30 % der pflegenden Angehörigen kennen finanzielle Engpässe

22-05-2018

pflege

Pflegende Angehörige decken rund 80 % der Pflegearbeit in Europa ab. Leider zahlen diese häufig auch einen Preis dafür: Jeder dritte Betreuer gibt an, finanzielle Schwierigkeiten zu haben aufgrund der unbezahlten sozialen Arbeit. Dies ergab eine Studie von COFACE, dem europäischen Verband der Familienvereinigungen.

Welches Profil?

Die durchgeführte Studie von COFACE erfasst ein genaues Bild der pflegenden Helfer: Zu 85 % handelt es sich bei den Pflegern um Frauen zwischen 34 und 85 Jahren. Nach dem Pensionsalter steigt der Anteil der pflegenden Männer beachtlich. In Belgien sind die Hälfte der pflegenden Helfer über 64 Jahre Männer. Die Teilnehmer der europaweiten Studie gaben an, Erwachsene zu pflegen (29 %), Kinder mit einer Behinderung (20 %) sowie Senioren, die einer Pflege bedürfen (22 %). Oft handelt es sich bei den ehrenamtlichen Helfern um die eigenen Eltern, die Kinder oder den Partner.

Finanzielle Konsequenzen

Diese unbezahlte Pflegearbeit wirkt sich auf finanzieller Ebene aus. Ein ehrenamtlicher Helfer auf drei kümmert sich mehr als 56 Stunden pro Woche um eine pflegebedürftige Person, aber mehr als 70 % erhalten keinerlei finanziellen Ausgleich für solch eine Arbeit. In Belgien liegt der Prozentsatz bei über 60 %. Hinzu kommt, dass zwei von drei Helfern kein Anrecht auf soziale Sicherheiten, wie beispielsweise die Pension, haben. Aus diesen Gründen macht COFACE die Regierung darauf aufmerksam, den betroffenen Helfern mehr Unterstützung und eine offizielle Anerkennung ihrer Arbeit zu bieten.

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