Verhütungsmittel

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Verhütung ist für junge Frauen und frischgebackene Mütter ein wichtiges Thema. Hier finden Sie alle in Belgien verschreibungspflichtigen Verhütungsmittel auf einen Blick.

Bei den verschreibungspflichtigen Verhütungsmitteln wird zwischen regelmäßig einzunehmenden Verhütungsmitteln und Langzeitverhütungsmitteln unterschieden.

Jede Verhütungsmethode hat einen bestimmten Pearl-Index, der die Sicherheit und Zuverlässigkeit der verschiedenen Methoden einstuft. Hierbei handelt es sich um eine Formel, die die Zahl ungewollter Schwangerschaften innerhalb eines Jahres auf 100 Frauen errechnet: ein Pearl-Index von 1 entspricht einer ungewollten Schwangerschaft auf 100 Frauen, die während eines Jahres verhütet haben.

Je nach Verhütungsmethode liegt der Pearl-Index zwischen 0,05 (sehr sicher) und 8 (relativ sicher). Pro Präparat gibt es zwei Indexe, da eine korrekte Anwendung nicht immer garantiert ist. Zum Beispiel vergisst etwa die Hälfte der Frauen, die mit der Pille verhüten, pro Zyklus mindestens eine Pille.

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Die Pille ist das am häufigsten verwendete Verhütungsmittel in Belgien sowie in vielen anderen Ländern. Mithilfe der Hormone Östrogen und Gestagen, die während 21 Tagen täglich eingenommen werden müssen, wird eine Schwangerschaft verhindert, indem der Eisprung ausbleibt und das Eindringen von Spermien in die Gebärmutter durch den verdickten Zervixschleim erschwert wird.

Ein Nachteil der Pille ist, dass eine unregelmäßige Einnahme sowie Magen-Darm-Probleme die Wirkung einschränken könnten. Um das geeignete Präparat für Ihren Körper zu finden, ist eine Absprache mit Ihrem Gynäkologen unumgänglich, weswegen die Pille verschreibungspflichtig ist.

Pearl-Index: 0,3 bei korrekter Anwendung und 2,2 bis 8 bei typischer Anwendung.

Das Verhütungspflaster hat eine ähnliche hormonelle Auswirkung auf den weiblichen Körper wie die Pille. Der Unterschied ist jedoch, dass die Hormone Östrogen und Gestagen über die Haut im Körper verteilt werden und nicht durch den Magen-Darm-Trakt in die Blutbahn gelangen. Bei Magen-Darm-Problemen wird die Wirkung des Pflasters also nicht eingeschränkt.

Während drei Wochen sollte es einmal pro Woche ausgetauscht werden. Auch die Verhütungspflaster sind verschreibungspflichtig und in der Apotheke erhältlich. Sie eignen sich besonders für Frauen, die aus bestimmten Gründen die Einnahmezeit der Pille nicht regelmäßig halten können.

Pearl-Index: 0,3 bei korrekter Anwendung und 1,2 bis 8 bei typischer Anwendung.

Alternativ zu der täglichen Antibabypille oder dem wöchentlichen Hormonpflaster gibt es den Verhütungsring. Der Ring  aus biegsamem Kunststoff wird jeden Monat ähnlich wie ein Tampon eingeführt und setzt sogleich täglich eine konstante Menge Östrogen und Gestagen frei. Nach 21 Tagen wird der Vaginalring entfernt, damit die Regelblutung einsetzt. Nach einer Woche Pause, soll der nächste Ring am gleichen Wochentag eingesetzt werden.

Pearl-Index: 0,3 bei korrekter Anwendung und 1,2 bis 8 bei typischer Anwendung.

Das Hormonimplantat wird vom Arzt unter die Haut des inneren Oberarms eingesetzt. Das flache und dünne Kunststoffstäbchen setzt das Gelbkörperhormon Estonogestrel in geringen Dosen frei und verhindert damit den Eisprung sowie das Eindringen von Spermien in die Gebärmutter. Die Wirkung bleibt rund drei Jahre bestehen und nimmt danach allmählich ab, deswegen sollte es spätestens nach 3 Jahren erneuert werden. Nach Entfernung des Implantats steht einer Schwangerschaft nichts im Wege.

Pearl-Index: 0,05 bei korrekter Anwendung und 0,05 bei typischer Anwendung.

Ähnlich wie das Implantat setzt auch die Spirale das Hormon Estonogestrel frei, dies jedoch direkt in der Gebärmutter. Dadurch dickt der Schleim der Gebärmutter ein und die Gebärmutterschleimhaut verflacht. Die T-förmige Spirale aus Kunststoff ist das einzige hormonelle Verhütungsmittel, welches den natürlichen Zyklus bzw. den Eisprung nicht beeinflusst. Die Spirale wirkt rund drei Jahre. Vor dem Einsetzen werden Sie gründlich untersucht, um die passende Größe zu ermitteln.

Pearl-Index: 0,2 bei korrekter Anwendung und 0,2 bei typischer Anwendung.

Die Hormonspritze mit einer hohen Dosis des Gelbkörperhormons Gestagen wird alle drei Monate vom Arzt in einen Muskel  oder unter die Haut injiziert. Die Dreimonatsspritze greift stärker in den Hormonhaushalt ein als andere Verhütungsmittel. Dies führt dazu, dass der Zyklus sich nach Beendigung der Methode erst langsam reguliert, d.h. ein Schwangerschaftswunsch könnte sich dann verzögern.

Die Hormonspritze wird Frauen meist nur verschrieben, wenn es Komplikationen mit anderen Verhütungsmitteln gibt oder die Pille nicht eingenommen werden darf. Somit ist diese Verhütungsmethode eher selten.

Pearl-Index: 0,3 bei korrekter Anwendung und 3 bei typischer Anwendung.

Die Kupferspirale ist das einzige Verhütungsmittel, das nicht in den Hormonhaushalt eingreift, sondern kontinuierlich Kupfer-Ionen freisetzt. Diese verändern den Schleim des Muttermundes sowie die Gebärmutterschleimhaut, sodass Spermien nicht zur Eizelle gelangen. Auch diese Spirale wird im Muttermund eingesetzt und hält je nach Kupferanteil bis zu fünf Jahren. Wegen möglicher Nebenwirkungen sollte die Methode nur unter regelmäßiger ärztlicher Kontrolle verwendet werden.

Verhütungsmethoden werden immer häufiger bereits im jungen Alter gewählt. Hierzu ist ein erstes Beratungsgespräch bei einem Gynäkologen unumgänglich.

Wenn es um eine Verhütung nach einer Geburt geht, muss die passende Methode ebenfalls mit dem Facharzt abgesprochen werden, da sich Hormonpflaster, Verhütungsringe und bestimmte Antibabypillen bei stillenden Müttern nicht eignen.

Pearl-Index: 0,6 bei korrekter Anwendung und 0,8 bei typischer Anwendung.

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