Erstattung der gesetzlichen Krankenversicherung

Kind mit Zahnspange

Unter bestimmten Voraussetzungen sieht die gesetzliche Krankenversicherung eine Erstattung für kieferorthopädische Behandlungen vor.

Zahnspange für Kinder

Kinder, die noch nicht alle bleibenden Zähne haben, können für eine kieferorthopädische Behandlung eine Erstattung erhalten:

Bedingungen

  • Die Behandlung wird vor dem 9. Lebensjahr durchgeführt;
  • die Behandlung wird mit folgender Absicht durchgeführt:
    • zur Korrektur eines frontalen oder seitlichen Kreuzbisses oder
    • zur Korrektur eines frontalen oder seitlichen Zwangsbisses oder
    • zur Vorbeugung eines Traumas durch die Korrektur der Position der Schneidezähne oder
    • zur Behebung von Platzmangel während der Wechselphase (von den Milchzähnen zu den bleibenden Zähnen)

Mitteilung an den Vertrauensarzt

Der behandelnde Zahnarzt oder Kieferorthopäde muss eine Mitteilung an den Vertrauensarzt unserer Krankenkasse richten. Die Erstattung der gesetzlichen Krankenversicherung erfolgt in zwei Pauschalbeträgen (zu Beginn und zum Ende der Behandlung).

Sollte eine spätere kieferorthopädische Behandlung notwendig sein, so darf diese frühestens zwölf Monate nach Abschluss der Behandlung "erster Absicht" beginnen.

Zahnspange für Jugendliche

Bedingung

Die Mitteilung einer kieferorthopädischen Behandlung muss vor dem 15. Lebensjahr beim Vertrauensarzt unserer Krankenkasse eingereicht werden.

Die Behandlung kann später, d.h. nach dem Alter von 15 Jahren beginnen oder verlängert werden. Sie muss allerdings innerhalb von zwei Jahren nach der Mitteilung beginnen.

Gesetzliche Erstattung

Erstattung der Voruntersuchung. Diese wird im Prinzip nur ein Mal erstattet.

Die Kostenübernahme für die Apparatur geschieht in zwei Teilbeträgen:

  • die erste Hälfte zu Beginn der Behandlung
  • die zweite Hälfte nach 6 Monaten, um die Fortführung der Behandlung zu gewährleisten.

Die eigentliche Behandlung wird durch eine Monatspauschale für regelmäßige Kontrolle (max. 36 Mal) rückerstattet. Die Abrechnung und Erstattung dieser Honorare geschieht halbjährlich.

Gut zu wissen…

Die gesetzliche Erstattung für Zahnspangen umfasst lediglich das einfachste Material. Für die Materialkosten werden somit meist Zuschläge berechnet, selbst wenn es sich um einen Kieferorthopäden mit Kassenabkommen handelt. Um finanzielle Überraschungen zu vermeiden, sollten Sie stets einen schriftlichen Kostenvoranschlag beim Kieferorthopäden anfragen.

Unterbrechung der Behandlung

Unterbrechung zwischen 3 und 6 Monate

Das Anrecht auf Erstattung bleibt bestehen, falls derselbe Kieferorthopäde die Behandlung fortführt.

Werden diese Regelungen nicht beachtet oder wird die Behandlung ohne Einverständnis des Arztes unterbrochen, übernehmen wir keine Erstattung mehr für die restliche Behandlung.

Unterbrechung länger als 6 Monate

Wird die Behandlung während mehr als 6 Monaten unterbrochen, so muss der behandelnde Arzt unserem Vertrauensarzt eine schriftliche Begründung zustellen. 

Wechsel des Kieferorthopäden

Während der Behandlung besteht die Möglichkeit, den Kieferorthopäden zu wechseln. Alle oben erwähnten Behandlungsschritte werden jedoch nur einmal erstattet. Lediglich die Leistungen, die vom ersten Kieferorthopäden noch nicht erbracht wurden, können dann noch rückvergütet werden.

Verlängerung der Behandlung nach 3 Jahren

Falls die Behandlung nach Zahlung von 36 Monatspauschalbeträgen verlängert werden soll, so muss der Zahnarzt spätestens einen Monat vor Beginn dieser Verlängerung einen ausführlichen Antrag bei uns einreichen. Der "Technische Zahnärzterat" entscheidet dann über die Genehmigung. Auch bei lange andauernden Behandlungen endet das Anrecht auf Erstattung der Krankenkasse spätestens mit dem 22. Geburtstag.

http://www.freie.be:443/de/Gut Versichert/Erstattung N bis Z/Zahnspange/Erstattung der gesetzlichen Krankenversicherung