Pflege für die Bewohner der ostbelgischen Grenzregion

Ärzteteam

Die „Ostbelgienregelung“ (kurz "OBR") ermöglicht den Einwohnern Ostbelgiens, sich im Raum Aachen, Bitburg-Prüm und Daun fachärztlich behandeln zu lassen.

Die Erstattung der Ostbelgienregelung gilt ausschließlich für Einwohner* der Gemeinden:

  • Amel
  • Büllingen
  • Burg-Reuland
  • Bütgenbach
  • Eupen
  • Kelmis
  • Lontzen
  • Raeren
  • Sankt Vith
  • Weismes
  • Malmedy
  • Baelen
  • Bleyberg
  • Welkenraedt
für Behandlungen im Raum Aachen, Bitburg-Prüm und Daun.

*nur Einwohner, die der gesetzlichen belgischen Krankenversicherung unterliegen. Für Grenzgänger gelten die Bestimmungen ihres Beschäftigungslandes.

Nur Leistungen, die auch im Bereich der belgischen gesetzlichen Krankenversicherung vorgesehen sind.

Kostenerstattung im Nachhinein

Ambulante Pflege

Begibt sich der Patient auf eigene Initiative zu einem deutschen Facharzt, so muss er die Honorarkosten vorstrecken. Anschließend kann er eine Erstattung bei seiner belgischen Krankenkasse beantragen. Rechnungen bis zu 200 € werden zu 75 % erstattet. Die übrigen 25 % bleiben zu Lasten des Patienten.

Bei Rechnungen über 200 € nimmt die belgische Krankenkasse die Erstattung nach den europäischen Richtlinien vor, d.h. es wird für jede einzelne Leistung die Erstattung errechnet, die im Falle einer Behandlung in Belgien angewandt würde.

Medikamente

Arzneimittel und andere Hilfsmittel wie bspw. orthopädisches Material, welche in Deutschland gekauft werden, muss der Patient selbst bezahlen. Anschließend kann er eine Rückzahlung bei seiner belgischen Krankenkasse beantragen. Die Erstattung wird entsprechend der belgischen Erstattungsregeln errechnet. Das gekaufte Medikament muss in Belgien in gleicher Form zugelassen sein, um erstattet zu werden.

Kostenübernahme mittels S2-Schein

Für bestimmte Behandlungen im deutschen Grenzraum kann der Patient einen S2-Schein von der belgischen Krankenkasse erhalten. Die Kostenübernahme erfolgt in diesem Fall durch eine deutsche Krankenkasse nach der dort geltenden Gebührenordnung.

Ambulante Pflege

Für folgende ambulante Behandlungen kann der Patient im Vorfeld einen S2-Schein bei uns beantragen:

  • fachärztliche psychiatrische oder kinderpsychiatrische Behandlung;
  • Behandlung beim Facharzt (alle Fachrichtungen, außer Kinderfachärzte), wenn diese von einem belgischen Facharzt verschrieben wurde;
  • Behandlung bei einem Kinderfacharzt (bis 14 Jahre), wenn diese von einem ostbelgischen Kinderfacharzt (aus einer der oben genannten Gemeinden) verschrieben wird;
  • bildgebende Verfahren (Kernspintomograph, MRT, NMR, CT-Scan, PET-Scan) die vom deutschen Arzt, den Sie aufgesucht haben, verordnet wurden.

Krankenhausaufenthalt

Für folgende Fälle ist es möglich, einen S2-Schein für die Dauer eines Krankenhausaufenthalts (klassische Aufenthalte und Tagesaufenthalte) zu erhalten:

  • als Fortsetzung einer ambulanten Pflege bei einem deutschen Facharzt, für die seitens der belgischen Krankenkasse bereits ein S2-Schein ausgestellt wurde (siehe oben);
  • bei Überweisung eines Facharztes aus dem belgischen Einzugsgebiet, die bei der belgischen Krankenkasse hinterlegt werden muss;
  • bei schriftlichem Antrag eines deutschen Facharztes an die belgische Krankenkasse, d.h. als Fortsetzung einer ambulanten Pflege bei einem deutschen Facharzt, für die der Patient bereits eine Rückerstattung seitens der belgischen Krankenkasse erhalten hat,  entsprechend der oben beschriebenen Regelung.

Aufenthalte in Rehakliniken oder psychiatrischen Kliniken

Für Patienten mit Wohnsitz in einer der 9 deutschsprachigen Gemeinden oder den Gemeinden Baelen, Bleyberg, Malmedy, Weismes und Welkenraedt wird derzeit eine besondere Regelung angewandt. Anträge für stationäre Aufenthalte sowie für ambulante Behandlungen in bestimmten Rehabilitationszentren oder bestimmten psychiatrischen und psychosomatischen Kliniken in Deutschland können vom Vertrauensarzt der Krankenkasse genehmigt werden. Zu den Details >>

Ausgeschlossen von dem neuen Erstattungssystem der Ostbelgienregelung ist Folgendes:

  • Leistungen, die im Bereich der belgischen gesetzlichen Krankenversicherung nicht vorgesehen sind, z.B. Akupunktur, Osteopathie, Psychologie;
  • Medikamente, die nicht in Belgien rückerstattet werden;
  • Pflegeleistungen, die nicht von einem Facharzt erbracht werden;
  • Ästhetische Chirurgie;
  • Notärztliche Leistungen, da diese durch die EU-Karte abgedeckt sind;
  • Pflegeleistungen außerhalb des geografischen Gebietes, z.B. eine Behandlung in Köln. Es greifen die üblichen europäischen Regeln.
http://www.freie.be:443/de/Was tun bei/Geplante Pflege im Ausland/Pflege in ostbelgischer Grenzregion