Opioid-Schmerzmittel: Warum Vorsicht geboten ist


Starke Schmerzmittel wie Tramadol, Fentanyl oder Oxycodon können Menschen mit starken oder chronischen Schmerzen erheblich Linderung verschaffen. Ihre Anwendung erfordert jedoch eine sorgfältige Überwachung und eine enge Abstimmung mit dem behandelnden Arzt oder Spezialisten. Bei längerer Einnahme können Nebenwirkungen auftreten – und die langfristigen Folgen sind wissenschaftlich noch nicht ausreichend erforscht.


Was versteht man unter rationalem Gebrauch?

Ein rationaler, also verantwortungsbewusster, Gebrauch von Opioid-Schmerzmitteln bedeutet, dass die Medikamente:

  • nur dann eingesetzt werden, wenn es notwendig ist – und streng nach verschriebener Dosis,
  • nur über eine begrenzte Zeit eingenommen werden – und nur dann, wenn dies medizinisch gerechtfertigt ist,
  • in ihrer Wirkung regelmäßig vom Arzt überprüft werden, um sicherzustellen, dass die Behandlung weiterhin wirksam und angemessen ist,
  • ausschließlich nach ärztlicher Anweisung verwendet werden (z.B. bereits geöffnete Packungen werden nicht weiter benutzt).

Eine sorgfältige Begleitung ist entscheidend, denn eine längere Einnahme macht das Absetzen des Medikaments oft deutlich schwieriger.

Rückgang insgesamt, doch chronischer Gebrauch bleibt ein Problem

Zwischen 2018 und 2023 ist der Opioid-Einsatz in Belgien insgesamt zurückgegangen. Bei Erwachsenen ohne Krebs- oder Palliativversorgung sank die Zahl der Anwender um 15 %, wie eine Studie der Freien Krankenkassen zeigt.

 

Gleichzeitig bleibt der chronische Gebrauch weiterhin bedenklich: Jede zweite erwachsene Person, die 2023 regelmäßig Opioide einnahm, nutzte diese Medikamente bereits 5 Jahre zuvor. Das verdeutlicht, wie schnell sich eine dauerhafte Einnahme etablieren kann, was wiederum unterstreicht, wie wichtig es ist, rechtzeitig alternative Behandlungsmöglichkeiten in Betracht zu ziehen.

Erhöhte Risiken bei längerer Einnahme

Die Einnahme von Opioiden über einen längeren Zeitraum birgt mehrere Risiken – darunter:

  • Abhängigkeit,
  • Nebenwirkungen wie Verstopfung, Schwindel, Müdigkeit und verlangsamte Atmung,
  • nachlassende Wirksamkeit aufgrund von Gewöhnung,
  • negative Auswirkungen auf Alltag und Lebensqualität.

Ganzheitlicher Ansatz bei chronischen Schmerzen

Die Behandlung chronischer Schmerzen sollte auf einem multimodalen Ansatz beruhen. Medikamente sind nur ein Teil der Therapie und sollten mit weiteren Maßnahmen kombiniert werden, wie z.B.:

  • körperlicher Aktivität, Kinesitherapie oder Bewegungstherapie,
  • psychologischer Begleitung oder Unterstützung,
  • klaren Absprachen mit dem Arzt zu den Zielen, der Dauer und den Erwartungen der Behandlung.

Dieser Ansatz wirkt nicht nur direkt auf die Schmerzen, sondern auch auf die zugrunde liegenden Faktoren, die sie beeinflussen.

 

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Schmerzmittel bewusst einsetzen

Starke Schmerzmittel können eine sinnvolle Rolle bei der Behandlung chronischer Schmerzen spielen. Ein verantwortungsbewusster Gebrauch, kombiniert mit anderen Therapien und einem offenen Austausch mit dem Arzt helfen jedoch, die Risiken zu begrenzen. Das Ziel bleibt stets dasselbe: die Lebensqualität möglichst zu erhalten.