Lebensmittel unter der Lupe

Auf den Verpackungen von Nahrungsmitteln finden wir viele Informationen, doch was bedeuten sie genau? Worauf sollten Sie achten beim Einkauf? Die auf den Verpackungen angegebenen Informationen sind teilweise vom Gesetzgeber vorgeschrieben und somit Pflicht. Die belgische Gesetzgebung stützt sich dabei auf eine europäische Direktive.

Nährwerttabelle

Welche Informationen müssen die Nährwerttabellen enthalten?

  • Die Verkaufsbezeichnung
  • Die Bestandteile
  • Den Nährwert
  • Den Inhalt oder das Nettogewicht
  • Das Mindesthaltbarkeitsdatum oder das Verfallsdatum
  • Wie das Produkt zu verzehren und aufzubewahren ist
  • Die Angaben des Herstellers, Verpackers oder Verkäufers
  • Herkunft
  • Gebrauchsanweisung (wenn nötig)
  • Den Alkoholgehalt (wenn nötig)

Verpackung

Zusätzlich zu den Pflichtangaben sind manchmal auch andere Elemente auf der Verpackung aufgeführt. Zum Beispiel bestimmte Gütesiegel, Werbesprüche oder Bilder. Die Verpackung ist nicht nur Informationsquelle, sondern auch Aushängeschild des Produktes. 

Denken Sie daran 

Zusätzliche Informationen haben meist ein Ziel: Das Produkt attraktiver machen und beim Verbraucher anpreisen. Europäische und föderale Instanzen achten darauf, dass die Informationen korrekt sind und den Verbraucher nicht in die Irre führen.

Allergieauslöser

Allergische Reaktionen auf verschiedene Inhaltsstoffe kommen immer häufiger vor. Symptome wie Ekzeme, Hautausschlag, Juckreiz, Erbrechen oder Durchfall sind Anzeichen für eine allergische Reaktion. 14 Gruppen von Allergieauslösern sind verantwortlich für 90 Prozent der Nahrungsmittelallergien. Beinhaltet das Produkt einen oder mehrere Allergieauslöser, müssen diese auf der Verpackung aufgeführt sein.

  • Glutenhaltige Getreidesorten (Roggen, Weizen, Hafer, …)
  • Fisch, Krustentiere, Weichtiere (Muscheln, Austern, …)
  • Eier
  • Soja
  • Milch und Milchprodukte
  • Nüsse (bes. Erdnüsse)
  • Sellerie
  • Senf
  • Sesam
  • Sulfite
  • Lupine

Zusatzstoffe

Die meisten Fertiggerichte enthalten zugeführte Substanzen, auch Zusatzstoffe genannt. Sie werden mit dem Buchstaben "E" gefolgt von einer Kennnummer bezeichnet. Zusatzstoffe werden genutzt, um dem Produkt eine schönere Farbe oder einen besseren Geschmack zu geben oder die Haltbarkeit des Produktes zu verlängern.

Die Verwendung von Zusatzstoffen ist gesetzlich geregelt. Ausschließlich Zusatzstoffe, die in einer bestimmten Liste aufgeführt werden, dürfen verwendet werden. Das heißt jedoch nicht, dass sie bei gleich welchen Lebensmitteln hinzugeführt werden dürfen, sondern nur, wenn dies notwendig ist. Zusatzstoffe dürfen beispielsweise nicht genutzt werden um Qualitätsmängel zu verstecken oder um den Käufer in die Irre zu führen. Alle verwendeten Zusatzstoffe müssen auf dem Produktetikett mittels einer Kodenummer aufgeführt werden. Die Kodenummer gilt für ganz Europa und beginnt mit dem Buchstaben „E“, gefolgt von drei Zahlen. Die Gruppen der verschiedenen Zusatzstoffe müssen ebenfalls angegeben werden.

Welche Arten von Zusatzstoffen?

  • Farbstoffe (E100 bis E199): synthetisch oder natürlich, sie verbessern die Farbe des Produktes.
  • Konservierungsstoffe (E200 bis E299): verlangsamen die Entwicklung von Bakterien, Schimmel, usw.
  • Antioxidantien (E300 bis E399): verlangsamen die Veränderung der Lebensmittel bei Luftkontakt.
  • Emulgatoren (E400 bis E499): geben dem Produkt mehr Konsistenz.
  • Geschmacksverstärker(E620 bis E640): verbessern den Geschmack.
  • Süßungsmittel (E420, E421, E950 bis E960): Ersetzen Zucker in "Light"-Produkten.

Bio

Biologische Nahrungsmittel enthalten keine Duftstoffe, Farbstoffe, künstliche Geschmacksstoffe, Pestizide oder chemische Produkte. Sie sind gekennzeichnet mit dem belgischen oder europäischen Gütesiegel.

Bio Siegel Belgien

Biologische Nahrungsmittel haben Befürworter aber auch Gegner. Für die einen ist biologische Nahrung gesünder, für die anderen sinnlos. Eins ist jedoch sicher: Biologische Nahrung ist besser für die Umwelt. Der geringere Ausstoß an Treibhausgasen während der Produktion schränkt die Luftverschmutzung ein.

Light

Nahrungsmittel werden als "light" eingestuft, wenn sie mindestens ein drittel weniger Kalorien, Fett, Zucker oder Alkohol enthalten als das Originalprodukt. Achtung: Die Menge Zucker in einem Produkt ist manchmal reduziert, der Fettanteil hingegen erhöht, um den Geschmack zu erhalten. In dem Fall kann man also nicht wirklich von "light" sprechen.

Viele sehr fetthaltige Produkte sind auch als "Light-Version" erhältlich, wie Chips. Sie enthalten zwar weniger Kalorien, sind aber dennoch fetthaltig. Light-Erfrischungsgetränke und Mayonnaise enthalten tatsächlich wenig Fett und/oder Zucker und Kalorien. Achten Sie jedoch darauf, von den Light-Produkten keine größeren Mengen zu verzehren.

Palmöl

Palmöl ist ein pflanzliches Öl, das vorwiegend aus der Frucht der Ölpalme gewonnen wird. Es enthält einen hohen Anteil an gesättigten Fettsäuren und Antioxidantien. Palmöl befindet sich vorwiegend in Margarinen, Frittier-Öl, Chips, Fertiggerichten, Brotaufstrich, Soßen und Plätzchen. Durch den hohen Anteil an gesättigten Fettsäuren steigert Palmöl das Risiko von Herzkreislauf-Erkrankungen. Infolgedessen rät der Belgische Hohe Gesundheitsrat ab von einem übermäßigen Verzehr von Produkten, die Palmöle enthalten. Seit Ende 2014 wird Palmöl zwingend auf der Verpackung erwähnt. 

Haltbarkeit

Es gibt zwei Arten von "Haltbarkeitsdaten":

  • Das Mindesthaltbarkeitsdatum (für Produkte mit langer Haltbarkeitsdauer)
  • Verfallsdatum (für Produkte, die schnell verderben)

Beim Mindesthaltbarkeitsdatum garantiert der Hersteller die Haltbarkeit und Qualität des Produktes bis zu einem gewissen Zeitpunkt. Nach dem angegebenen Datum kann das Produkt immer noch verzehrt werden, wenn es unter den richtigen Bedingungen gelagert wurde und die Verpackung nicht beschädigt ist. Zum Beispiel: Nudeln, Plätzchen, Konserven, UHT-Milch, Schokolade, …

Produkte, die schnell verderben wie zum Beispiel Fisch, Fleisch oder Fertiggerichte und die dadurch schneller der Gesundheit schaden, werden mit einem Verfallsdatum versehen. Diese Produkte müssen unbedingt vor dem angegebenen Datum verzehrt werden.

Achtung: Wenn die Verpackung einmal geöffnet wurde, verliert das Haltbarkeitsdatum seine Gültigkeit. Der Inhalt einer Konservenbüchse hält sich geschlossen viele Monate, während er geöffnet so schnell wie möglich verzehrt werden muss.

 

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