Baby Blues

Baby Blues, auch postnatales Stimmungstief genannt, erleben 70 % bis 80 % aller Frauen. Meist tritt es einige Tage nach der Geburt des Kindes auf und verschwindet in der Regel wieder nach wenigen Tagen oder sogar Stunden.

Ursachen gibt es reichlich: der gesamte Organismus hat für die Geburt gearbeitet und ist erschöpft, der hormonelle Umschwung und die psychische Belastung sind enorm. Außerdem quält die frischgebackene Mutter oft ein Gefühl der Angst, das "Muttersein" nicht zu schaffen.

Erste Anzeichen

Die Anzeichen von Baby Blues sind von Frau zu Frau verschieden: manche heulen den ganzen Tag, andere fühlen sich ihrem Kind völlig fremd und der Situation nicht gewachsen, wiederum andere essen nichts mehr, können nicht mehr schlafen und haben Angstzustände.

Was tun, wenn man unter Baby Blues leidet?

  • Schlafen Sie ausreichend! Wenn Ihr Baby schläft, sollten Sie sich auch mal Ruhe gönnen. 
  • Versuchen Sie einen bestimmten Rhythmus herzustellen: Teilen Sie sich Ihre Zeit gut ein und reservieren Sie auch immer ein Plätzchen nur für sich selbst.
  • Gehen Sie spazieren, schließen Sie sich nicht ein. Licht und Luft sind sehr wichtig.
  • Sprechen Sie mit Ihrem Partner und Ihrer Familie über Ihre Gefühle und Ängste. Lassen Sie sich von Ihrem Partner helfen. Klären Sie ihn über Ihre Gefühle auf und weisen Sie ihn darauf hin, dass Sie auf seine Hilfe angewiesen sind. Außerdem sollten Sie Zeit mit Ihren Freunden und Ihrer Familie verbringen, um sich abzulenken. Versuchen Sie Ihrem Tag ein Ziel zu geben; lassen Sie sich nicht hängen!

In den meisten Fällen geht diese Phase ohne Behandlung wieder vorbei. Wenn Sie sich nach etwa zwei Wochen allerdings noch immer so zerbrechlich und ängstlich fühlen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Der Baby Blues kann sich in manchen Fällen zu einer postpartalen Depression entwickeln.

Postpartale Depression

Sie tritt meist innerhalb der ersten zwei Jahre nach der Geburt auf und betrifft 10 bis 20 Prozent der Mütter. Um eine postpartale Depression zu überwinden, bedarf es professioneller Hilfe, bspw. durch einen Psychologen.

Die Krankheit tritt schleichend auf und die Symptome sind anfangs schwer zu erkennen. Sie sind oft die gleichen wie beim Baby Blues, nur, dass sie über einen längeren Zeitraum andauern. Anzeichen für eine postpartale Depression sind: Traurigkeit, Müdigkeit, Teilnahmslosigkeit, inneres Leeregefühl usw.

Durch das Hormon Protesteron kann in den meisten Fällen die postpartale Depression völlig vermieden werden. Allerdings muss es gleich nach der Geburt, noch bevor die ersten Anzeichen auftreten, schon eingenommen werden.

Gut zu wissen

Unsere Zusätzlichen Dienste erstatten 15,00 € pro Sitzung durch einen diplomierten Psychologen. Dabei besteht keine Begrenzung hinsichtlich der Anzahl Sitzungen pro Jahr.

Wochenbettpsychose

In seltenen Fällen entwickelt die Mutter eine Wochenbettpsychose. Hierbei handelt es sich um eine schwerwiegende psychiatrische Krankheit, die etwa 0,1 bis 0,3 % der Mütter trifft. Sie tritt meist plötzlich innerhalb der ersten Tage nach der Geburt auf und sollte sofort durch Fachkräfte behandelt werden. Möglicherweise ist auch eine stationäre Behandlung in einer psychiatrischen Klinik notwendig.

Symptome einer Wochenbettpsychose: Starke Persönlichkeitsveränderung, Realitätsverlust, Antriebssteigerung oder Antriebslosigkeit, Wahnvorstellungen.

Für stationäre Aufenthalte in einem psychiatrischen Institut sehen sowohl unsere Zusätzlichen Dienste, als auch Hospitalia eine Erstattung vor.


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