Was sind chronische Schmerzen?

Kopfschmerzen

Jeder Mensch empfindet in seinem Leben mal Schmerzen. Das ist völlig normal, da Schmerzsignale lebenswichtig für uns sind. Wenn etwas nicht in Ordnung ist, wird unser Körper durch Schmerzen gewarnt. Oft bewahrt uns dieses Empfinden vor schlimmeren Verletzungen.

Bei Menschen mit chronischen Schmerzen ist das Schmerzempfinden gestört, sodass der Körper ununterbrochen oder immer wiederkehrende Schmerzsignale sendet, auch wenn es dafür keinen Grund mehr gibt. Rund zwei Prozent der Bevölkerung leiden unter problematischen chronischen Schmerzen.

Mit dem Schmerzsignal werden in unserem Körper auch schmerzhemmende Stoffe an das Gehirn gesendet. So ist der Schmerz im ersten Moment sehr intensiv, lässt jedoch nach kurzer Zeit schon wieder nach.

Bei chronischen Schmerzen ist diese Körperfunktion geschädigt. Die Nervenfunktionen haben sich verselbstständigt und senden dem Gehirn ununterbrochen Schmerzsignale. Dies geschieht oft, wenn eine Verletzung vorhanden war und die Schmerzen zu lange andauerten.

Die Zelle hat ein Schmerzgedächtnis entwickelt und kann das Senden von Schmerzsignalen nach einer bestimmten Zeit nicht mehr abschalten.

In der Medizin spricht man von chronischen Schmerzen, wenn:

  • das Schmerzempfinden seit mindestens drei Monaten anhält oder immer wiederkehrt;
  • die eigentliche Verletzung nicht mehr existiert oder nicht mehr behoben werden kann.

Chronische Schmerzen entwickeln sich über einen längeren Zeitraum. Vorherige Verletzungen und die Psyche spielen hierbei ausschlaggebende Rollen. Oft entstehen sie durch fehlgeschlagene Behandlungen, Enttäuschungen und Resignation. Nach einer bestimmten Zeit rechnen die Betroffenen mit den Schmerzen, da sich das Schmerzempfinden in das Schmerzgedächtnis eingebrannt hat. Sie entwickeln Ängste, nehmen Medikamente ein oder versuchen die Schmerzen durch Fehlhaltungen zu vermeiden. Allerdings können genau diese Maßnahmen zum chronischen Verlauf führen.

Hinzu kommt, dass sich Schmerzpatienten oft zurückziehen und isolieren. Sie leiden unter Ängsten und Depressionen. Bis zu 40% der Selbstmorde in Belgien werden durch Menschen begangen, die an chronischen Schmerzen leiden.

Es ist wichtig, eine vorliegende Verletzung oder Störung behandeln zu lassen, bevor sich aus akuten Schmerzen chronische Schmerzen entwickeln.

Viele Betroffene reden sich ein, es sei nichts Schlimmes oder man gewöhne sich an die Schmerzen. Studien belegen allerdings das Gegenteil. Aus Angst vor den Schmerzen, verschlimmert sich das Empfinden sogar im Laufe der Zeit.

Chronischer Schmerz wird heute als eigenständige Krankheit anerkannt, die einer Behandlung bedarf. Je früher der Arzt in den Entstehungsprozess eingreift, umso höher die Wahrscheinlichkeit, dass dem Patienten geholfen werden kann.

  • Kopfschmerzen (Migräne, Medikamentenkopfschmerz, Spannungskopfschmerz);
  • Rheumatische Schmerzen;
  • Rückenschmerzen (z.B. nach einem Bandscheibenvorfall);
  • Phantomschmerzen (Schmerzen in Gliedern, die durch Amputation entfernt wurden);
  • Tumorschmerzen (durch Tumore, die auf Nerven drücken);
  • degenerative Schmerzen (Osteoporose, Arthrose);
  • Neuralgien (z.B. Gürtelrose).
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