Was ist eine Allergie?

Erkaeltung

Bereits jeder vierte Belgier ist von einer Allergie betroffen. Wissenschaftler schlagen Alarm, denn die Anzahl der Allergiker nimmt jährlich zu. Die erbliche Vorbelastung spielt zwar eine wichtige Rolle, Forscher führen den enormen Anstieg allerdings auch auf die steigende Umweltbelastung und Stress zurück.

Eine Allergie ist eine überempfindliche - und oft sehr heftige - Reaktion des Immunsystems auf eher harmlose Substanzen aus der Umwelt. Wissenschaftlern sind weit mehr als 20.000 allergieauslösende Stoffe (Allergene) bekannt.

Mediziner unterscheiden zwischen vier verschiedenen Allergietypen

Soforttyp (Typ 1)

Rund 90 Prozent aller Allergien sind Soforttypen, d.h. die Symptome treten unmittelbar nach dem Kontakt mit dem Allergen auf. Anders verhält es sich jedoch bei der ersten Berührung mit dem allergieauslösenden Stoff. Bei einem ersten Kontakt kommt es zunächst zur Sensibilisierung. Das Immunsystem produziert Antikörper, ohne eine allergische Reaktion auszulösen. Erst bei einem erneuten Kontakt werden die einst harmlosen Substanzen vom Immunsystem als Feinde erkannt. Verschiedene Botenstoffe werden freigesetzt, darunter auch das Histamin. Dieses verteilt sich besonders schnell im gesamten Körper und ruft Beschwerden wie Juckreiz, tränende Augen, Schnupfen oder Atemnot hervor.

Bekannte Soforttyp-Allergien sind Überempfindlichkeit gegen Pollen, Tierhaare, Hausstaubmilben, Lebensmittel, Insektenstiche, Latex und Arzneimittel. Auch die Nesselsucht gehört zum Soforttyp.

Zytotoxischer Typ (Typ 2)

Bei dieser Form einer allergischen Reaktion werden körpereigene Zellen durch das Immunsystem zerstört. Dies führt meist auch zu schweren Entzündungsreaktionen. Das Abwehrsystem produziert Antikörper gegen körpereigene Antigene. Eine Reaktion tritt innerhalb weniger Minuten bis Stunden auf und kann eine Blutanämie, eine Schilddrüsenunterfunktion, bis hin zu Lungenblutungen zur Folge haben.

Als Typ-2-Reaktion wird bspw. die Zerstörung der roten Blutkörperchen nach einer Bluttransfusion mit der falschen Blutgruppe bezeichnet.

Immunkomplextyp (Typ 3)

Im Gegensatz zu den beiden vorgenannten Typen, bilden sich hier so genannte Immunkomplexe, bestehend aus Antikörpern und Antigenen, die nicht an Zellen gebunden sind. Sie verteilen sich über die Blut- und Lymphbahn im gesamten Körper und lagern sich anschließend in bestimmten Geweben ab. In der Regel ist das Immunsystem in der Lage, diese Immunkomplexe zu zerstören. Gelingt dies nicht, so kommt es aufgrund der Ablagerungen nach sechs bis zwölf Stunden zu starken Entzündungsreaktionen (z.B. Blutungen oder Ödeme). Zu den Typ-3-Erkrankungen gehören unter anderem die Arthritis sowie Nieren- oder Gefäßentzündungen.

Zelluläre Immunreaktion, Spättyp (Typ 4)

Bei einer Typ-4-Allergie spielen die Antikörper selbst keine Rolle. Während der Sensibilisierungsphase binden sich die Allergene, so wie beim Typ 2, mit körpereigenen Zellen. Kommt es nun zu einem erneuten Allergenkontakt, so werden spezielle weiße Blutkörperchen (T-Lymphozyten) aktiviert. Diese locken weitere Abwehrzellen an. Typische Reaktionen treten in der Regel erst nach 12 bis 72 Stunden auf und betreffen meist die Haut (Ekzeme). Kontaktallergien, bspw. gegen Nickel oder Chrom, sind bekannte Typ-4-Erkrankungen.

Symptome

Häufig auftretende Symptome einer Allergie sind:

  • laufende Nase, Niesreiz
  • tränende, gerötete und eventuell auch geschwollene Augen
  • Juckreiz, Hautknötchen oder Bläschenbildung
  • Atembeschwerden

Eine schlimme allergische Reaktion äußert sich durch

  • abfallenden Blutdruck
  • die Beschleunigung der Herzfrequenz
  • Atemnot
  • Kreislaufbeschwerden, bis hin zum anaphylaktischen Schock, der innerhalb weniger Minuten zum Tod führt.

Einer Allergie vorbeugen?

Wissenschaftler haben herausgefunden, dass die Veranlagung für Allergien vererbt werden kann. Ist ein Elternteil allergisch, so besteht ein bis zu 40% erhöhtes Risiko, dass das eigene Kind auch an Allergien leiden wird. Sind beide Elternteile betroffen, so steigt die Wahrscheinlichkeit auf bis zu 80%. Eltern können rechtzeitig Vorsorgemaßnahmen treffen und so das Risiko einer Allergie erheblich senken:

  • Weder die Mutter, noch der Vater sollten vor, während oder nach der Schwangerschaft rauchen. Wenn Sie dies nicht schaffen, dann achten Sie darauf, dass Sie nicht in Gegenwart des Kindes rauchen;
  • Stillen Sie Ihr Kind während der ersten sechs Monate;
  • Ist es Ihnen nicht möglich zu stillen, so greifen Sie auf Hypoallergene Säuglingsnahrung (H.A.) zurück. Diese allergenarme Ersatznahrung kann – so wie Muttermilch – keine Allergie auslösen.
  • Eine Diät der Mutter während der Schwangerschaft und der Stillzeit kann helfen, Allergien vorzubeugen. Allerdings sollten Sie sich hier unbedingt von Ihrem Hausarzt beraten lassen, um eine Nährstoffunterversorgung zu vermeiden.
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