Begleiterscheinungen

Beschwerden

Eine Schwangerschaft ruft körperliche und hormonelle Veränderungen hervor. Dies führt bei den meisten werdenden Müttern zu mehr oder weniger starken Beschwerden. Diese unangenehmen Begleiterscheinungen lassen sich zwar nicht verhindern, aber lindern.

Morgendliche Übelkeit und Erbrechen

Sie zählen zu den häufigsten Begleiterscheinungen im ersten Drittel der Schwangerschaft. Meist dauern sie bis zur 14. Schwangerschaftswoche an; vollständig verschwinden sie normalerweise jedoch erst ab der 22. Woche. Sind die Beschwerden sehr stark oder treten sie besonders häufig auf (auch im Laufe des Tages), so sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber. Nehmen Sie keinesfalls auf eigene Initiative Medikamente ein (auch keine rezeptfreien wie z.B. Motilium).

Folgendes können Sie gegen die morgendliche Übelkeit tun:

  • Nehmen Sie Ihr Frühstück im Bett liegend ein. Bevorzugen Sie leichte Nahrungsmittel, wie z.B. Zwieback oder Toastbrot. Trinken Sie dazu ein Glas Wasser (nicht zu kalt), Fruchtsaft oder Tee.
  • Vermeiden Sie große Hungergefühle und nehmen Sie mehrmals täglich kleine Portionen zu sich.
  • Meiden Sie fette, frittierte oder stark gewürzte Speisen.

Müdigkeit

Müdigkeit während der Schwangerschaft ist völlig normal, da diese Ihrem Körper eine Menge Energie abverlangt. 

Meist nehmen die Beschwerden nach der 14. Schwangerschaftswoche ab. Manche Schwangere sind jedoch während der gesamten Schwangerschaft von einer mehr oder minder starken Müdigkeit betroffen.
In diesem Fall sollten Sie sich besonders schonen. Wenn möglich, sollten Sie sich mehrmals täglich ausruhen und früh zu Bett gehen.

Verstopfung

Aufgrund der verlangsamten Darmtätigkeit, die durch den hormonellen Einfluss hervorgerufen wird, kommt es häufig zu Verstopfung. 

Zur Vorbeugung, sollten Sie folgende Ratschläge beachten:

  • Essen Sie bevorzugt faserreiche Nahrungsmittel (z.B. Vollkornbrot, Müsli, rohes Gemüse oder Obst). Vielen hilft auch ein frisch gepresster Obstsaft, Honigkuchen oder ein Glas lauwarmes Wasser auf nüchternem Magen.
  • Nehmen Sie ausreichend Flüssigkeit zu sich (mindestens 1,5 Liter pro Tag).
  • Bewegen Sie sich regelmäßig (mindestens eine halbe Stunde pro Tag). Empfehlenswert sind Spazieren, Radfahren, Schwimmen ...

Erhöhter Harndrang

Aufgrund der hormonellen Veränderungen und aufgrund des Drucks, den der Fötus auf die Blase ausübt, entsteht ein erhöhter Harndrang. Sie sollten deshalb aber keinesfalls weniger trinken. Versuchen Sie einfach diesen Umstand anzunehmen. 

Sollten Sie jedoch zusätzlich unter Inkontinenz leiden, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber. Eine Stärkung der Beckenbodenmuskulatur hilft meist, diese Beschwerden zu lindern.

Krampfadern

Hierbei handelt es sich um erweiterte Gefäße, die vorwiegend an den Beinen auftreten. 

Je nach Ausmaß empfiehlt sich das Tragen von Kompressionsstrümpfen (Stützstrümpfe). Achten Sie darauf, sich regelmäßig zu bewegen und die Beine anschließend hochzulegen. Hilfreich sind auch Kalt-Wasser-Duschen an den Beinen. 

Sodbrennen

Sodbrennen kommt im letzten Drittel der Schwangerschaft häufig vor. 

Folgendes können Sie gegen das unangenehme Aufsteigen der Magensäfte unternehmen:

  • Meiden Sie fettreiche Nahrung.
  • Kauen Sie gründlich, nehmen Sie sich ausreichend Zeit zum Essen.
  • Legen Sie sich nicht direkt nach der Mahlzeit hin. Setzen Sie sich aufrecht hin, damit Ihr Magen mehr Platz hat. Im Bett können Sie das Kopfteil erhöhen oder ein zusätzliches Kopfkissen benutzen.
  • Meiden Sie den Genuss von Alkohol, Nikotin, Kaffee, starkem Tee sowie kohlensäurehaltigen Getränken und Fruchtsäften.

Wasseransammlungen

Wasseransammlungen treten häufig zum Ende der Schwangerschaft auf, vorwiegend in den Abendstunden sammelt sich häufig Wasser in den Beinen und Händen an. Füße, Knöchel und Hände schwellen und fühlen sich schwer an. 

Ruhen Sie sich regelmäßig aus und legen Sie Ihre Beine hoch. Vermeiden Sie langes Stehen und tragen Sie Stützstrümpfe.

VORSICHT: Bei plötzlich auftretenden Wasseransammlungen sollten Sie Ihren Arzt benachrichtigen.

Bluthochdruck, das Vorhandensein von Eiweiß im Urin, Ödeme und/oder Kopfschmerzen sind möglicherweise Anzeichen einer so genannten Gestose (früher auch als Schwangerschaftsvergiftung bekannt). 

Gestose ist ein Sammelbegriff für verschiedene Stoffwechselkrankheiten, die nur in der Schwangerschaft auftreten. Bei Verdacht auf eine Gestose sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen, um Komplikationen für Sie selbst und für Ihr Kind zu vermeiden.

Wehen

Wehen können bereits ab der 30. Schwangerschaftswoche auftreten. Der Körper übt sozusagen, diese Bewegungen auszuführen. Dies ist kein Grund zur Beunruhigung. Sollten Sie jedoch häufig Wehen verspüren, so ist dies ein Anzeichen dafür, dass Sie sich schonen müssen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber.

 

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