Werden Tumore im Kopf- und Halsbereich bald nur noch in ausgewählten Kliniken behandelt?

11-03-2019

Seit dem 1. Juli 2019 dürfen nur noch Kliniken, die mindestens 20 chirurgische Eingriffe pro Jahr durchführen, die Behandlung von Speiseröhren- und Bauchspeicheldrüsenkrebs vornehmen. Das Föderale Expertisezentrum für Gesundheitspflege (KCE) möchte eine ähnliche Maßnahme für Tumore im Kopf- und Halsbereich einführen.

Mindestens 20 Operationen pro Jahr

Wenn Krankenhäuser jährlich mindestens 20 chirurgische Eingriffe bei Speiseröhren- oder Bauchspeicheldrüsenkrebs durchführen, gelten sie als erfahren. Findet der Eingriff in einem solchen Krankenhaus statt, dann sind die Überlebenschancen der Patienten deutlich höher. Das Föderale Expertisezentrum für Gesundheitspflege (KCE) hat nun die gleiche Auswertung für Tumore im Kopf- und Halsbereich durchgeführt und ist zu identischen Ergebnissen gekommen. Die Überlebenschancen steigen von vier auf fünf Jahre, wenn der Patient in einem erfahrenen Krankenhaus behandelt wurde. Das KCE empfiehlt demnach, die Behandlung von Krebs im Kopf- oder Halsbereich in Kliniken durchzuführen, die über ausreichende Erfahrung verfügen.

Verstreute Pflege

Derzeit ist die Behandlung von Kopf- und Halstumoren landesweit verstreut. Zwischen 2009 und 2014 wurden mehr als 9.000 Patienten in 99 unterschiedlichen Krankenhäusern behandelt. Die Hälfte dieser Kliniken behandelte jährlich höchstens vier Patienten mit einer dieser Krebsarten. Auf Ebene der Diagnostik sowie auf Ebene der Behandlung dieser komplexen Krebserkrankungen stellte das KCE enorme Verbesserungsmöglichkeiten fest. Jedes Krankenhaus erhält einen Feedback-Bericht seiner Resultate vom KCE. 

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