Arbeitsunfall

Arbeitsunfall

Ihr Arbeitgeber ist verpflichtet, Sie gegen Arbeitsunfallrisiken zu versichern. Im Fall eines anerkannten Arbeitsunfalles haben Sie Anrecht auf eine Entschädigung durch die Versicherung.

Nachstehende Regelung betrifft Arbeitnehmer des Privatsektors, die dem Gesetz vom 10. April 1971 unterliegen (d.h. Arbeiter, Angestellte, Lehrlinge, Aushilfskräfte, Studenten während der Ferienarbeit..., jedoch nicht Arbeitnehmer der öffentlichen Dienste, des Militärs, der Belgischen Eisenbahngesellschaft...).

Ein Arbeitsunfall kann nur unter bestimmten Voraussetzungen als solcher anerkannt und entschädigt werden:

  • Es handelt sich um einen plötzlichen Vorfall,
  • welcher sich während und durch die Ausübung Ihres Arbeitsvertrages ereignet hat und
  • durch den Sie körperliche oder mentale Verletzungen davongetragen haben, die medizinisch versorgt werden mussten.

Auch Unfälle auf dem Weg von oder zur Arbeit gelten als Arbeitsunfälle. Sie müssen allerdings beweisen können, dass sich der Vorfall auf dem "normalen" Arbeitsweg ereignet hat. Dies muss nicht unbedingt der kürzeste oder schnellste Weg sein. Umwege, die Sie bspw. fahren müssen, um Ihre Kinder zur Schule zu bringen, werden ebenfalls als"normaler" Arbeitsweg berücksichtigt.

  1. Informieren Sie Ihren Arbeitgeber sofort über den Vorfall, selbst wenn Sie dafür Ihre Arbeit nicht unterbrechen mussten. Nennen Sie ihm die Namen aller Zeugen.
  2. Ihr Arbeitgeber muss den Unfall innerhalb von acht Tagen nach dem Unfalltag seiner Unfallversicherung melden.
    Wenn der Arbeitgeber nichts unternimmt, können Sie den Unfall selber melden. Für Sie gilt die Frist von acht Tagen nicht. Nach drei Jahren ist der Unfall allerdings verjährt.
  3. Informieren Sie auch uns über den Unfall (Unfallerklärung im Online Büro herunterladen). Solange der Arbeitsunfall nicht von der Versicherung anerkannt ist, erhalten Sie unter Vorbehalt die Erstattung der Pflegeleistungen und – bei Arbeitsunfähigkeit ab 66 % – die Zahlung des Krankengeldes.

Der Betrag des Krankengeldes ist allerdings geringer als das Unfallgeld, auf das Sie von Seiten der Unfallversicherung Anspruch haben. Die Versicherung zahlt Ihnen nach Anerkennung den Differenzbetrag.

Medizinische Kosten

  • Pflegeleistungen,
  • Krankenhauskosten,
  • pharmazeutische Produkte usw.
  • Die Erstattung ist begrenzt auf den vorgesehenen Tarif der gesetzlichen Krankenversicherung an 100%. Zimmerzuschläge und Honorarzuschläge werden nicht erstattet.
  • Prothesen und orthopädisches Material werden hingegen vollständig erstattet.

Transportkosten

  • Kosten für Ambulanztransport;
  • Fahrtkosten, die Sie infolge der Pflege nach dem Unfall haben;
  • Fahrtkosten für Strecken, die Sie auf Anfrage des Fonds für Arbeitsunfälle, der Unfallversicherung oder des Arbeitsgerichts zurücklegen müssen.

Entschädigung bei vorübergehender vollständiger Arbeitsunfähigkeit

  • Erstattung des Lohnausfalls für den Unfalltag;
  • Tagessatz, abhängig von Ihrem Gehalt, ab dem Tag nach dem Unfalltag;
  • Entschädigung bei definitiver Arbeitsunfähigkeit, welche auf Basis des Gehalts und des Grads der bleibenden Arbeitsunfähigkeit berechnet wird.

Bei Todesfall

  • Kosten für die Überführung des Verstorbenen bis zum Bestattungsort;
  • Entschädigung für die Bestattungskosten;
  • Rente, um den Einkommensverlust zu decken.

Sämtliche Pflegebescheinigungen sind direkt bei der Unfallversicherung einzureichen. Dies natürlich nur, wenn der Arbeitsunfall bereits anerkannt wurde. Hat die Unfallversicherung noch keine Entscheidung getroffen, so können Sie die Pflegebescheinigungen bei uns einreichen. Wir zahlen Ihnen allerdings nur den im Kassentarif vorgesehenen Betrag; diesen fordern wir nach der Anerkennung bei der Unfallversicherung ein. Die Erstattung der Eigenanteile zu Ihren Lasten, die wir Ihnen nicht erstatten, müssen Sie bei der Unfallversicherung beantragen.

Die Föderalagentur für Berufsrisiken, kurz Fedris, ist eine staatliche Einrichtung, die unter anderem die unterschiedlichen Aufgaben des früheren Fonds für Arbeitsunfälle übernimmt. So zum Beispiel entschädigt die Agentur das Unfallopfer, falls der Arbeitgeber seiner Verpflichtung nicht nachgekommen ist, eine Versicherung gegen Arbeitsunfälle abzuschließen. Ggf. fordert die Agentur die vorgestreckten Beträge beim Arbeitgeber ein und erhebt eine finanzielle Strafe, welche sich nach der Dauer der "Nichtversicherung" sowie nach der Anzahl der nichtversicherten Arbeitnehmer richtet.

http://www.freie.be:443/de/Was tun bei/Unfall/Arbeitsunfall