Künstliche Befruchtung

Künstliche Befruchtung der Eizelle

In Belgien leidet jedes sechste Paar unter einem unerfüllten Kinderwunsch. Die Gründe dafür sind vielfältig und können gleichermaßen sowohl an der Frau als auch am Mann liegen.

Gründe

Sowohl bei der Frau als auch beim Mann spielen unterschiedliche Faktoren eine Rolle:

  • Alter
  • Stress
  • Übergewicht
  • Alkohol- und Nikotinkonsum
  • organische und hormonelle Störungen

Behandlung frühzeitig starten

Ein Besuch beim Gynäkologen kann schnell Klarheit darüber verschaffen, ob eine hormonelle oder organische Störung die Zeugung eines Kindes verhindert. Eine frühe Diagnose ist wichtig, um die Erfolgsaussichten der verschiedenen Behandlungsmaßnahmen zu erhöhen.

Behandlungsmöglichkeiten

Die Reproduktionsmedizin hat während der letzten Jahrzehnte große Fortschritte gemacht, sodass Paaren mit Kinderwunsch heute meistens geholfen werden kann.
Die Erfolgsaussichten hängen natürlich von der Ursache der Sterilität und vom Alter der betroffenen Personen ab. 

Hormonbehandlung

Hormonelle Störungen werden mittels spezifisch wirksamer Hormonpräparate behandelt. Welches Medikament verabreicht wird, hängt dabei von der Grunderkrankung ab. Außerdem wird Ihnen zu einem bestimmten Zeitpunkt ein weiteres Hormon verabreicht, welches den Eisprung stimuliert. Während der darauf folgenden 36 Stunden ist die Wahrscheinlichkeit einer Befruchtung am höchsten.

Insemination

Sind nicht ausreichend Samenzellen im Ejakulat des Mannes vorhanden oder ist die Beweglichkeit der Spermien eingeschränkt, so können diese mittels eines Katheters gleich vor die Eizelle gebracht werden. Das Ejakulat wird meist vor der Injektion aufbereitet, d.h. bewegungsunfähige Samen werden entfernt, um die Wahrscheinlichkeit einer Befruchtung zu erhöhen.

In-Vitro-Fertilisation

Bei diesem Verfahren werden der Frau ausgereifte Eizellen entnommen und außerhalb des Körpers durch die Samenzellen ihres Partners befruchtet. Nach etwa zwei Tagen werden mehrere befruchtete Eizellen in die Gebärmutterhöhle eingesetzt.

Diese Technik wird nur angewendet, wenn keine der oben beschriebenen Behandlungsmöglichkeiten erfolgreich war bzw. Erfolg versprechend ist.

Unterschiedliche Etappen in der In-Vitro-Fertilisation

  1. Um mehrere reife Eizellen zu gewinnen, wird als erstes Ihre Eizellenreifung durch eine Hormonbehandlung stimuliert.
  2. Sind die Eizellen befruchtungsfähig (nach etwa einer Woche), wird nun der Eisprung eingeleitet. Auch hier werden Hormone eingesetzt.
  3. 36 Stunden später werden Ihnen Eizellen mittels Punktion entnommen.
  4. Anschließend werden die entnommenen Eizellen sofort mit der Samenflüssigkeit zusammengebracht. Ist die Qualität der Samen nicht ausreichend, so wird eine Samenzelle mit Hilfe einer Mikronadel in eine Eizelle injiziert. Dieses Verfahren nennt sich Intra-Cytoplastische-Spermien-Injektion (ICSI), die Befruchtung erfolgt nicht auf natürliche Weise.
  5. Befruchtete Eizellen können Ihnen zwei Tage nach der Entnahme mittels eines feinen Katheters in die Gebärmutterhöhle eingesetzt werden.
  6. Nach weiteren zwei Wochen lässt sich nun feststellen, ob Sie schwanger sind. Der Ausgang der Schwangerschaft ist allerdings völlig offen.

Kosten und Erstattung

Die Kosten einer künstlichen Befruchtung belaufen sich auf mehrere hundert Euro und dies obwohl die gesetzliche Krankenversicherung eine Rückerstattung für die Laborleistungen und für bestimmte Hormonpräparate vorsieht. 

Genehmigung durch den Vertrauensarzt

Für die Erstattung der Hormonpräparate ist in den meisten Fällen eine vorherige Genehmigung des Vertrauensarztes der Krankenkasse notwendig. Um für die Kosten der Laborleistungen eine Erstattung zu erhalten, müssen Sie folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • Sie sind nicht älter als 42 Jahre;
  • Die Behandlung erfolgt in einem anerkannten Zentrum.

Es werden höchstens sechs Zyklen durch die gesetzliche Krankenversicherung erstattet. Des Weiteren hängt die Anzahl der Embryonen, die eingesetzt werden dürfen, von Ihrem Alter ab.

Anerkannte Zentren in Lüttich und Brüssel

Belgien zählt 18 anerkannte Zentren. Nachstehend die Adressen der Zentren in Lüttich und Brüssel.

Lüttich

 

 

C.H.R. de la Citadelle
Boulevard du 12ème de Ligne
4000 Liège
Tel. 04 225 65 11

 

Clinique Saint-Vincent
Rue François Lefèbre 207
4000 Rocourt
Tel. 04 239 41 11

Brüssel

 

 

Hôpital Universitaire St. Pierre
Rue Haute 322
1000 Bruxelles
Tel. 02 535 31 11

Saint-Luc UCL
Avenue Hippocrate 10
1200 Bruxelles
Tel. 02 764 95 02

C.H.I.R.E.C.
Rue Edith Cavell 32
1180 Bruxelles
Tel. 02 340 40 40

 

Hôpital Erasme
Route de Lennik 808
1070 Bruxelles
Tel. 02 555 32 02

U.Z. Brussel - Campus Jette
Laarbeeklaan 101
1090 Brussel
Tel. 02 477 66 99


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