Anwendung des Drittzahlersystems

Apotheke

Das Drittzahlersystem darf nicht immer angewendet werden. In einigen medizinischen Bereichen ist es Pflicht, in anderen ist es aber untersagt.

Verpflichtend und automatisch

Bei Krankenhausaufenthalt ist die Anwendung des Drittzahlersystems Pflicht: Das Krankenhaus rechnet die Kosten direkt mit der Krankenkasse ab. Somit zahlen Sie lediglich Ihre Eigenanteile sowie eventuelle Zimmer- und Honorarzuschläge.

Auch in der Apotheke wird das Drittzahlersystem automatisch angewandt. Beim Kauf erstattbarer Medikamente zahlen Sie nur den Eigenanteil.

Seit dem 1. Oktober 2015 sind ebenfalls Allgemeinmediziner dazu verpflichtet, das Drittzahlersystem anzuwenden bei Personen, die das Anrecht auf den Vorzugstarif der Krankenkasse haben.
Weitere Informationen zum Vorzugstarif>>

Fakultativ

Verschiedene Pflegeleistende (z.B. Krankenpfleger oder Logopäden) können frei entscheiden, ob sie das Drittzahlersystem anwenden oder nicht. Entscheiden sie sich für die Anwendung dieses Systems, so müssen sie sich auch an die offiziellen Tarife halten. Diese werden in Abkommen zwischen den Pflegeleistenden und der Krankenkasse festgelegt.

Verboten, außer...

Für Normalversicherte dürfen Ärzte das Drittzahlersystem nicht anwenden. Bei einem Arztbesuch muss der Patient das Honorar vollständig vorstrecken und erhält nach Einreichen der Pflegebescheinigung eine Rückerstattung der Krankenkasse. Manche Menschen sind finanziell aber nicht in der Lage, die Behandlungskosten vorzustrecken. Um die benötigte medizinische Vorsorge zu ermöglichen, ist es den Pflegeleistenden erlaubt, das Drittzahlersystem in solchen Situationen ausnahmsweise anzuwenden.

Dies gilt ebenfalls für Personen mit Anrecht auf Vorzugstarif, denen der Arzt einen Hausbesuch (Visite) abstattet.

Zu dieser Ausnahmeerlaubnis gibt es jedoch wiederum eine Ausnahme: Zahnärzte wenden seit dem 1. Juli 2015 das Drittzahlersystem nicht mehr an, auch nicht für Patienten mit finanziellen Problemen. Diese Einschränkung wurde auf Wunsch der Zahnärztevereinigung eingeführt, da anscheinend die oben beschriebene Ausnahme in der Vergangenheit zur Regel wurde.

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