Jugendliche: Ungefähr 11 Stunden pro Woche wird gezockt

11-07-2019

Belgische Jugendliche widmen Videospielen über 11 Stunden pro Woche ihre Zeit. Das heißt nicht, dass sie süchtig sind, dennoch sollte man aufmerksam bleiben. 60 % der Jugendlichen leiden an psychischen Problemen aufgrund von Videospielen. 50 % fühlen sich unwohl in ihrer Haut. Dies ergab eine Studie des Landesbundes der Freien Krankenkassen.

Für die Studie wurden 923 Jugendliche und junge Erwachsene im Alter zwischen 12 und 23 Jahren befragt. Die Mehrheit der Befragten liebt Videospiele. 60 % bevorzugen das Spielen auf dem Smartphone oder Tablet und 40 % nutzen eher den PC oder eine Spielkonsole.

Jungs spielen länger und mehr

Die Studie zeigt eindeutig, dass Jungs öfters und auch länger spielen als Mädchen. 60 % der männlichen Teilnehmer besitzen mehrere Videospiele für den PC oder eine Spielkonsole, im Gegensatz zu 30 % der weiblichen Befragten. Außerdem spielen 25 % der Jungs über 10 Stunden pro Woche auf dem PC oder der Konsole und nur 5 % der Mädchen. Das bedeutet allerdings nicht, dass Mädchen weniger Zeit vor dem Bildschirm verbringen. Sie nutzen bevorzugt soziale Medien wie Instagram, WhatsApp, Messenger und Snapchat. 

Aus Zeitvertreib

Bei der Frage, warum sie so gerne Videospiele spielen, war mit 50 % die häufigste Antwort « aus Zeitvertreib ». Andere Gründe waren: Um sich abzureagieren (32 %), der Realität zu entfliehen (28 %), wegen des Adrenalinkicks (18 %) oder um Teil einer Gemeinschaft zu sein (14 %). Gleichzeitig sind sich die Jugendlichen der Nebeneffekte bewusst. Auf erster Position stufen sie das Risiko ein, spielsüchtig zu werden (43 %), gefolgt von der Tatsache, viel zu spät ins Bett zu gehen und morgens schlecht raus zu kommen (26 %) oder keine Zeit mehr für andere Dinge zu haben (21 %).

Gesundheitliche Folgen?

Viele der Befragten können sogar gesundheitliche Folgen aufgrund des Spielens einstufen: 60 % der Jugendlichen gaben an, mindestens an einer körperlichen Beschwerde zu leiden: Schmerzen an den Augen (28 %), am Nacken (23 %), am Kopf (22 %), am Daumen (16 %) oder am Arm (12 %). Außerdem befanden sich mehr als die Hälfte bereits in einer negativen emotionalen Verfassung aufgrund des Gamings. Sie bemerkten ein Gefühl von Erschöpfung (28 %), Übertreibung (18 %), ein Gefühl von Schuld (12 %) und von Isoliertheit (11 %). 

Sensibilisierung

Videospiele gehören zur Welt der Jugendlichen und das ist kein neues Problem an sich. Videospiele können sich auch positiv auswirken: für die Augen- und Handkoordination, für das Erlernen von Problemlösungen, das Lernen mit Herausforderungen umzugehen und vieles andere. Zusätzlich ist es für viele Jugendliche eine soziale Aktivität: Sie spielen zusammen mit Freunden oder lernen Onlinefreunde kennen. Es ist aber wichtig, im Gleichgewicht zu bleiben und auf die Symptome eines übermäßigen Konsums zu achten, der physische und mentale Konsequenzen nach sich ziehen kann.
http://www.freie.be:443/de/News/videospiele_studie