Mutterschaftsruhe

Geburtsruhe

Anlässlich der Geburt eines Kindes haben berufstätige Mütter Anrecht auf Mutterschaftsruhe. In dieser Zeit zahlt die Krankenkasse Mutterschaftsgeld. Je nach Versicherungsstatut sind die Dauer der Mutterschaftsruhe und die Höhe der Zahlungen unterschiedlich.

Arbeitnehmerinnen und Arbeitslose haben Anrecht auf insgesamt 15 Wochen Mutterschaftsruhe. Bei einer Mehrlingsgeburt stehen Ihnen 19 Wochen zu. Zu Beginn Ihrer Mutterschaftsruhe müssen Sie Ihrem Arbeitgeber eine ärztliche Bescheinigung zustellen, auf der die Dauer der Arbeitsunterbrechung vermerkt ist.

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Verpflichtende und fakultative Mutterschaftsruhe

Die obligatorische Mutterschaftsruhe bei Arbeitnehmerinnen beträgt insgesamt 10 Wochen:

  • 1 Woche vor dem errechneten Geburtstermin und
  • 9 Wochen ab dem Tag der Geburt 

(Bei Mehrlingsgeburt sind es 1 Woche vor und 11 Wochen nach der Geburt).

Die fakultative Mutterschaftsruhe beträgt 5 Wochen und kann wahlweise vor oder nach der Geburt genommen werden. Sie kann auch teilweise vor und nach der Geburt genommen werden.

(Bei Mehrlingsgeburt sind es 7 fakultative Wochen). 

fakultative Wochen (max.)  Pflichtwoche Tag der Geburt  Pflichtwochen fakultative Wochen (max.)
 6 5 4 3 2 1  1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14

Vor der Geburt: Pränatale Mutterschaftsruhe

Die Mutterschaftsruhe darf somit frühestens in der 6. Woche vor dem errechneten Geburtstermin beginnen (8. Woche bei einer Mehrlingsgeburt). Und spätestens 7 Tage vor dem Geburtstermin. Entbinden Sie innerhalb dieser Woche früher als erwartet, also während der verpflichtenden Mutterschaftsruhe, können die restlichen Tage dieser Woche nicht zur postnatalen Mutterschaftsruhe übertragen werden.

Wenn Sie allerdings die 5 fakultativen Wochen vor der Geburt in Anspruch nehmen, Sie aber erst nach dem errechneten Termin entbinden, werden diese zusätzlichen Tage Ihnen nicht von den verpflichtenden Wochen abgezogen.

Nach der Geburt: Postnatale Mutterschaftsruhe

Die postnatale Mutterschaftsruhe beginnt mit dem Tag der Geburt und dauert mindestens 9 Wochen (11 Wochen bei Mehrlingsgeburt).

Sie kann um die Dauer der fakultativen Wochen verlängert werden, falls Sie diese nicht schon vollständig vor der Geburt in Anspruch genommen haben.

Gleichgestellte Arbeitstage

Lediglich die Tage, an denen Sie während der Zeit der fakultativen Mutterschaftsruhe vor der Geburt auch wirklich gearbeitet haben, können nach der Geburt zur Mutterschaftsruhe hinzugezählt werden. Verschiedene Perioden werden aber Arbeitstagen gleichgestellt:

  • Jahresurlaub;
  • eine Arbeitsunfähigkeitsperiode;
  • die vollständige Entfernung vom Arbeitsplatz;
  • freie Tage für gesetzlich vorgesehenen Sonderurlaub, wie Heirat, Beerdigung, usw.;
  • Tage, an denen Sie aus zwingenden Gründen von der Arbeit fernbleiben müssen (z.B. Feuer oder Überschwemmung im Haus);
  • Tage, an denen Sie vorübergehend arbeitslos sind, so bspw. wegen Schlechtwetters, wegen eines technischen Unfalls im Betrieb oder wegen Arbeitsmangel, bedingt durch die wirtschaftliche Situation;
  • Tage, an denen Sie als Beraterin oder Sozialrichterin im Gericht anwesend sein müssen und deshalb verhindert sind zu arbeiten.

Arbeitsunfähigkeit vor der Geburt

Während der 6 (oder 8) Wochen vor der Geburt ist der Arbeitgeber dazu verpflichtet, im Falle einer Arbeitsunfähigkeit den gesetzlichen vorgesehenen garantierten Lohn zu zahlen. Falls Sie aus gesundheitlichen Gründen noch früher Ihre Arbeit einstellen müssen, zahlt die Krankenkasse nach Ihrem Anrecht auf garantierten Lohn ein Krankengeld.

Gestaffelte Mutterschaftsruhe

Falls Ihnen nach der Entbindung mindestens 11 Wochen zur Verfügung stehen, können Sie die letzten beiden Wochen staffeln, d.h. Sie können Ihre Arbeit stufenweise wieder aufnehmen. Die verbleibenden Tage dürfen auf einen Zeitraum von höchstens 8 Wochen, ab dem Datum der Wiederaufnahme der Arbeit, verteilt werden.

Selbstständige können insgesamt 12 Wochen bezahlte Mutterschaftsruhe, bzw. 13 Wochen bei einer Mehrlingsgeburt, in Anspruch nehmen.

Von dieser Periode muss eine Woche vor dem errechneten Termin und 2 Wochen nach der Geburt genommen werden. Die verbleibenden 9 Wochen (bzw. 10 Wochen bei Mehrlingsgeburt) können Sie wahlweise ganz nach der Geburt oder teilweise vor und nach der Geburt nehmen.

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Vor der Geburt: Pränatale Mutterschaftsruhe

Mindestens eine und maximal drei Wochen vor dem errechneten Geburtstermin können Sie Ihre Mutterschaftsruhe beginnen.

Nach der Geburt: Postnatale Mutterschaftsruhe

Nach der Geburt müssen Sie mindestens zwei Wochen Ihrer Mutterschaftsruhe nehmen. Wahlweise können Sie Ihre Mutterschaftsruhe um 9 weitere Wochen verlängern, je nachdem wie viele fakultative Wochen übrig bleiben. 

Zeitleiste: Wochen vor und nach der Geburt

fakultativ (max.)  Pflicht Tag der Geburt Pflicht fakultativ (max.)
2 1 2 3 4 5 6 7 8 9

Gestaffelte Mutterschaftsruhe 

Die nach der Geburt verbleibenden fakultativen Wochen müssen Sie nicht ununterbrochen in Anspruch nehmen. Sie haben die Möglichkeit diese Wochen innerhalb von 36 Wochen nach dem Ende der obligatorischen Mutterschaftsruhe in vollständigen Wochen von je sieben Tagen zu stückeln. 

Beispiel

fakultativ (max.)  Pflicht Tag der Geburt Pflicht fakultativ (Zeitraum 36 Wochen)
2 1 2   3                   5           6  
      7                  

Teilweise Wiederaufnahme der Arbeit

Sie haben die Möglichkeit, während der fakultativen Wochen Ihre Tätigkeit als Selbstständige zu 50% wiederaufzunehmen. In diesem Fall besteht die fakultative Periode aus maximal 18 Wochen Mutterschaftsruhe in Halbzeit bzw. 20 Wochen Mutterschaftsruhe in Halbzeit bei Mehrlingsgeburt. 


http://www.freie.be:443/de/Was tun bei/Schwangerschaft/Rechte bei Schwangerschaft/Mutterschaftsruhe