Der Gang ins Altenheim

Pflege

Die meisten Menschen möchten so lange wie möglich in ihren eigenen vier Wänden leben. Mit zunehmendem Alter tritt nicht zwangsläufig eine Verschlechterung der Gesundheit ein, doch machen sich viele Menschen frühzeitig Gedanken darüber, wie lange es ihnen wohl möglich sein wird, weiterhin eigenständig und sicher in ihrer Wohnung zu leben.

Unterschied zwischen Seniorenresidenz, Alten- und Pflegeheim

In Ostbelgien gibt es zwei "Seniorenresidenzen". Diese richten sich an ältere Menschen, die zuhause nicht mehr sicher leben können, mit einer angepassten Begleitung aber weiterhin ein individuell gestaltetes und selbstständiges Leben führen können. Die Senioren bewohnen dort Appartements oder Einzelzimmer und bestimmen selbst, ob sie die angebotenen Dienste (Pflege, Essen, Tagesaktivitäten usw.) in Anspruch nehmen.

In ein Altenheim darf jede Person einziehen, die älter ist als 60 Jahre. Pflegeheime richten sich hingegen ausschließlich an pflegebedürftige Menschen. Die meisten Altenheime verfügen auch über eine bestimmte Anzahl an Pflegeplätzen, die allein pflegebedürftigen Personen vorbehalten sind. In dieser Kombination wird eine solche Einrichtung dann als "Alten- und Pflegeheim" bezeichnet.

Wahl des Alten- oder Pflegeheimes

Die Wahl des geeigneten Hauses hängt von zahlreichen Faktoren ab (Dringlichkeit, das Zuhause oder das Krankenhaus zu verlassen, finanzielle Möglichkeiten, Grad der Abhängigkeit). Die Verfügbarkeit der Zimmer und eventuelle Wartelisten der einzelnen Heime können die Auswahl stark eingrenzen.

Damit die Entscheidung nicht überhastet getroffen werden muss (bspw. während oder nach einem Krankenhausaufenthalt), sollte man sich rechtzeitig mit dem Gedanken vertraut machen, möglicherweise in ein Altenheim oder Pflegeheim zu ziehen.
Es steht Ihnen frei, mehrere Heime zu kontaktieren und um ausführliche Informationen über die Aufnahmefrist zu bitten (Wie lange dauert die Wartezeit im Allgemeinen? Von welchen Kriterien, wie bspw. Antragsdatum, Alter oder Grad der Abhängigkeit, ist sie abhängig?). Erkundigen Sie sich auch, welche Nebenkosten (monatliche Unkosten und eventuelle Zuschläge) Sie zu tragen haben. Die meisten Alten- und Pflegeheime und auch die Seniorenresidenzen schlagen eine Besichtigung der Räumlichkeiten vor. Gespräche vor Ort vermitteln zudem einen fundierten Eindruck. Eventuell ist es sogar möglich, an der einen oder anderen Tagesaktivität teilzunehmen. Wichtig ist, dass Sie sich in Ihrem künftigen Zuhause wohl fühlen.

Normalerweise ist Ihnen die Wahl des Alten- und Pflegeheimes freigestellt. Falls das Heim jedoch durch eine Interkommunale oder ein ÖSHZ (Öffentliches Sozialhilfezentrum) verwaltet wird, so haben die Bewohner der Stadt oder der Gemeinden, die zur Trägerschaft gehören, Vorrang.

Kosten des Aufenthaltes

Die Unterkunftskosten teilen sich in zwei Bereiche auf:

  • "Aufenthaltskosten", d.h. Mahlzeiten, Zimmer, Telefon- und Fernsehanschluss, indirekte Kosten wie Heizung, Strom und Wasser usw.,
  • "Pflegekosten", d.h. Krankenpflege, Pflegematerial usw.

Für pflegebedürftige Bewohner kann das Pflegeheim der Krankenkasse einen Pauschalbetrag in Rechnung stellen, je nach dem Grad der Pflegebedürftigkeit des Betroffenen. Diese Kosten gehen zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung.
Kosten, die nicht hierdurch gedeckt sind sowie die vollständigen Aufenthaltskosten sind zu Lasten des Bewohners. Diesbezüglich wird monatlich eine detaillierte Rechnung ausgestellt. Im "Mietvertrag", der vor dem Einzug unterzeichnet wird, muss die Heimleitung genau über alle Unkosten und möglichen Zuschläge informieren.

Beteiligung des ÖSHZ an den Aufenthaltskosten

Im Normalfall trägt der Bewohner seine Aufenthaltskosten im Alten- oder Pflegeheim selbst. Manchmal reichen Rente und Erspartes jedoch nicht aus, um das Wohnen im Heim zu finanzieren. In diesen Fällen beteiligt sich das ÖSHZ der Wohngemeinde an den anfallenden Kosten. Dabei stellt das Sozialhilfezentrum sicher, dass dem Heimbewohner monatlich ein "Taschengeld" zur Verfügung steht.

Unterhaltspflicht der Angehörigen

Das ÖSHZ kann eine Kostenbeteiligung des Partners, der Kinder oder – in bestimmten Fällen – auch der Enkelkinder fordern. Nachdem das Einkommen und die finanzielle Lage der in Frage kommenden Familienmitglieder geprüft wurden, entscheidet das ÖSHZ, ob und in welchem Maße die einzelnen Personen Alimente für den Heimbewohner zahlen müssen.
Bei der konkreten Anwendung einzelner Aspekte der gesetzlichen Unterhaltspflicht kann es je nach ÖSHZ zu geringfügigen Abweichungen kommen.
Die Unterhaltspflicht ist nicht anwendbar zwischen Onkeln/Tanten und deren Neffen/Nichten. Im Falle einer Scheidung darf die Alimentepflicht auch nicht mehr auf die Schwiegerkinder angewendet werden.

Adressen der Alten- und Pflegeheime in Ostbelgien >>

 

http://www.freie.be:443/de/Was tun bei/Hilfe Senioren/Der Gang ins Altenheim