Kopfschmerzen

Kopfschmerzen

Mehr als die Hälfte der Bevölkerung leidet unter Kopfschmerzen. Somit ist es eine der häufigsten Beschwerden. Kopfschmerz ist vielfältig und hat die verschiedensten Ursachen; genau deshalb ist es oft schwierig, die richtige Diagnose zu stellen.

Kopfschmerzen können durch eine bestimmte Ursache hervorgerufen werden. So zum Beispiel durch:
  • eine Gehirnerschütterung,
  • Meningitis,
  • Schwellung / Tumor im Gehirn,
  • Medikamenteneinnahme,
  • Grippe,
  • usw.

Kopfschmerzen ohne bestimmte Ursache lassen sich in drei Kategorien unterteilen

  • Spannungskopfschmerz
  • Cluster-Kopfschmerz
  • Migräne

Spannungskopfschmerz

Spannungskopfschmerz ist die häufigste Form. Vor allem  Frauen mittleren Alters sind davon betroffen. Eigentlich handelt es sich um einen Sammelbegriff für verschiedene Arten von Kopfschmerz. Je nach Dauer der Beschwerden redet man entweder von einer episodischen (weniger als 15 Tage pro Monat) oder einer chronischen Form (mehr als 15 Tage pro Monat).

Im Normalfall tritt der Schmerz in den beiden Gehirnhälften auf. Der Spannungskopfschmerz ist meistens drückend und dumpf. Die Schmerzen sind weniger stark als bei der Migräne. Gewöhnlich geht dieser Kopfschmerz nicht mit anderen Beschwerden einher und der Alltag kann noch wie gewohnt gemeistert werden.

Auch die genauen Ursachen von Spannungskopfschmerzen sind nicht bekannt. Stress, Angst, Depressionen oder Überarbeitung spielen dabei aber wahrscheinlich keine Rolle. Eine regelmäßige hohe Dosis an Schmerzmitteln kann jedoch dazu beitragen, dass die Schmerzen chronisch werden.

Schränken Sie also den Schmerzmittelkonsum so weit wie möglich ein! 

Bei unregelmäßig auftretenden Kopfschmerzen kann ein wenig Ruhe und Entspannung die Beschwerden meist schon lindern.

Cluster-Kopfschmez

Cluster-Kopfschmerz ist eher selten und tritt in wiederkehrenden Attacken (Clustern) auf. Er trifft Männer zwei bis drei Mal häufiger als Frauen.

Es handelt sich um einen stechenden und durchdringenden Schmerz hinter den Augen. Die Schmerzen werden beispielsweise von tränenden roten Augen, geschwollenen Augenlidern, verstopfter Nase,... begleitet. Der Schmerz ist oft so stark, dass der Patient den Drang dazu hat, sich ständig zu bewegen oder manchmal sogar seinen Kopf gegen die Wand zu schlagen. Die Dauer eines solchen Ausbruchs dauert zwischen 15 Minuten und 3 Stunden, ist also deutlich kürzer als bei der Migräne.

Der genaue Ursprung des Cluster-Kopfschmerzes ist unbekannt. Genau wie bei den anderen Arten gibt es auslösende Faktoren (Alkohol, grelles Licht,...), die je nach Person verschieden sind. Die meisten dieser Krisen treten an einem vorhersehbaren Zeitpunkt des Tages auf.

Auch die Behandlung des Cluster-Kopfschmerzes kann unterschiedlich sein. Medikamente spielen eine wichtige Rolle. Dabei ist es allerdings von Bedeutung, das angemessene Heilmittel zu finden, um einer Krise vorzubeugen oder sie zu lindern. Ein Neurologe kann Sie über die Behandlungsmöglichkeiten aufklären.



Was ist Migräne?

Migräne ist eine Krankheit, die starke Kopfschmerzen, verursacht und mit körperlichen Begleiterscheinungen, wie z.B. Übelkeit oder Überempfindlichkeit gegenüber Licht und Lärm, auftritt.

Wie unterscheide ich Kopfschmerzen von Migräne?

Migräne tritt meistens als ein pulsierender, pochender Kopfschmerz auf. Diese Schmerzen verbreiten sich oft nur in einer Kopfhälfte, aber auch beidseitige Migräne kann vorkommen.

Ein Migräneanfall dauert in der Regel zwischen 4 Stunden und 3 Tagen. Wichtigstes Merkmal, ob es sich um eine Migräne handelt, ist das gleichzeitige Auftreten von anderen Beschwerden:

  • Übelkeit und Erbrechen;
  • Überempfindlichkeit gegenüber Lärm und Licht;
  • Appetitlosigkeit;
  • in beinahe jedem dritten Fall, geht einer Migräne die sogenannte Aura vor: während 15 bis 60 Minuten wiederholen sich bestimmte Gefühle immer wieder (kleine Sternchen, Flimmern oder Lichtblitze).

Migräne ohne Aura

Bei der so genannten "einfachen Migräne" kommt es, vor allem morgens, zu stechenden, pulsierenden halb- oder beidseitigen Kopfschmerzen. Die Begleiterscheinungen sind Appetitlosigkeit und Übelkeit. Die Kopfschmerzen nehmen bei körperlicher Anstrengung zu. Bei Erwachsenen können sie bis zu 3 Tagen andauern.

Diagnose

Bei Verdacht auf Migräne sollte man unbedingt einen Arzt oder sogar einen Spezialisten aufsuchen. Eine korrekte und präzise Diagnose ist die wichtigste Voraussetzung für eine wirkungsvolle Behandlung. Migräne ist heutzutage zwar noch nicht heilbar, allerdings kann eine richtige Behandlung die Beschwerden lindern und so die Lebensqualität des Betroffenen erheblich steigern.

Behandlung

Nicht medikamentöse Behandlung

Diese Behandlung ist vor allem bei Kindern und bei leichten Migräneanfällen ratsam.

  • Besteht der Verdacht, dass bestimmte Lebensmittel die Migräneattacken ausgelöst haben, so sollten Sie diese auf jeden Fall vermeiden.
  • Gönnen Sie sich viel Schlaf und Ruhe. Das ist vor allem bei Kindern wichtig. Ihre Anfälle sind oft auf einen gestörten Schlafrhythmus zurückzuführen. Es ist wichtig, diesen Schlafrhythmus wieder herzustellen.
  • Entspannungsübungen können die Anzahl Mirgräneanfälle verringern.

Medikamentöse Behandlung

Die medikamentöse Behandlung ist zurzeit die wirkungsvollste Behandlung, wenn es zu einem Anfall kommt. Um den Schmerzen während einer Migräne gleich entgegenzuwirken, verschreiben Ärzte grundsätzlich Triptane. Diese wurden speziell zur Migränebekämpfung entwickelt. Sie sollten allerdings nicht während der Auraphase eingenommen werden, da sie so das Schlaganfallrisiko erhöhen. Triptane helfen bei keiner anderen Kopfschmerzenart.

Heutzutage gibt es auch schon einige rezeptfreie Medikamente zu kaufen. Allerdings können diese abhängig machen, man spricht von einer Medikamentenmigräne. 

Beachten Sie: die Behandlung einer Migräne gehört immer in die Hand eines Arztes.

Bei Kopfschmerzen werden oft Medikamente eingesetzt

  • Spannungskopfschmerz: Manchmal genügt ein einfaches Schmerzmittel um die Beschwerden zu lindern. Allerdings kann dieser Kopfschmerz häufig schon durch Anpassungen der Lebensweise behandelt werden.
  • Migräne: Wenn die Migräne-Attacken häufiger als 2 Mal pro Monat auftreten, sollten Sie eventuell nach Rücksprache mit dem Arzt vorbeugend Medikamente nehmen.
  • Cluster-Kopfschmerz: Medikamente sind bei dieser seltenen Art von Kopfschmerzen wichtig; die Therapie ist jedoch individuell und nicht jedes Medikament eignet sich für alle von Cluster-Kopfschmerz betroffenen Personen.

Kopfschmerz durch Medikamente

Schmerzmittel können die Kopfschmerzen merklich lindern, allerdings ist die Einnahme von Medikamenten nicht ohne Risiko. Ein übermäßiger Schmerzmittelkonsum kann die Kopfschmerzen sogar verschlimmern und begünstigen. So geraten Sie in einen Teufelskreis. Beachten Sie daher folgende Ratschläge:

  • Nehmen Sie nicht jeden Tag Schmerzmittel zu sich. Begrenzen Sie den Konsum möglichst auf maximal 6 bis 8 Tage im Monat und 2 mal pro Woche!
  • Nehmen sie keine Schmerzmittel in Eigeninitiative über eine längere Zeitdauer.
  • beachten Sie die Ratschläge Ihres Hautarztes und Apothekers und lesen Sie immer den Beipackzettel des Medikaments.

Wann sollten Sie zum Arzt gehen?

Viele Betroffene versuchen, mit den Schmerzen zu leben. Ein Besuch beim Hausarzt ist jedoch ratsam - vor allem, wenn die Beschwerden:

  • intensiv sind und Ihren Alltag einschränken;
  • mit Fieber, Schlaflosigkeit oder Gedächtnisverlust einhergehen;
  • spontan nach einem Unfall auftreten;
  • sich nicht durch eigene Versorgung verbessern.
Zuerst muss geklärt werden, ob es eine andere Ursache für Ihre Kopfschmerzen gibt, zum Beispiel eine Grippe, eine Meningitis (Hirnhautentzündung) usw. Wenn dies ausgeschlossen werden kann und es sich um primäre Kopfschmerzen handelt, kann man von einer Migräne, Spannungskopfschmerzen oder Cluster-Kopfschmerzen ausgehen.

Sie können selbst zur Erkennung der Krankheit beitragen. Achten Sie auf die Symptome des Kopfschmerzes, auf auslösende Faktoren sowie auf die Momente, in denen sie auftreten. Führen Sie ein Kopfschmerz-Tagebuch, worin Sie die Zeitpunkte und die Dauer der Schmerzen notieren. All diese Angaben helfen dabei, die Art des Kopfschmerzes zu identifizieren.

Behandeln Sie selbst Ihre Kopfschmerzen

Vergessen Sie nicht, dass Sie sich selbst auch helfen können. Häufig reicht schon eine Anpassung der Lebensweise, um die Beschwerden zu lindern. Das ist unter anderem der Fall, wenn die Kopfschmerzen verursacht werden durch:

  • Medikamente
  • unregelmäßige Nahrungsaufnahme
  • Umwelteinflüsse (grelles Licht, Lärm,...)
  • Stress 
  • Alkohol

Kontrollieren Sie selbst, welche Faktoren Ihre Kopfschmerzen auslösen. Ein Schmerztagebuch kann Ihnen dabei helfen. Um die Anfälle zu reduzieren, sollten Sie die auslösenden Faktoren kennen. Es ist sowohl nützlich für Sie als auch für Ihren Hausarzt.

Nicht immer können die Schmerzattacken allein durch das Aufspüren der Auslöser eingegrenzt werden. Nur wenn Sie diese Faktoren vermeiden oder lernen, damit umzugehen, verringern sich Ihre Kopfschmerzen.

 

 

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