Corona-Impfstoff: Was müssen Sie wissen?

Die Impfkampagne gegen COVID-19 hat begonnen. Viele Fragen und Sorgen kommen dabei auf: Die Geschwindigkeit, mit der der Impfstoff entwickelt wurde, seine Sicherheit, Nebenwirkungen… Wir klären auf!

  • Zuallererst: Wie wirkt ein Impfstoff?

    Ein Impfstoff regt unser Immunsystem dazu an, ein bestimmtes Virus oder ein bestimmtes Bakterium zu erkennen, ohne daran zu erkranken. Wenn wir dann mit diesem Virus oder Bakterium in Kontakt kommen, erinnert sich unser Immunsystem an diesen Erreger und produziert Antikörper, um diesen zu zerstören und uns vor Krankheit zu schützen.

  • Welche Corona-Impfstoffe werden verwendet?

    Verschiedene Hersteller haben in der Europäischen Union bereits eine Zulassung erhalten. Das gilt für die beiden Impfstoffe von BioNTech/Pfizer und Moderna. Weitere werden in Kürze ihre Unterlagen einreichen oder sind noch in der Erprobungsphase.

     

    Die Impfstoffe von BioNtech und Moderna werden in 2 Dosen verabreicht mit einem Abstand von 21 Kalendertagen. Die 1. und 2. Dosis muss vom gleichen Hersteller sein.

  • Wann bin ich an der Reihe?

    Um strukturiert und bedacht in Bezug auf die Coronaimpfung für die ganze Bevölkerung vorzugehen, wurde ein zeitliches Konzept in verschiedenen Phasen ausgearbeitet. Dabei wurde eingestuft, wer den Covid-19-Schutz am schnellsten braucht. Ziel ist es allerdings, der gesamten Bevölkerung den Impfstoff zur Verfügung zu stellen.

    Unterschiedliche Phasen

    Aktuell befinden wir uns in der so genannten Phase 1a (diese hat am 5. Januar 2021 begonnen). In dieser Phase werden die Bewohner sowie das Personal der 8 Wohn- und Pflegezentren für Senioren, des Psychiatrischen Pflegewohnheims sowie 2 andere Einrichtungen für Menschen mit Unterstützungsbedarf geimpft. Abhängig von der Verfügbarkeit der Impfstoffe werden auch die Gesundheitsdienstleister der sogenannten „ersten Linie“ (beispielsweise Hausärzte und ambulante Pflegedienste) geimpft. Mit dem Krankenhauspersonal wurde mittlerweile begonnen.

     

    Die Phase 1b startet voraussichtlich ab April. In dieser Phase sollen Menschen über 65 Jahre, Risikopatienten zwischen 45 und 65 Jahren sowie andere spezielle Zielgruppen geimpft werden.

     

    In der anschließenden Phase 2 kommt die übrige Bevölkerung an die Reihe. Je nach Produktionsdauer der Impfstoffe wird diese Phase jedoch erst im Sommer beginnen können.

    Sie werden zum gegebenen Zeitpunkt persönlich informiert.

    Wesentliche Voraussetzung für einen reibungslosen Verlauf der Impfkampagne ist zum einen die zeitige Auslieferung der Impfstoffe durch die produzierenden Firmen. Darüber hinaus ist vor Ort eine Menge unterschiedlicher technischer und organisatorischer Voraussetzungen zu erfüllen. Alle erfolgten Impfungen werden in der belgienweit zum Einsatz kommenden Datenbank Vaccinnet+ erfasst.

    Kosten und Vorgehensweise

    Die Kosten der Impfung tragen der Föderalstaat und die Teilstaaten. Auch wenn die Impfung freiwillig ist, ist es wichtig, dass sich ein möglichst großer Teil der Bevölkerung impfen lässt. Denn nur bei einer Impfrate von mindestens 70 % kann eine so genannte Herdenimmunität erreicht werden, die neue Corona-Wellen verhindert. Aus einer landesweiten Umfrage geht  hervor, dass sich fast 80 % der Gesamtbevölkerung impfen lassen möchten.

     

    In der Phase 1a werden die Impfungen primär von einem mobilen Team und den Koordinationsärzten der Pflegeeinrichtungen verabreicht. Zusätzlich ist auch das Personal dieser Einrichtungen beteiligt. Auf Wunsch können auch die Hausärzte die Impfung verschreiben und sie selbst durchführen – zeitgleich mit dem mobilen Team. Hierfür dürfen sie eine Visite berechnen. Die Impfstoffe selbst sind in diesem Fall kostenlos.

     

    Für die Phasen 1b und 2 werden in Ostbelgien (wie auch landesweit vorgesehen) spezielle Impfzentren eingerichtet. Dort dürfen sich alle Erwachsenen impfen lassen.

  • Muss die Impfung jedes Jahr aufgefrischt werden?

    Ob eine Auffrischung der Impfung notwendig ist, ist aktuell noch nicht geklärt. Falls ja, dann wahrscheinlich nicht jedes Jahr. Im Moment muss nur die Grippeimpfung jedes Jahr wiederholt werden. Viele andere Impfstoffe erfordern nur eine gelegentliche Auffrischung (alle 10 Jahre). Dies wird auch davon abhängen, ob neue Varianten des Virus auftauchen oder nicht.

  • Verändert der Impfstoff meine DNA?

    Nein. Die Corona-Impfstoffe von BioNtech und Moderna sind sogenannte mRNA-Impfstoffe. Diese können Ihre DNA nicht verändern. Die RNA kommt nicht an Ihre DNA heran. Ihre DNA ist tief im Zellkern gespeichert, mit der die mRNA aus dem Impfstoff nicht zurechtkommt.

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    Die RNA spielt in den Zellen eine Rolle beim Überbringen der Informationen. mRNA-Impfstoffe regen die Bildung eines Eiweißes an, gegen das der Körper Antikörper bildet. Es ist das erste Mal, dass ein RNA-Impfstoff kommerzialisiert wird. Allerdings wurde diese Technik bereits in vielen kleineren klinischen Studien eingesetzt, so dass konkrete Rückschlüsse gezogen werden konnten. Diese revolutionäre Technik wird wahrscheinlich viele andere Möglichkeiten bieten, nicht nur in Bezug auf Impfstoffe – sie wird ebenfalls schon für die Behandlung von Krebs erforscht.

  • Ist der Impfstoff sicher?

    Die im Vergleich zu anderen Impfstoffen kurze Entwicklungsdauer hat mehrere Gründe: Corona-Impfstoffen wurde weltweit absolute Priorität eingeräumt, tausende Wissenschaftler forschten gleichzeitig, zehntausende Testpersonen meldeten sich freiwillig, um die Wirksamkeit und Verträglichkeit der Präparate zu prüfen. Zudem fanden die notwendigen Testphasen nicht alle nacheinander statt, sondern liefen teilweise zeitgleich ab, wodurch viel Zeit gespart werden konnte.

     

    Der Impfstoff ist geprüft, zugelassen und sicher. Die Sicherheit des Impfstoffs wurde ausgiebig getestet und weist ein sehr gutes Sicherheitsprofil auf. In der 3. Testphase wurden mehr Probanden einbezogen als bei den meisten anderen Impfstoffstudien. Unter den Testpersonen waren auch Risikogruppen stark vertreten.

     

    Die Impfstoffsicherheit ist eine Bedingung für die Marktzulassung. Ist der Impfstoff nicht sicher, wird er nicht zugelassen. Impfstoffe gegen COVID-19 müssen den gleichen strengen Anforderungen gerecht werden, wie alle anderen Impfstoffe.

  • Kann ich durch die Impfung an Covid-19 erkranken?

    Nein, denn der COVID-19-Impfstoff enthält keine Lebendviren und kann daher niemals Corona verursachen.  Der Körper braucht aber nach der Impfung einige Wochen, bevor der Schutz wirkt. Wenn eine Person sich erst kurz vor der Impfung infiziert hat oder kurz nach der Impfung, könnte sie trotzdem erkranken.

  • Welche Nebenwirkungen können durch die Impfung auftreten?

    Wie jedes Medikament kann auch die Corona-Impfung Nebenwirkungen verursachen. Die häufigsten Beschwerden nach der COVID-19-Impfung sind Schmerzen oder Rötungen an der Injektionsstelle, Kopfschmerzen, Fieber oder Muskelschmerzen. Diese Beschwerden halten ein bis 2 Tage an und lassen sich leicht mit einem fiebersenkenden Medikament oder einem Schmerzmittel beheben.

  • Schützt der Impfstoff mich ausreichend?

    Der Impfstoff ist zu 90 % wirksam bei der Prävention von COVID-19. Die Impfung ist daher ein sehr effektiver Weg, um sich vor der Krankheit zu schützen.

     

    Doch auch wenn der Impfstoff keinen 100%igen Schutz bietet: Falls Sie dennoch an Covid-19 erkranken, verläuft die Infektion in der Regel milder. Eine hohe Durchimpfungsrate, d. h. wenn viele Menschen geimpft sind, erhöht darüber hinaus den Schutz, da es für das Virus schwieriger ist, sich zu verbreiten, und für alle Menschen sinkt das Risiko, sich zu infizieren.

     

    Ob Sie nach der Impfung das Virus weiterhin übertragen können, ist noch nicht bekannt. Diese Frage ist derzeit Gegenstand umfangreicher wissenschaftlicher Untersuchungen.

  • Sind die Impfstoffe auch gegen neue Varianten des Virus wirksam?

    Diesbezüglich gibt es bisher keine Erkenntnisse, die Untersuchungen laufen jedoch. Wenn eine neue Variante ansteckender ist, muss der Prozentsatz der geimpften Bevölkerung erhöht werden, um eine effektive Herdenimmunität zu erreichen.

     

    BioNtech/Pfizer ist laut eigener Erklärung in der Lage, seinen Impfstoff innerhalb weniger Wochen an die britische Mutation anzupassen.

  • Muss ich mich auch dann impfen lassen, wenn ich mich gesund ernähre?

    Eine gesunde Ernährung und Ergänzungsmittel wie Vitamin C reichen nicht aus, um sich vor COVID-19 zu schützen. Sie können dadurch eine Infektion mit dem Coronavirus nicht verhindern.

  • Muss ich mich impfen lassen, wenn ich bereits Corona hatte?

    Nur weil Sie COVID-19 hatten, heißt das nicht, dass Sie nicht erneut erkranken können. Sie können sich nochmals infizieren und auch andere Personen anstecken. Haben Sie bereits Antikörper entwickelt, so verstärkt die Impfung kräftig deren Wirkung und verlängert die Immunität.

  • Ich gehöre keiner Risikogruppe an, warum sollte ich mich impfen lassen?

    Auch wenn Sie gesund sind und nicht zu einer Risikogruppe gehören, ist die Impfung sehr empfehlenswert. Zum einen ist der Krankheitsverlauf nie vorhersehbar – auch viele gesunde Menschen mussten während der Pandemie im Krankenhaus behandelt werden. Zum anderen tragen Sie mit der Impfung zum Schutz der gesamten Bevölkerung bei.

  • In welchem Fall sollte ich mich nicht impfen lassen?
    • Wenn Sie eine Allergie gegen einen der Bestandteile des Impfstoffs haben (d.h. eine Allergie, die es erforderlich macht, dass Sie immer eine Adrenalinspritze bei sich tragen).
    • Wenn Sie schwanger sind. Dies ist eine Vorsichtsmaßnahme, da die Wirkung des Impfstoffes bei Schwangerschaft noch nicht ausreichend getestet wurden.

Coronavirus: Erstattungen und Krankengeld

Finden Sie hier häufig gestellte Fragen und Antworten zum Thema Covid-19 in Bezug auf Ihre belgische Krankenversicherung:

  • In welcher Situation werden Covid-19-Tests in Belgien erstattet?

    Derzeit existieren drei Arten von Corona-Nachweistests, die in Belgien von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen werden, d.h. dass Sie dafür eine Erstattung unserer Krankenkasse erhalten:

    • Der molekulare Test (PCR). Hierbei handelt es sich um eine Methode, die es ermöglicht, anhand von Proben aus der Nase oder dem Rachen eine Corona-Infektion festzustellen. Kosten: 46,81 €
    • Der Antigen-Test. Dieser Test kann, wie auch der molekulare Test, durch Nasen- oder Rachenabstriche das Vorhandensein des Virus nachweisen. Kosten: 16,72 € (Achtung: Dieser ist nicht zu verwechseln mit dem Antigen-Schnelltest!)
    • Der serologische Test. Dieser Test sucht im Blut nach Antikörpern, die der Körper produziert hat, um das Virus zu bekämpfen. Werden solche Antikörper im Körper nachgewiesen, bedeutet dies, dass eine Infektion mit dem Coronavirus stattgefunden hat. Kosten: 9,60 €

    Erstattung von Molekular- und Antigentests

    Unter bestimmten Bedingungen werden diese Tests vollständig von der gesetzlichen Krankenversicherung erstattet. Sie müssen in einem anerkannten Labor ausgewertet und die anonymisierten Testergebnisse sofort an Sciensano weitergeleitet werden.

     

    Molekular- oder Antigentests werden erstattet, wenn die von Sciensano festgelegten Richtlinien eingehalten werden (siehe unten) und die betroffene Person über einen 16-stelligen Aktivierungskode zum Testen zugelassen wird oder über eine ärztliche Verschreibung verfügt. Gleiches gilt für Reiserückkehrer, die in ihrem Selbstbeurteilungsformular ein erhöhtes Infektionsrisiko aufweisen und daraufhin einen Aktivierungskode per SMS erhalten. Reiserückkehrer aus orangenen Zonen erhalten keine Erstattung.

    Wenn der Antigentest positiv ist, darf kein Molekulartest mehr durchgeführt werden. Sollte der Antigentest allerdings negativ sein, muss noch ein Molekulartest gemacht werden.

    Richtlinien laut Sciensano

    Sciensano hat eine Prioritätenliste für das Testen durch Molekulartests festgelegt, um die Testkapazitäten besser kontrollieren zu können. Folgende Gruppen sollten sich testen lassen:

    1. Alle Personen, die aufgrund von Covid-19-Symptomen möglicherweise positiv sind (siehe „Definition eines möglichen Falls“). Pflegekräfte haben Priorität, ebenso die Bewohner und das Personal von Alten- und Pflegeheimen.
    2. Personen, die engen Kontakt mit einem Infizierten hatten (siehe „Definition eines engen Kontakts“)

     

    Wenn die Testkapazitäten es zulassen:

    1. Personen, deren Krankenhausaufenthalt bevorsteht.
    2. Jeder neue Bewohner, der zum ersten Mal in eine Wohngemeinschaft (z.B. Pflegeheim, Behindertenheim, Jugendzentrum, Gefängnis, usw.) eintritt.
    3. Reiserückkehrer, die auf ihrem Selbstbeurteilungsformular angegeben haben, engen Kontakt zu einem Infizierten gehabt zu haben und die daraufhin einen Aktivierungskode erhalten.

    Definition eines möglichen Falls

    Als möglicher Covid-19-Fall gilt eine Person, die

    • mindestens eines der folgenden akuten Hauptsymptome hat: Husten, Atemnot, Brustschmerzen, Geruchs- oder Geschmacksverlust;
    • zwei oder mehr der folgenden leichteren Symptome hat: Fieber, Muskelschmerzen, Müdigkeit, Schnupfen, Halsschmerzen, Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit, Durchfall, akute Verwirrung, und dies ohne andere offensichtliche Ursache;
    • eine Verschlimmerung der chronischen Atemwegssymptome feststellt (COPD, Asthma, chronischer Husten…), ohne andere offensichtliche Ursache.

    Definition eines engen Kontakts

    Das Ansteckungsrisiko wird als “hoch” eingestuft und eine Person somit als enger Kontakt definiert, wenn folgendes zutrifft:

    • die Kontaktzeit zu dem Infizierten hat mindestens 15 Minuten betragen in einem Abstand von weniger als 1,5 m, z.B. während eines Gesprächs, ohne dass eine der beiden Personen eine Maske (Nase und Mund bedeckend) trägt. Dazu gehören bspw. Lebensgefährten, Kinder, Personen, die in einer Wohngemeinschaft leben, Menschen, mit denen eine Mahlzeit geteilt wurde, und möglicherweise auch Nachbarn am Arbeitsplatz.
    • Eine Person, die direkten körperlichen Kontakt zu einem Covid-19-Infizierten hatte.
    • Eine Person, die direkten Kontakt mit Ausscheidungen oder Körperflüssigkeiten eines Covid-19-Patienten gehabt hat, z.B. beim Umarmen oder Mund-zu-Mund-Kontakt oder Kontakt mit Erbrochenem, Stuhl, Schleim usw.
    • Eine Person, die durch den “Coronalert”-Antrag als enger Kontakt identifiziert wurde.

    Erstattung von serologischen Tests

    Bei einem serologischem Test wird durch den Nachweis von Antikörpern festgestellt, ob der Körper nach dem Kontakt mit dem Virus eine Immunreaktion entwickelt hat.

    Auf der Grundlage des derzeitigen Wissensstandes lässt sich mit einem serologischen Test jedoch nicht feststellen, ob eine Person :

    • Während der ersten Woche mit Symptomen infiziert ist;
    • Eine symptomlose Form von Covid-19 hat;
    • vor einer eventuellen zweiten Infektion geschützt ist und wie lange die Antikörper im Körper bleiben;
    • ansteckend ist;
    • sich in der infektiösen oder postinfektiösen Phase befindet.

     

    In einigen Fällen kann der serologische Test eine Ergänzung zur molekularen Diagnose darstellen, jedoch ist er nicht als diagnostischer Test geeignet.

    Aufgrund dieser Einschränkungen werden serologische Tests nur in folgenden Situationen erstattet:

    1. Bei hospitalisierten Patienten mit einer Auffälligkeit einer Covid-19-Infektion, jedoch einer Unstimmigkeit zwischen Molekulartest und CT-Scan, mindestens 7 Tage nach Auftreten der Symptome.
    2. Bei ambulanten oder stationären Patienten mit einer Auffälligkeit einer Covid-19-Infektion, wenn der Molekulartest negativ ausfiel oder nicht innerhalb von 7 Tagen nach Symptombeginn mittels des Molekulartests getestet werden konnte, mindestens 14 Tage nach Symptombeginn.
    3. Im Rahmen der Differentialdiagnose bei untypischer Erscheinung, mindestens 14 Tage nach Auftreten der Symptome.
    4. Im Rahmen des lokalen Risikomanagements, um den serologischen Status des Pflegepersonals zu untersuchen.

    Erstattung unter folgenden Bedingungen

    • Der Test muss von einem Arzt verordnet sein, auf der Verschreibung sind Grund und Zielgruppe vermerkt.
    • Das Labor, das den Test durchführt, muss anerkannt sein und das vorgeschriebene Testmaterial verwenden.
    • Die anonymen Ergebnisse müssen werden an Sciensano weitergeleitet werden.
    • Die Leistung kann maximal 2 Mal pro Zeitraum von 6 Monaten erstattet werden.
  • Was ist mit Antigen-Schnelltests?

    PCR-Tests bleiben die Referenz für den Nachweis des Covid-19-Virus, da sie die höchste Zuverlässigkeit aufweisen. Allerdings hat sich ein anderer Test, der Antigen-Schnelltest, stark verbessert. In manchen Situationen ist er zuverlässig genug, um den Virus schnell zu erkennen und seine Ausbreitung einzuschränken.

     

    Schnelltests bieten vor allem in 2 Situationen einen Vorteil. In diesen Situationen übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung auch die Erstattung:

    Situation 1: Sie leiden maximal seit 5 Tagen an Symptomen

    Wissenschaftliche Studien zeigen, dass ein Antigen-Schnelltest bei Symptomen fast so zuverlässig ist wie ein PCR-Test, wenn er innerhalb der ersten 5 Tage nach Auftreten der Symptome durchgeführt wird. So kann eine infizierte Person schnell isoliert und die Ausbreitung des Virus eingedämmt werden.

     

    Situation 2: Sie hatten einen „Kontakt mit geringem Risiko“ zu einer Person Ihrer Gruppe/Gemeinschaft 

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    Definition eines Kontakts mit geringem Risiko

    Sie hatten mehr als 15 Minuten Kontakt zu einem Covid-19-Patienten bei einem Abstand von 1,5m, haben aber beide einen Mundschutz (Nase und Mund bedeckt) getragen ODER Sie hatten weniger als 15 Minuten Kontakt zu einem Covid-19-Patienten bei einem Abstand von 1,5m. ODER Sie haben sich länger als 15 Minuten mit einem Covid-19-Patienten im selben Raum (geschlossene Umgebung) aufgehalten, aber einen Abstand von 1,5m eingehalten. Dazu gehören bspw. Personen, die im selben Raum arbeiten oder zusammen im Wartezimmer saßen.

    Antigen-Schnelltests sind ein strategisches Mittel im Falle eines Infektionsausbruchs in wesentlichen nicht gefährdeten Gruppen (s. unten). Durch einen Schnelltest können schnell viele Infektionen festgestellt und die Ausbreitung des Virus begrenzt werden, ohne wesentliche Dienste schließen zu müssen. Auch das Kontakt-Tracing kann schnell starten.  Zu den wesentlichen nicht gefährdeten Gruppen gehören:

    • Lebenswichtige Dienste wie die Polizei, die Feuerwehr usw. (in diesem Fall gehören Dienste des Gesundheitswesens nicht dazu);
    • Essentielle Sektoren und Unternehmen;
    • Schulen und Einrichtungen für die Kinderbetreuung.

    Wenn mindestens 2 infizierte Personen in einer solchen Gruppe nachgewiesen wurden, können alle Personen, die einen „risikoarmen Kontakt“ mit diesen infizierten Personen hatten, mit einem Antigen-Schnelltest getestet werden.

     

    Für gefährdete Personengruppen (z. B. in Pflegeheimen, Krankenhäusern usw.) bleiben PCR-Tests jedoch aufgrund ihrer größeren Zuverlässigkeit der Standard.

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    Für Situation 1 und 2 gilt: Wenn Ihr Antigen-Schnelltest negativ ist, müssen Sie dieses Ergebnis nicht mit einem PCR-Test bestätigen lassen. Die ausführlichen Richtlinien für die Antigen-Schnelltests finden Sie auf der Website von Sciensano. Diese Richtlinien können sich kurzfristig ändern.

    Wo kann man einen Antigen-Schnelltest durchführen?

    Haben Sie Symptome, so können Sie einen Test in bestimmten Testzentren oder bei Hausärzten oder Laboren durchführen lassen. Auch Schul- und Arbeitsmediziner können Antigen-Schnelltests durchführen.

     

    Hatten Sie einen Kontakt mit geringem Risiko zu einer infizierten Person in Ihrer „Gemeinschaft“ (Schule, Arbeit usw.) kann der zuständige Arzt (bspw. Schul- oder Unternehmensarzt) den Test durchführen. Oder er verschreibt Ihnen den Test und teilt Ihnen den 16-stelligen Aktivierungskode mit. Auf dem Portal Meinegesundheit.be können Sie mit diesem Kode dann einen Termin beim Testzentrum Ihrer Wahl beantragen.

     

    Auch das Kontakt-Tracing-Zentrum kann Kontakt mit Ihnen aufnehmen und Ihnen den Aktivierungscode mitteilen.

    Wie viel kostet ein Antigen-Schnelltest?

    Der Test kostet 16,72 €. Befinden Sie sich in Situation 1 oder 2 ist der Test für Sie kostenlos. Wir übernehmen die Kosten, sobald der Arzt uns den Test in Rechnung stellt.  

    Können Sie in anderen Situationen einen Antigen-Schnelltest durchführen?

    Auch außerhalb der beiden Situationen kann ein Antigen-Schnelltest durchgeführt werden. Das ist bspw. der Fall, wenn der Arbeitgeber oder private bzw. öffentliche Einrichtungen den Test zu präventiven Zwecken verlangen. In diesem Fall wird der Test aber nicht von der gesetzlichen Krankenversicherung erstattet. Der Arzt darf Ihnen 16,72 € in Rechnung stellen.

  • Ich habe mich möglicherweise infiziert. Wie gehe ich nun vor?

    Rufen Sie Ihren Hausarzt an, begeben Sie sich auf keinen Fall zu Ihrem Arzt. Dieser wird Sie gegebenenfalls an ein Sammelzentrum in Ihrer Nähe überweisen.

     

    Sogenannte Sammelzentren wurden eingerichtet, die als Überweisungsstationen für Patienten mit Covid-19-Infektionsrisiko dienen. Es ist wichtig, dass Infizierte nicht das Wartezimmer des Arztes oder die Notaufnahme aufsuchen, denn dadurch könnte es zu weiteren Neuinfizierungen kommen. Daher überweisen die Hausärzte beim Telefonanruf den betroffenen Patienten sofort an ein solches Sammelzentrum.

    Persönliche Untersuchung

    In diesen Sammelzentren werden mögliche Covid-19-Infizierte untersucht, nachdem der Hausarzt sie telefonisch dorthin überwiesen hat. Für diese Untersuchung erhält das Sammelzentrum ein Honorar, welches vollständig von der Krankenkasse übernommen wird. Der Patient muss keinen Eigenanteil zahlen.

    Je nach Gesundheitszustand wird der Untersuchte in ein Krankenhaus überwiesen oder muss sich einer häuslichen Quarantäne unterziehen.

    In Ostbelgien befinden sich solche Sammelzentren in den Krankenhäusern in Eupen, Malmedy und Sankt Vith.

    Zusatzaufgabe seit 4. Mai

    Seit dem 4. Mai 2020 sind die Sammelzentren zusätzlich zu ihrer ursprünglich geplanten Funktion mit einer weiteren Aufgabe betraut: Sie übernehmen nun auch die Probeentnahme der Covid-19-Tests.

  • Ich habe mich mit Covid-19 infiziert und muss zu Hause bleiben, erhalte ich ein Krankengeld?

    Wenn Sie sich mit dem Coronavirus infiziert haben oder der Verdacht auf eine COVID-19-Infektion besteht, gelten die gleichen Bedingungen wie bei anderen Krankheiten. 

    • Als Arbeitnehmer haben Sie bei Arbeitsausfall Anrecht auf die garantierte Lohnfortzahlung während der ersten 30 Tage. Wenn Sie länger als einen Monat ausfallen, erhalten Sie Krankengeld seitens Ihrer Krankenkasse.
    • Als Selbstständiger erhalten Sie Krankengeld ab einer Krankheitsperiode von mindestens 8 Tagen.

     

    Reichen Sie dazu die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ein, die Ihr Arzt Ihnen ausgestellt hat. 

  • Ich muss in Quarantäne, bin aber selbst nicht infiziert. Erhalte ich dennoch Krankengeld?

    Wenn Sie nicht selbst erkrankt sind, haben Sie keinen Anspruch auf Krankengeld seitens der Krankenkasse. Die belgische Gesetzgebung sieht jedoch unterschiedliche finanzielle Maßnahmen für Arbeitnehmer und Selbstständige vor.

    Arbeitnehmer

    • Die zeitweilige Arbeitslosigkeit wurde nun ausgeweitet und gilt nicht mehr nur bei höherer Gewalt, sondern auch aus wirtschaftlichen Gründen. Bisher wurden folgende Situationen als „höhere Gewalt“ angesehen:
      • eine durch die Föderalregierung angeordnete Zwangsquarantäne, weil Sie mit Coronapatienten in Kontakt waren;
      • Sie sitzen im Ausland fest, weil Ihre Rückreise bis auf Weiteres abgesagt wurde;
      • Ihr Arbeitgeber hat nicht mehr ausreichend Arbeit für Sie, weil bspw. Zulieferungen aus dem Ausland ausfallen;
      • Zwangsschließung des Geschäfts aufgrund der verschärften Maßnahmen;
      • Home-Office oder Social Distancing können an Ihrem Arbeitsplatz nicht eingehalten werden;
      • Sie müssen zu Hause bleiben, weil ein Familienmitglied infiziert ist (vorher galt die Regelung des bezahlten/unbezahlten Urlaubs).

     

    Inzwischen kann die vorübergehende Arbeitslosigkeit auch aus wirtschaftlichen Gründen angewandt werden. Bspw. wenn das Unternehmen eigentlich geöffnet hat, aber ein deutlicher Kundenrückgang verzeichnet wird und somit weniger Arbeit vorliegt. Zudem erhalten Sie als Zeitarbeitsloser aufgrund der Corona-Epidemie 70 % Ihres letzten Bruttogehalts. In normalen Zeiten sind es 65 %. Die Regierung hat den Prozentsatz bis März 2021 ausnahmsweise erhöht. Aber Vorsicht, das berücksichtigte Basis-Bruttogehalt für diese Berechnung ist auf 2.754,76 € begrenzt.

     

    Zusätzlich zu diesem vorübergehenden Arbeitslosenbonus gibt es einen außergewöhnlichen Bonus von 5,63 € netto pro Tag der Arbeitslosigkeit oder rund 150 € pro Monat (abhängig von der Anzahl der Kalendertage im Monat). 

    Selbstständige

    Die Regierung hat unterschiedliche Maßnahmen für Selbstständige ausgearbeitet, um möglichen Konsequenzen durch die Corona-Pandemie entgegenzuwirken. Unter anderem ist Folgendes vorgesehen:

    Zahlungserleichterungen

    Neben Zahlungserleichterungen steuerlicher Art, gibt es auch eine Erleichterung zur Senkung der Vorauszahlungen für Selbstständige. Zeichnet sich im Laufe des Jahres ab, dass das Einkommen niedriger ist als der Betrag, der ursprünglich zur Berechnung des Beitrags verwendet wurde, kann eine Reduzierung der Beiträge beantragt werden.

    Zahlungsaufschub der Sozialbeiträge

    Derzeit gilt ein Zahlungsaufschub (oder je nach Bedürfnissen eventuell sogar eine Freistellung) der ersten beiden Quartale des Jahres 2020:

    • Der Sozialbeitrag des 1. Quartals darf aufgeschoben und muss spätestens zum 31. März 2021 bezahlt werden. Der Antrag auf Aufschub muss noch vor dem 31. März 2020 bei Ihrer Sozialversicherungskasse eingereicht werden.
    • Der Beitrag für das 2. Quartal darf ebenfalls aufgeschoben und muss bis zum 30. Juni 2021 bezahlt werden. Der Antrag muss vor dem 15. Juni 2020 bei Ihrer Sozialversicherungskasse eingereicht werden.

    Anspruch auf Überbrückungsmaßnahmen

    Falls Sie aufgrund einer Quarantäne oder aufgrund von Arbeitsverlust Ihre Selbstständigkeit unterbrechen müssen, ohne selbst krank zu sein, haben Sie Anspruch auf Überbrückungsmaßnahmen. Sie können ein Ersatzeinkommen in Höhe von 1.291,69€ pro Monat in Anspruch nehmen (erhöht auf 1.614,10€, wenn Mitversicherte im gleichen Haushalt leben). Derzeit gilt dies für die Monate März, April und Mai 2020. Informieren Sie sich bei Ihrer Sozialversicherungskasse.

    Ein Callcenter im Dienste der Selbstständigen

    Bei Zahlungsschwierigkeiten ist der erste Schritt, sich unverzüglich mit Ihrer Sozialversicherungskasse in Verbindung zu setzen.

    Darüber hinaus stellt das LISVS (Landesinstitut der Sozialversicherungen für Selbstständige) ein Callcenter für Selbstständige zur Verfügung, die sich über ihre sozialen Rechte oder die von der Regierung beschlossenen Unterstützungsmaßnahmen informieren möchten. Die kostenlose Rufnummer 0800 12 018 ist von Montag bis Freitag von 8 Uhr morgens bis 20 Uhr abends erreichbar.

  • Ich arbeite im Gesundheitswesen und habe mich infiziert. Welche Entschädigung steht mir zu?

    Personen des Gesundheitswesens, die sich mit dem COVID-19-Virus infiziert haben, können eine Entschädigung für Berufskrankheiten erhalten. 

    Betroffene Personen

    • Ambulanzpersonal, das am Transport von Patienten mit COVID-19 beteiligt ist;
    • Krankenhauspersonal auf Notfall- und Intensivstationen, in den Abteilungen für Lungen- und Infektionskrankheiten sowie in anderen Abteilungen, in denen COVID-19-Patienten aufgenommen werden;
    • Personen, die diagnostische und therapeutische Verfahren mit solchen Patienten durchgeführt haben;
    • Mitarbeiter, die in anderen Diensten und Pflegeeinrichtungen arbeiten, in denen COVID-19 aufgetreten ist.

     

    Alle Personen, die in den obengenannten Einrichtungen arbeiten, sind von der Maßnahme betroffen: medizinisches, paramedizinisches, logistisches sowie Reinigungspersonal, aber auch Praktikanten und Studenten in diesen Bereichen.

     

    Fälle von COVID-19 bei Mitarbeitern, die Patienten behandeln oder pflegen, die nicht in eine der obengenannten Kategorien fallen, können anerkannt werden, wenn die Erkrankung mit der Ausübung ihres Berufes in Verbindung steht.

    Anspruch auf Entschädigung

    Um Anspruch auf eine Entschädigung seitens der Föderalagentur Fedris zu erhalten, sind folgende Angaben notwendig:

    • Beschreibung der beruflichen Tätigkeit, die in den letzten Wochen vor dem Auftreten der Symptome ausgeübt wurde;
    • Arztbericht über den medizinischen Verlauf der Krankheit;
    • Laborergebnis, das die Infektion mit dem SARS-CoV-2-Virus belegt;
    • die Dauer der vom Arzt verordneten Arbeitsunfähigkeit.
  • Ich befinde mich aufgrund der Coronakrise in einer finanziellen Notlage, was nun?

    Jeder, der finanziell durch die Corona-Krise betroffen ist, kann Hilfe durch das ÖSHZ seiner Wohngemeinde erhalten. Besonders folgende Personen:

    • Arbeitnehmer, die einen Teil ihres Einkommens verloren haben oder mit zusätzlichen Schulden konfrontiert sind
    • Teilzeitbeschäftigte − mit besonderer Aufmerksamkeit für Alleinerziehende, Studenten, bestimmte Selbstständige, Menschen mit Beeinträchtigungen.

     

    Unterschiedliche Formen der Hilfe sind möglich:

    • Unterbringungskosten, einschließlich der Nebenkosten, mit Ausnahme der Mietkaution.
    • Energieverbrauch, einschließlich sozialer und budgetärer Begleitung.
    • Übernahme der Kosten für psychosoziale Hilfe durch Fachleute, die für die Behandlung von partnerschaftlicher Gewalt, Ängsten und psychiatrischen Problemen anerkannt sind.
    • Beteiligungen an medizinischen Kosten wie Krankenhausrechnungen, Medikamenten sowie auch Mund-Nasen-Masken, Gels und Handschuhe.
    • Hilfe beim digitalen barrierefreien Zugang: Digitale Unterstützung zur Förderung von Online-Schritten, sozialen Kontakten und schulischer Unterstützung.
    • Finanzielle Hilfe für unbezahlte Rechnungen, nach einem Rückgang der gewöhnlichen Einnahmen.
    • Finanzielle Hilfe für grundlegende Bedürfnisse, bspw. Beteiligungen an Transportkosten, Kauf von Kleidung, Kauf einer Brille usw.
    • Hilfe für Familien in Schwierigkeiten im Rahmen der Bekämpfung von Kinderarmut.
  • Wie bezahle ich meinen Arzt bei einer telefonischen Konsultation?

    Um die Pflegeleistenden während der Covid-19-Krise zu unterstützen, hat das LIKIV beschlossen, dass Haus- und Fachärzte Konsultationen telefonisch durchführen dürfen. Die Ärzte können folgende Leistungen erbringen:

    • Patienten, die potenziell vom Coronavirus betroffen sind „herausfiltern“ und überweisen. Das gilt ebenfalls im Rahmen eines organisierten Bereitschaftsdienstes. Die Leistung darf pro Patient nur einmal erbracht werden. 
    • die kontinuierliche Versorgung der Patienten gewährleisten; insbesondere die der Risikogruppen, die nicht mehr zum Arzt gehen sollten (chronisch Kranke, Personen mit Immunsuppression, ältere Menschen usw.). Diese Leistung darf pro Patient und pro Arzt nur 5 mal während 30 Tagen erbracht werden.

     

    Für diese Beratung wird ein Honorar von 20 € berechnet. Der Patient zahlt jedoch nichts. Die Ärzte rechnen diese Leistung direkt mit der Krankenkasse des Patienten über das Drittzahler-System ab. Der Arzt darf keine Zuschläge berechnen. 

  • Wie kann ich meine Krankmeldung während der Coronakrise bei der Krankenkasse einreichen?

    Aufgrund der COVID-19-Pandemie können Krankmeldungen vorläufig auch per Mail (md@freie.be) bei der Krankenkasse eingereicht werden. Ein Scan (im PDF-Format) oder ein Foto der Krankmeldung werden akzeptiert, vorausgesetzt, dass alle erforderlichen Elemente vorhanden sind. Die Unterschrift des Arztes ist nicht erforderlich.

  • Wie erhalte ich meine Medikamentenverschreibung ohne Arztbesuch?

    Verschreibungen für Medikamente werden automatisch auf elektronischem Wege an den Apotheker weitergeleitet. Verschreibt der Arzt ein Medikament, erhält der Patient im Normalfall jedoch einen Beleg mit einem sogenannten RID-Code (Strichcode sowie einem Code bestehend aus Zahlen und Buchstaben), den der Apotheker einscannt. Aufgrund der jetzigen Situation kann der Arzt dem Patienten (mit dessen Zustimmung) den Code per E-Mail oder Telefon übermmitteln.

     

    In der Apotheke teilt der Patient den RID-Code dem Apotheker mit, der ihm dann das verschriebene Medikament aushändigt.

  • Ich bin arbeitsunfähiger Arbeitnehmer. Wie hoch ist mein Krankengeld während der Pandemie?

    Im Rahmen der Covid-19-Pandemie werden Arbeitnehmer, die seit dem 1. März 2020 arbeitsunfähig sind, einen Zusatz zum herkömmlichen Krankengeld erhalten. Ziel der Maßnahme ist es, dass das Krankengeld während der Covid-19-Krise nicht geringer ist, als das Arbeitslosengeld.

     

    Voraussetzungen für die zusätzliche Entschädigung:

    • Sie wurden frühstens am 1. März 2020 als arbeitsunfähig anerkannt.
    • Sie sind durch einen Arbeitsvertrag oder einen gleichwertigen Vertrag gebunden.
    • Ihr Bruttomonatsgehalt übersteigt nicht den Betrag von 3.457,79 €.

    Höhe des Krankengeldes und des Zusatzes

    In der Regel erhalten Sie ein Krankengeld in Höhe von 60 % Ihres Bruttogehaltes, ab dem 2. Monat Ihrer Arbeitsunfähigkeit. Im ersten Krankheitsmonat ist der Arbeitgeber verpflichtet, Ihnen den garantierten Lohn zu zahlen.

     

    Für eine Arbeitsunfähigkeit ab dem 1. März 2020 erhalten Sie zusätzlich zum herkömmlichen Krankengeld eine weitere Entschädigung. Diese beträgt 10 % Ihres Bruttotagessatzes, erhöht um weitere 5,63 €.

     

    Der Grenzbetrag liegt bei 61,22 € pro Tag, im System der 6-Tage-Woche. D.h. wenn der Tagessatz Ihres Krankengeldes, erhöht um den Zusatz, geringer ausfällt, so wird er auf diese Summe angehoben – dies gilt ebenfalls für das Ersatzeinkommen während einer Mutterschaftsruhe. Der maximale Betrag liegt bei 79,80 € pro Tag und wird ggf. auf diese Summe begrenzt.

    Beispiel

    • Sie verdienen monatlich 2600 € brutto, geteilt durch 26 Tage ergibt dies einen Bruttotagessatz von 100 € im System der 6-Tage-Woche.
    • Ihr herkömmliches Krankengeld liegt somit bei 60 € (60 % des Bruttotagessatzes).
    • Die zusätzliche Entschädigung beträgt 10 % des Bruttotagessatzes (10 €) sowie
      weitere 5,63 €, also 15,63 €.
    • Der Tagessatz Ihres Krankengeldes beträgt insgesamt 75,63 € (60 € + 15,63 €), wovon 11,11 % Steuervorabzug abgehalten werden.

    Auszahlung des Zusatzes

    Wir zahlen Ihnen den Zusatz zeitgleich zum Krankengeld aus.

  • Ich bin arbeitsunfähiger Selbstständiger. Wie hoch ist mein Krankengeld während der Pandemie?

    Selbstständige, die während der Covid-19-Pandemie arbeitsunfähig sind, können eventuell eine zusätzliche Zahlung zum Krankengeld erhalten. Es handelt sich um eine vorübergehende Maßnahme im Zusammenhang mit dem Krisenüberbrückungsrecht für Selbstständige.

    Wer hat Anrecht?

    Sie erhalten einen Zusatz zum Krankengeld, wenn Sie sich in einer der folgenden beiden Situationen befinden:

    SITUATION 1

    • Sie sind hauptberuflich selbstständig (oder aus Krankheitsgründen gleichgestellt) oder sind mithelfender Ehepartner.
    • Ihre Arbeitsunfähigkeit hat frühstens am 1. März 2020 begonnen.
    • Sie sind seitdem für mindestens 8 aufeinanderfolgende Kalendertage als arbeitsunfähig anerkannt worden.
    • Sie haben das Statut „zusammenlebend, ohne mitversicherte Personen“.

    warning pictogram freie Sie erhalten den Zusatz nicht mehr, sobald Sie ein Jahr der Arbeitunfähigkeit überschritten haben und in die Invalidität übergehen.

    SITUATION 2

    • Sie sind hauptberuflich selbstständig (oder aus Krankheitsgründen gleichgestellt) oder sind mithelfender Ehepartner.
    • Während Ihrer Arbeitsunfähigkeit hat der Vertrauensarzt Ihnen erlaubt, eine Tätigkeit auszuüben, die Sie jedoch während mindestens 7 aufeinander folgenden Kalendertagen eingestellt haben (zwischen dem 1. März 2020 und dem 31. März 2021).
    • Sie haben das Statut „zusammenlebend, ohne mitversicherte Personen“.

    warning pictogram freie Befinden Sie sich in der 2. Situation, muss Ihre Arbeitsunfähigkeit nicht frühestens ab dem 1. März 2020 begonnen haben.

    Betrag

    Der Tagessatz der Zusatzzahlung entspricht der Differenz der „Überbrückungszahlung ohne Mitversicherte“ (in Arbeitstagen bemessen: 1.291,69 €/26 Arbeitstage = 49,68 €) und dem Pauschalbetrag des Invaliden- oder Krankengeldes. Der tägliche Betrag der Zusatzzahlung beträgt somit :

    • Bei primärer Arbeitsunfähigkeit (im ersten Jahr der Arbeitsunfähigkeit): 49,68 € – 38,10 € = 11,58 €;
    • Bei Invalidität (ab dem zweiten Jahr der Arbeitsunfähigkeit) ohne Schließung des Unternehmens: 49,68 € – 38,10 € = 11,58 €;
    • Bei Invalidität mit Betriebsschließung: 49,68 €- 42,60 € = 7,08 €.

     

    warning pictogram freie Die Zulage unterliegt der persönlichen Einkommensteuer und einer festen Besteuerung von 11,11%.

    Für welchen Zeitraum?

    Sie erhalten den Zusatz zum Krankengeld für die Dauer Ihrer Arbeitsunfähigkeit zwischen dem 1. März 2020 und dem 31. März 2021.

    Auszahlung des Zusatzes

    Wir zahlen Ihnen den Zusatz spätestens bis zum 1. Januar 2021 aus, für die Zeit der Arbeitsunfähigkeit, die vor diesem Datum liegt. In den Monaten Januar, Februar und März 2021 erhalten Sie den Zusatz gleichzeitig zum Krankengeld.

  • Ich bin selbstständig. Was muss ich in Coronazeiten bei meiner Krankmeldung beachten?

    Die erste Arbeitsunfähigkeitserklärung

    • Ausnahmsweise darf das Anfangsdatum der Arbeitsunfähigkeit vor dem Datum des Arztbesuchs liegen.
      Beispiel: Sie sind am 29. August 2020 erkrankt, konnten aber erst am 2. September Ihren Hausarzt aufsuchen/telefonisch erreichen, so darf der Arzt dennoch den 29. August als Anfangsdatum vermerken. Der Vertrauensarzt der Krankenkasse wird dieses Datum berücksichtigen. 
    • Wenn Sie den Hausarzt persönlich aufsuchen, sollte die herkömmliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung verwendet werden, die Sie in Ihrem Online Büro herunterladen können. Wenn die Konsultation telefonisch erfolgt, darf der Arzt die angepasste Krankmeldung verwenden. 
    • Die Abgabefrist bei der Krankenkasse liegt bei 7 Tagen. Während der Covid-19-Krise darf die Krankmeldung ebenfalls per Mail gesendet werden. 

    Verlängerungen und Rückfälle

    • Der Zeitraum der Arbeitsunfähigkeit darf vor dem Unterschriftsdatum des Arztes anerkannt werden.
    • Das Datum des Krankheitsbeginns darf vor dem Datum der Unterschrift liegen.
    • Dies gilt für Verlängerungen und Rückfälle ab dem 16. April 2020.
  • Wie bin ich auf Reisen abgesichert während der Coronakrise?

    Seit dem 25. September 2020 sind Urlaubsreisen in Länder der roten Zone nicht mehr verboten (es wird dennoch dringend davon abgeraten). Das bedeutet, dass die gesetzliche Krankenversicherung sowie unsere Zusatzdeckung „Dringende Pflege im Ausland“ ab diesem Datum aufkommen, falls Sie dringende medizinische Pflege benötigen (bzw. benötigt haben).

    Informieren Sie sich bei uns

    Detaillierte Auskunft über Ihre Abdeckung bei dringender medizinischer Pflege im Ausland erhalten Sie in unseren Kontaktstellen. Gut übersichtliche Informationen stellen wir auch auf unserer Webseite zur Verfügung.

    Beantragen Sie vor Ihrer Reise die notwendigen Dokumente, wie die EHIC-Karte oder – für bestimmte Länder außerhalb der EU – den besonderen Auslandschein. Sind Sie im Online Büro registriert, so können Sie diese auch auf diesem Wege beantragen.

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    Die Situation in den verschiedenen Ländern kann bezüglich der Risiken und Maßnahmen aufgrund der Pandemie sehr unterschiedlich sein und kann sich jederzeit ändern. Daher sollten Sie sich vor Reisebeginn ausführlich über die Hinweise Ihres Urlaubslandes informieren. Auf der Webseite des Föderalen Öffentlichen Diensts (FÖD) Auswärtige Angelegenheiten finden Sie die aktuellen Empfehlungen pro Land. Wenn Sie in nächster Zeit verreisen, ist es ratsam, Ihre Reise beim FÖD Auswärtige Angelegenheiten auf der Seite travellersonline zu registrieren. Im Falle einer Notsituation während Ihrer Reise stehen dann sowohl dem FÖD als auch den Botschaften und Konsulaten im Ausland sofort Ihre Kontaktdaten zur Verfügung. Auf diese Weise können diese sich schnell mit Ihnen in Verbindung setzen, um weitere Informationen über die Situation zu erfahren oder Ihnen gegebenenfalls Hilfe zu leisten.

  • Wegen des Coronavirus wurde ich im Ausland behandelt. Werden die Kosten erstattet?

    Eine Coronavirus-Behandlung, die in Ländern stattfindet, die durch unsere Leistung „Dringende Pflege im Ausland” abgedeckt werden, wird erstattet. Wenn Sie zur Behandlung in ein Krankenhaus eingeliefert wurden, werden diese Kosten vollständig erstattet, unter der Bedingung, dass Sie Mediphone Assist rechtzeitig (innerhalb von 48 Stunden) benachrichtigt haben. Das gilt auch für andere medizinische Behandlungen. Eine Rückführung ist ebenfalls abgedeckt.

     

    Ambulante Pflegeleistungen, also Leistungen, die nicht mit einem Krankenhausaufenthalt verbunden sind, können ebenfalls erstattet werden. In diesem Fall zahlen Sie die Kosten vor Ort und legen der Krankenkasse bei Ihrer Rückkehr die originalen Zahlungsbelege und alle weiteren erhaltenen Dokumente vor.

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    Die Zusatzdeckung im Ausland gilt jedoch nur für Länder, die in der Ampelliste des FÖD grün oder orange sind. Wird Ihr Urlaubsland erst während Ihres Aufenthalts als rotes Land eingestuft, ist eine Erstattung durch die Zusatzdeckung möglich. Für dringende Reisen kann eine Erstattungsausnahme beantragt werden.

  • Ärztliche Bescheinigungen: Was muss ich beachten?

    Aufgrund der Coronakrise wurden einige Änderungen bezüglich der ärztlichen Atteste vorgenommen. Diese Änderungen betreffen einerseits die Bescheinigungen an den Arbeitgeber und für Selbstständige, andererseits die Bescheinigungen, die der Patient an die Krankenkasse weiterleiten muss.

    Ärztliche Bescheinigungen für den Arbeitgeber und für Selbstständige

    Ärzte können nun 2 Bescheinigungen ausstellen, die der Patient an seinen Arbeitgeber weiterleitet:

    • Eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung: Diese wird ausgestellt bei Krankheit, Schwangerschaft oder privaten Unfällen und gilt für Arbeitnehmer im Privatsektor sowie Selbstständige. Für Patienten,  die im öffentlichen Sektor beschäftigt sind, bleiben die elektronischen Bescheinigungen weiterhin in Gebrauch (Auszug aus der Software oder vom Patienten mitgeteilt).
    • Eine „Quarantänebescheinigung“: Eine sogenannte “Quarantänebescheinigung” wird den Patienten ausgestellt, die arbeitsfähig sind, sich aber nicht zum Arbeitsplatz begeben können aufgrund des Kontakts mit einer infizierten Person, weil ein medizinischer Risikozustand vorliegt (z.B. Immunsuppression) oder der Patient infiziert ist, ohne Symptome aufzuweisen. Diese Bescheinigung wird für jeden Patienten angewandt, unabhängig vom Arbeitgeber und dem sozialen Statut.

    Auswirkungen der Quarantänebescheinigung auf die Entlohnung von Angestellten und Selbstständigen

    Arbeitnehmer, die unter Quarantäne stehen, können weiterhin ihren Lohn erhalten, soweit Telearbeit für sie möglich ist. Ist dies nicht möglich, können diese vorübergehend Arbeitslosengeld beantragen auf Grundlage der ärztlichen Quarantänebescheinigung, die sie dem Arbeitgeber vorlegen.

    Selbstständige, die unter Quarantäne stehen und ihre Tätigkeit für mindestens sieben aufeinanderfolgende Kalendertage einstellen, können über ihre Sozialversicherungskasse ein Überbrückungsanrecht beantragen.

    Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen für die Krankenkasse

    Während der Corona-Krise können die Ärzte ihre Konsultationen per Telefon oder Video durchführen. Es wurde eine vereinfachte Version der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung erstellt, um die Arbeit der Ärzte zu erleichtern. Der Arzt kann diese Bescheinigung ausstellen

    • für Patienten, die Symptome einer COVID-19-Infektion aufweisen,
    • oder Patienten mit einer chronischen Krankheit, die sich aufgrund der COVID-19-Richtlinien nicht zum Arzt begeben können (bspw. aufgrund einer Immunsuppression).

     

    Diese Bescheinigung gilt für Arbeitnehmer, Selbstständige und Arbeitslose.

    Für alle anderen Konsultationen, die nicht telefonisch durchgeführt werden, d.h. für Konsultationen mit physischem Kontakt, wird der Arzt weiterhin das gewöhnliche Modell der „vertraulichen“ Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung verwenden.

    Administrative Auswirkungen der Bescheinigungen für Arbeitgeber und die Krankenkasse

    • Abhängig von der Art der Konsultation (physischer oder telefonischer Kontakt) wird der Arzt die Bescheinigung (für den Arbeitgeber oder die Krankenkasse) dem Patienten entweder persönlich aushändigen oder per Post oder E-Mail zusenden.
    • Die Bescheinigungen müssen nicht vom Arzt unterzeichnet werden, wenn sie per E-Mail verschickt werden, müssen dann aber die Identifikation des Arztes (Name, Vorname, LIKIV-Nummer) enthalten.
    • Bescheinigungen, die für andere Arten von Empfängern (Schulen, Versicherungsgesellschaften usw.) bestimmt sind, bleiben unverändert.