Beihilfe für Betagte

Pflege

Unter bestimmten Bedingungen haben ältere Menschen, deren Selbständigkeit beeinträchtigt ist, Anrecht auf eine "Beihilfe zur Unterstützung von Betagten", kurz BUB genannt.

Bedingungen

  • Sie sind EU-Staatsangehöriger oder Flüchtling und leben in Belgien;
  • Sie sind älter als 65 Jahre;
  • Ihr Haushaltseinkommen darf einen festgelegten Grenzbetrag nicht überschreiten (17.762,27 € wenn Sie mit einer Person zusammen leben; 14.214,53 € wenn sie alleine wohnen) - Letzte Indexanpassung 1. März 2020;
  • Ihre Selbstständigkeit ist aufgrund Ihres körperlichen oder geistigen Zustandes eingeschränkt.

Höhe der Beihilfe

Die Höhe der Beihilfe kann sehr unterschiedlich sein. Sie wird proportional zum Grad der Behinderung, zum Einkommen und zur Haushaltszusammensetzung berechnet.

Antrag 

Den Antrag auf eine Beihilfe zur Unterstützung von Betagten müssen Sie bei uns einreichen. Ist es Ihnen nicht möglich, diesen selbst einzureichen, so können Sie eine Vertrauensperson damit beauftragen.

Wir leiten den Antrag an den Föderalen Öffentlichen Dienst Soziale Sicherheit weiter. Nach Erhalt des Antrags kann dieser eventuell weitere Angaben einfordern. Anschließend werden Sie unter Umständen zu einer ärztlichen Untersuchung vorgeladen. Diese findet in der Nähe Ihres Wohnortes (Eupen, Malmedy oder Sankt Vith) statt. Auf Wunsch kann auch ein Hausbesuch beantragt werden, was die Prozedur jedoch verlängert.

Medizinische Untersuchung

Die Untersuchung wird vom Arztinspektor des Föderalen Öffentlichen Dienstes durchgeführt. Dieser schätzt die Auswirkungen der körperlichen und psychischen Behinderungen auf das Alltagsleben ab. Entsprechend seiner Bewertung werden Sie in eine von fünf medizinischen Kategorien eingestuft.

Bei der medizinischen Untersuchung legt der Arzt zudem das Anrecht auf folgende soziale Vorteile oder Steuervergünstigungen fest:

  • sozialer Telefontarif;
  • Befreiung der Kraftfahrzeugsteuer, der Verkehrssteuer und der Zulassungssteuer;
  • Reduzierung der MwSt. auf 6% beim Ankauf eines Wagens;
  • Sonderparkkarte für Behindertenparkplätze;
  • Sozialer Strom- und Gastarif bei der entsprechenden Gesellschaft;
  • Freikarte für eine Begleitperson bei der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel;
  • Beihilfe für chronisch Kranke seitens der Krankenkasse.

Verweigerungs- oder Verschlechterungsantrag  

Wird Ihr Antrag verweigert, so können Sie innerhalb von drei Monaten Einspruch beim zuständigen Arbeitsgericht einreichen.

Außerdem können Sie einen erneuten Antrag stellen, wenn die Einschränkungen aufgrund Ihrer körperlichen und psychischen Behinderungen größer werden.

http://www.freie.be:443/de/Was tun bei/Hilfe Senioren/Beihilfe fuer Betagte