"Listensystem" oder "offenes System"

Kine

Der Fonds für Berufskrankheiten führt eine gesetzlich festgelegte Liste mit allen anerkannten Berufskrankheiten.

Es wird davon ausgegangen, dass die Erkrankungen, die in dieser Liste genannt werden, immer durch die Ausübung des Berufes hervorgerufen werden. Bevor Sie eine Entschädigung erhalten, müssen Sie jedoch nachweisen, dass Sie

  • am Arbeitsplatz dem Risiko einer Krankheit ausgesetzt waren, die zu den anerkannten Berufskrankheiten gehört;
  • an einer solchen Krankheit leiden.

Der Fonds für Berufskrankheiten wird seinerseits eine Untersuchung in Ihrem Unternehmen durchführen. Eine Vermutung, dass Sie einem der anerkannten Berufsrisiken ausgesetzt sind, reicht bereits aus, um durch den Fonds für Berufskrankheiten entschädigt zu werden.

Für Krankheiten, die nicht auf dieser Liste stehen, gibt es ein sogenanntes "offenes System". Hierbei müssen Sie nachweisen, dass die Erkrankung "direkt und mit Bestimmtheit" mit der ausgeübten Berufstätigkeit zusammenhängt; nur in diesem Fall können Sie eine Entschädigung erhalten. Im Gegensatz zu den auf der Liste aufgezählten Krankheiten liegt die Beweislast ganz auf Ihrer Seite. Der Fonds für Berufskrankheiten wird keine Untersuchung im Unternehmen durchführen, Ihre Beweisanführung wird allerdings genauestens kontrolliert. Eine Vermutung reicht bei dem offenen System nicht aus, um durch den Fonds für Berufskrankheiten entschädigt zu werden.

http://www.freie.be:443/de/Was tun bei/Berufskrankheit/Listensystem oder offenes System