Rehabilitationsmaßnahmen im deutschen Grenzraum

OP

Anträge für stationäre Aufenthalte sowie für ambulante Behandlungen in bestimmten Rehabilitationszentren oder bestimmten psychiatrischen und psychosomatischen Kliniken in Deutschland können vom Vertrauensarzt der Krankenkasse genehmigt werden.

Für Patienten mit Wohnsitz in einer der 9 deutschsprachigen Gemeinden oder den Gemeinden Baelen, Bleyberg, Malmedy, Weismes und Welkenraedt wird derzeit eine besondere Regelung angewandt. In bestimmten Kliniken im grenznahen deutschen Raum ist eine Erstattung möglich für:

  • akute Rehabilitationen (Herzerkrankung, Orthopädie, Neurologie, Diabetologie usw.);
  • psychiatrische und psychosomatische Behandlungen

Je nach Art der Behandlung ist entweder die gesetzliche Krankenversicherung zuständig, oder aber die jeweilige Gemeinschaftsregion. Folgende Regelung gilt für Anträge, deren Behandlungsbeginn zwischen dem 1. Mai 2019 und dem 31. Dezember 2019 liegt.

Pflege in einer Rehaklinik im deutschen Grenzraum

Kurzzeitpflege – Genehmigung durch den Vertrauensarzt

In bestimmten deutschen Einrichtungen sieht die belgische Krankenversicherung eine Erstattung für bestimmte Reha-Maßnahmen vor (im Bereich der Neurologie, Orthopädie, Kardiologie oder Diabetologie). Folgende Kriterien müssen für die Kostenübernahme gewährleistet sein:

  • Die beantragte Behandlung muss einer Reha-Maßnahme entsprechen, die auch in Belgien durch die gesetzliche Krankenversicherung getragen wird;
  • Es kann sich um eine ambulante oder um eine stationäre Behandlung handeln;
  • Die Dauer des Aufenthalts beträgt höchstens drei Monate (nur in bestimmten Fällen verlängerbar);
  • Der Antrag muss vor Behandlungsbeginn schriftlich beim Vertrauensarzt der Krankenkasse eingereicht werden und durch folgende Dokumente belegt sein:
    • den medizinischen Bericht des Facharztes (Belgien oder Deutschland),
    • den Vordruck „Anlage I“
    • den ausführlichen Behandlungsplan.

Nachdem der Vertrauensarzt eine Vorentscheidung getroffen hat, wird der Antrag dem Kollegium der Ärztedirektoren des LIKIV übermittelt und ggf. bestätigt. Falls der Vertrauensarzt die Genehmigung nicht erteilen kann, so wird das Kollegium aus Ärztedirektoren den Antrag dennoch prüfen. Wird die Behandlung genehmigt, so stellt die Krankenkasse einen S2-Schein zur Kostenübernahme durch eine deutsche Krankenkasse aus.

Liste der anerkannten deutschen Kliniken für eine Kurzzeitpflege

Langzeitpflege – Genehmigung durch das Ärztekollegium

Langzeitrehabilitationen werden fortan durch das Ministerium der DG oder in der Wallonischen Region durch AViQ geprüft.

Für folgende Bereiche können Sie einen Antrag stellen:

  • Rehabilitation für Personen mit einer Sucht/Abhängigkeit
  • Rehabilitation für Menschen mit Hörschädigung
  • Rehabilitation für Menschen mit einer Sehschädigung
  • psychosoziale Rehabilitation für Erwachsene
  • funktionelle Rehabilitation der Eltern-Kind-Beziehung
  • diagnostische Referenzzentren für Autismus
  • Rehabilitationszentren für Kinder mit psychiatrischer Erkrankung
  • Rehabilitationszentren für Kinder mit einer neurologischen und respiratorischen Erkrankung
  • Ambulante multidisziplinäre Rehabilitationszentren für Kinder und Erwachsene
  • motorische und neurologische Rehabilitationszentren
  • Erholungszentren

Pflege in einer psychiatrischen oder psychosomatischen Klinik in Deutschland

Um die Genehmigung für eine psychiatrische oder psychosomatische Behandlung in einer der anerkannten Einrichtungen im deutschen Grenzgebiet zu erhalten, muss der Antrag durch die Krankenkasse an das Kollegium der Ärztedirektoren eingereicht werden. Dieses Kollegium entscheidet, ob der Antrag in den Zuständigkeitsbereich der Krankenkasse oder aber in die der zuständigen Gemeinschaftsregion fällt. Folgende Dokumente gehören zu diesem Antrag:

  • der schriftliche Antrag des Mitglieds,
  • der medizinische Bericht des Facharztes (Belgien oder Deutschland),
  • der Vordruck „Anlage I“,
  • der ausführliche ärztliche Behandlungsplan. Dieser sollte möglichst viele und detaillierte Informationen bezüglich der Behandlung enthalten, um dem Kollegium die Entscheidung zu ermöglichen.

Je nach Entscheidung des Kollegiums erhält der Patient die begründete Verweigerung oder aber eine Genehmigung für einen S2-Schein, der durch die zuständige Institution (entweder Krankenkasse oder das Ministerium der Deutschsprachigen Gemeinschaft oder das AViQ, bei Wohnsitz des Patienten in der Wallonischen Region, ausgestellt wird.

Zusätzliche Erstattung durch Hospitalia und Hospitalia Plus

Bei stationären Aufenthalten im Ausland sieht unsere Krankenhausversicherung Hospitalia eine Erstattung vor. Diese kann ergänzend zu den oben angeführten Erstattungen in Anspruch genommen werden

Hospitalia: Maximal 200,00 €/Tag für die reellen Kosten, begrenzt auf die Dauer der Erstattung, die auch für Krankenhausaufenthalte in Belgien angewandt wird.

Hospitalia Plus: Maximal 360,00 €/Tag für die reellen Kosten, begrenzt auf die Dauer der Erstattung, die auch für Krankenhausaufenthalte in Belgien angewandt wird. 

Ausführliche Informationen zur Krankenhausversicherung Hospitalia >>

http://www.freie.be:443/de/Was tun bei/Geplante Pflege im Ausland/Rehabilitationsmassnahmen