel Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, chronischer Kopfschmerz usw. Mehr eingenommen haben bzw. in ein und derselben Apotheke gekauft haben. Diese Medikationsüberprüfung ist kostenlos. Treffen die obigen Bedingungen nicht zu, können Sie zwar einen Referenzapotheker wählen, die Leistung wird jedoch nicht erstattet. Damit ein Apotheker die Rolle des Referenzapothekers übernehmen kann, müssen Sie Ihre Zustimmung erteilen. Wenden Sie sich an Ihren Apotheker, um nähere Informationen zu erhalten.
- Medikationsplan: Der Medikationsplan, den Ihr Referenzapotheker erstellt, umfasst nicht nur die Namen der von Ihrem Arzt verschriebenen Medikamente, sondern auch die Namen anderer rezeptfreier Produkte, die Sie in der Apotheke erwerben. Der Plan enthält außerdem Informationen wie die Dosierung, die Stärke oder den Einnahmezeitpunkt eines jeden Arzneimittels. Der Referenzapotheker kann den Medikationsplan mit den anderen Pflegeleistenden (Allgemeinmediziner oder Fachärzte) teilen, die mit Ihnen als Patient in Kontakt kommen, was besonders hilfreich bei einem Krankenhausaufenthalt ist. Jedes Mal, wenn sich Ihre Behandlung ändert, erhalten Sie von Ihrem Referenzapotheker einen aktualisierten Medikationsplan.
- Globale Medizinische AkteAkte, die durch den Hausarzt verwaltet und gesammelt wird. Sie bringt dem Patienten einige Vorteile: der Hausarzt erstellt eine einzige Akte, worin sämtliche medizinische Angaben enthalten sind: Impfungen, Resultate von Blutanalysen usw. Ziel ist eine bessere Verfolgung des gesundheitlichen Zustandes des Patienten und das Vermeiden unnötiger Untersuchungen. Mehr (GMA): Die GMA wird von Ihrem Hausarzt verwaltet. Diese Akte ermöglicht es Ihren Ärzten, medizinische Daten sowie Daten bezüglich Ihrer Verordnungen untereinander auszutauschen. Sie müssen zuvor Ihre Zustimmung erteilen. Die Eröffnung einer GMA bietet Ihnen eine bessere individuelle Begleitung und ermöglicht eine bessere Absprache zwischen den Medizinern. Außerdem erhalten Sie eine höhere Erstattung für eine Konsultation oder einen Hausbesuch Ihres Hausarztes.
- Geteilte Pharmazeutische Akte (GPA): Vorbehaltlich Ihrer Einwilligung zum sicheren elektronischen Austausch Ihrer Daten zwischen den Personen, die Sie behandeln, kann jeder Apotheker, bei dem Sie ein Medikament erwerben, Ihre Medikationsdaten einsehen. Der Apotheker hat Zugriff auf eine Übersicht der Medikamente, die Sie in den letzten 12 Monaten erworben haben. Dabei sieht er jedoch nur den Namen, die Dosierung und das Ausstellungsdatum der Arzneimittel. Dies trägt zu einer verbesserten Qualität Ihrer medizinischen Versorgung bei.
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* Die Teilnahme an dieser Umfrage ist fakultativ, Sie sind nicht verpflichtet, die Fragen zu beantworten.
Die Freien Krankenkassen werden keine Ihrer persönlichen Daten verarbeiten: Die Umfrage ist völlig anonym und Sie werden auch nicht gebeten, sich auf irgendeine Art und Weise zu identifizieren.
Ihre Antworten auf die Fragen werden nicht an Dritte weitergegeben. Die Ergebnisse der Umfrage werden zu statistischen Zwecken verwendet (um die mögliche Auswirkung der Aufklärungskampagne zur Multimedikation sowie das Verständnis und den Nutzen des beigefügten Informationsblattes zu bewerten).
Durch die Teilnahme an dieser Umfrage erklären Sie sich mit den Bedingungen von Google Forms einverstanden.
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