Vaterschaftsurlaub

Geburtsurlaub

Seit 2011 wurde der Vaterschaftsurlaub erweitert und heißt fortan Geburtsurlaub. Ausschließlich aktive Arbeitnehmer haben darauf Anrecht.

Wer kann den Geburtsurlaub in Anspruch nehmen?

  • Der Vater oder
  • die Person, die zum Zeitpunkt der Geburt mit der Mutter verheiratet ist oder
  • die Person, die mit der Mutter und dem Baby zusammenwohnt und nicht bis zum dritten Grad mit der Mutter verwandt ist oder
  • die Person, die seit mindestens drei Jahren vor der Geburt, ununterbrochen mit der Mutter zusammenwohnt.

Ausgeschlossen sind:

  • Arbeitnehmer, die arbeitsunfähig sind;
  • Arbeitnehmer, die eine Kündigungsentschädigung erhalten und nicht durch einen neuen Arbeitsvertrag gebunden sind;
  • Selbstständige.

Für Beamte und Lehrkräfte besteht eine Sonderregelung. Informieren Sie sich bei Ihrem Arbeitgeber.

Dauer des Geburtsurlaubs

Der Partner der Mutter hat Anrecht auf eine Arbeitsunterbrechung von 10 Tagen. Diese sind optional, müssen ggf. jedoch innerhalb eines Zeitraumes von vier Monaten nach der Entbindung in Anspruch genommen werden.

Zahlung

Einen Teil des Lohnausfalls zahlt der Arbeitgeber, die restlichen Tage zahlt die Krankenkasse.

Zeitraum
gezahlt durch
Betrag
die drei ersten Tage
Arbeitgeber
vollständiger Lohn
die sieben folgenden Tage
Krankenkasse
82% des monatlichen Bruttolohns
mit Höchstgrenze 

Der Geburtsurlaub muss beim Arbeitgeber und bei der Krankenkasse beantragt werden. Der Anfrage ist ein Auszug aus der Geburtsurkunde des Kindes beizulegen.

Den Antrag auf Geburtsurlaub erhalten Sie im Online Büro oder in Ihrer Geschäftsstelle.

Verlängerter Geburtsurlaub

Mutter bleibt länger hospitalisiert als das Neugeborene

Es kommt vor, dass das Neugeborene vor der Mutter aus der Klinik entlassen wird.

Wenn der Vater des Kindes (oder die Person mit Anrecht auf den Geburtsurlaub) in dieser Zeit seine berufliche Tätigkeit vollständig unterbricht, hat er Anrecht auf 60 % seines Gehalts (mit Höchstgrenze).

Ausschließlich Arbeitnehmer und Arbeitslose können den verlängerten Geburtsurlaub in Anspruch nehmen.

Dauer des verlängerten Geburtsurlaubs

Die Krankenkasse zahlt dem Vater dieses Krankengeld ab dem achten Tag der Hospitalisierung bis zur Entlassung der Mutter (jedoch höchstens bis zum Ende der postnatalen Mutterschaftsruhe der Mutter).

Zur Zahlung des Krankengeldes benötigen wir eine schriftliche Anfrage des Vaters sowie eine Bescheinigung des Krankenhauses, dass die Mutter weiterhin stationär behandelt wird und das Kind entlassen wurde.

Nach Ende des verlängerten Geburtsurlaubs benötigen wir innerhalb von 8 Tagen einen Beleg über die Wiederaufnahme der Arbeit oder der Arbeitslosigkeit, sowie die Bescheinigung über die Entlassung der Mutter aus dem Krankenhaus.

Die Mutter erhält während ihres Aufenthaltes im Krankenhaus ebenfalls ihr Mutterschaftsgeld.

Gut zu wissen

Die gezahlten Beträge sind Bruttobeträge ohne Steuervorabzug. Halten Sie also einen Betrag für eine Steuernachzahlung im folgenden Jahr bereit.

Verlängerter Geburtsurlaub, wenn die Mutter verstorben ist

Wenn die Mutter während des Krankenhausaufenthaltes stirbt, hat der Vater (oder Partner) Anrecht auf die restlichen Mutterschaftsruhetage der Mutter.

Dies gilt für Arbeitnehmer und Selbstständige.

Während dieser Zeit erhält der Vater oder Partner den gleichen Prozentsatz seines Lohnes, auf den die Mutter Anrecht hatte (82 %, 79,5 % oder 75 %), ohne Höchstgrenze.


http://www.freie.be:443/de/Was tun bei/Schwangerschaft/Rechte bei Schwangerschaft/Vaterschaftsurlaub