Antrag

Antrag

Damit eine logopädische Behandlung beginnen und erstattet werden kann, benötigen Sie die vorherige Genehmigung des Vertrauensarztes. Um die Antragsakte zu erstellen, sind mehrere Schritte zu unternehmen.

Untersuchung beim Arzt

Wenn der Arzt eine Kommunikationsstörung diagnostiziert, verordnet er eine sogenannte Startbilanz. Diese muss durch einen Logopäden erstellt werden.

Startbilanz

Der Logopäde analysiert anhand bestimmter Tests und Unterredungen mit dem Patienten (oder mit dessen Eltern) die Ausdrucksschwierigkeiten und entscheidet nach Rücksprache mit dem Arzt über die Notwendigkeit einer logopädischen Behandlung.

In der Startbilanz wird die vorliegende Störung detailliert beschrieben. Zudem wird auch ein Behandlungsvorschlag festgehalten.

Die Startbilanz wird normalerweise während einer Sitzung von mindestens 30 Minuten erstellt, kann sich jedoch auf bis zu fünf Sitzungen erstrecken.

Verordnung der logopädischen Behandlung

Ist eine logopädische Behandlung notwendig, so muss ein Facharzt (HNO-Arzt, Neurologe, Psychiater, Neuropsychiater, Kinderarzt, Chirurg, Arzt für Munderkrankungen) diese im Anschluss an die Startbilanz verordnen.

Antrag an den Vertrauensarzt

Der Vertrauensarzt benötigt folgende Dokumente um die Kostenübernahme zu bewilligen:

  • die ärztliche Verordnung für die logopädische Startbilanz;
  • die Startbilanz des Logopäden;
  • die fachärztliche Verordnung für die logopädische Behandlung.

In bestimmten Fällen sind zusätzliche Berichte erforderlich, bspw. die Resultate eines Hörtestes (Audiogramm) oder die Bestimmung des Gesamt-Intelligenzquotienten

Die benötigten Unterlagen müssen innerhalb von 60 Tagen nach dem ersten Arztbesuch eingereicht werden.

Genehmigung

Die Erstattung der Behandlungskosten durch die gesetzliche Krankenversicherung kann jeweils für die Dauer eines Jahres genehmigt werden.

Behandlung

Die zu genehmigende Behandlung wird nach dem sogenannten Container-Prinzip erstattet: Für jede Pathologie ist ein „Container“ vorgesehen, der aus einer bestimmten Anzahl Logopädie-Sitzungen besteht, die jeweils 30 Minuten dauern.

Je nach Schwere der Störung entscheidet der Logopäde, ob der gesamte Container (sprich alle Sitzungen) benötigt wird oder ob das Problem mit einem Teil der Behandlungseinheiten bereits behoben werden kann.

Im letzteren Fall können unter bestimmten Umständen die restlichen Sitzungen des Containers bei einem Rückfall in Anspruch genommen werden, insofern dieser im Zeitraum zwischen 6 und 24 Monaten nach Abschluss der Behandlung eine erneute Behandlung erforderlich macht. Dies gilt aber nur für folgende Störungen:

  • Aphasie;
  • Sprachentwicklungsstörungen;
  • Legasthenie oder Dyskalkulie;
  • Stottern;
  • Dysfunktion des Kehlkopfes oder der Stimmbänder;
  • Schluckstörungen.

Das Container-Prinzip für logopädische Behandlungen

Logopädische Störung

Container

Container bei Rückfall*

Chronische Kommunikationsstörungen

Lippen-, Gaumen- oder Zahnfachspalte

0-2-Jährige: 30 Sitzungen
3-19-Jährige: 75 Sitzungen pro Jahr (acht Jahre)

-

Sprechstörung wegen eines neuromuskulären Leidens

520 Sitzungen
(während zwei Jahren)

-

Funktionsstörung wegen kieferorthopädischer Behandlung

20 Sitzungen
(während einem Jahr)

-

Dysfunktion des Kehlkopfes oder der Stimmbänder

80 Sitzungen
(während zwei Jahren)

24 Sitzungen

Gehörstörung

520 Sitzungen
(während zwei Jahren)

-

Dysphasie

384 Sitzungen
(während zwei Jahren)

-

Nicht-chronische Kommunikationsstörungen

Sprach- und Sprechstörung

55 Sitzungen
(während zwei Jahren)

-

Aphasie

288 Sitzungen
(während vier Jahren)

86 Sitzungen

Sprachentwicklungsstörung

190 Sitzungen
(während zwei Jahren)

57 Sitzungen

Lernstörung

140 Sitzungen
(während zwei Jahren)

42 Sitzungen

Störung wegen Radiotherapie oder chirurgischem Eingriff

55 Sitzungen
(während zwei Jahren)

-

Dysglossie

149 Sitzungen
(während zwei Jahren)

-

Dysarthrie

176 Sitzungen
(während zwei Jahren)

-

Stottern

128 Sitzungen
(während zwei Jahren)

38 Sitzungen

Folgen einer Laryngektomie

90 Sitzungen
(während zwei Jahren)

-

Dysphagie

65 Sitzungen
(während zwei Jahren)

20 Sitzungen

Locked-in-Syndrom

150 Sitzungen pro Jahr
(ein Leben lang)

-


*Rückfall: Darf nur beansprucht werden, wenn der „Container“ noch nicht komplett aufgebraucht wurde.


Verlängerung der Kostenübernahme

Falls die Behandlung nach einem Jahr nicht abgeschlossen ist, kann ein Antrag auf Verlängerung der Kostenübernahme gestellt werden:

Folgebilanz

Noch vor Ablauf der bestehenden Genehmigung muss eine Folgebilanz durch den Arzt verordnet und durch den Logopäden erstellt werden.

Eine Folgebilanz darf nur einmal pro Kalenderjahr erstellt werden.

Antrag an den Vertrauensarzt

Der Vertrauensarzt benötigt folgende Dokumente, um die Kostenübernahme für eine Verlängerung zu bewilligen:

  • eine ärztliche Verordnung für eine Folgebilanz;
  • die Folgebilanz, ausgestellt durch einen Logopäden;
  • eine fachärztliche Verordnung für die logopädische Behandlung.

Elterliche Begleitung

Für bestimmte Kommunikationsstörungen von Kindern sind zusätzlich auch Sitzungen für Eltern vorgesehen, damit diese ihre Kinder zu Hause besser unterstützen können.

Eltern, deren Kind an einer der folgenden Störungen leidet:

  • Sprachentwicklungsstörung
  • Lernstörung
  • Stottern
  • Dysfunktion des Kehlkopfes oder der Stimmbänder
  • Dysphasie

können  bis zu 10 Logopädie-Sitzungen des für ihr Kind festgelegten Containers in Anspruch nehmen. Diese elterliche Begleitung findet immer in Abwesenheit des Kindes statt und kann individuell (min. 60 Minuten) oder mit anderen Eltern gemeinsam (min. 90 Minuten) in Anspruch genommen werden. 

Das Container-Prinzip für logopädische Behandlungen

Logopädische Störung

Container

Container bei Rückfall*

Chronische Kommunikationsstörungen

Lippen-, Gaumen- oder Zahnfachspalte

0-2-Jährige: 30 Sitzungen
3-19-Jährige: 75 Sitzungen pro Jahr (acht Jahre)

-

Sprechstörung wegen eines neuromuskulären Leidens

520 Sitzungen
(während zwei Jahren)

-

Funktionsstörung wegen kieferorthopädischer Behandlung

20 Sitzungen
(während einem Jahr)

-

Dysfunktion des Kehlkopfes oder der Stimmbänder

80 Sitzungen
(während zwei Jahren)

24 Sitzungen

Gehörstörung

520 Sitzungen
(während zwei Jahren)

-

Dysphasie

384 Sitzungen
(während zwei Jahren)

-

Nicht-chronische Kommunikationsstörungen

Sprach- und Sprechstörung

55 Sitzungen
(während zwei Jahren)

-

Aphasie

288 Sitzungen
(während vier Jahren)

86 Sitzungen

Sprachentwicklungsstörung

190 Sitzungen
(während zwei Jahren)

57 Sitzungen

Lernstörung

140 Sitzungen
(während zwei Jahren)

42 Sitzungen

Störung wegen Radiotherapie oder chirurgischem Eingriff

55 Sitzungen
(während zwei Jahren)

-

Dysglossie

149 Sitzungen
(während zwei Jahren)

-

Dysarthrie

176 Sitzungen
(während zwei Jahren)

-

Stottern

128 Sitzungen
(während zwei Jahren)

38 Sitzungen

Folgen einer Laryngektomie

90 Sitzungen
(während zwei Jahren)

-

Dysphagie

65 Sitzungen
(während zwei Jahren)

20 Sitzungen

Locked-in-Syndrom

150 Sitzungen pro Jahr
(ein Leben lang)

-


*Rückfall: Darf nur beansprucht werden, wenn der „Container“ noch nicht komplett aufgebraucht wurde.


http://www.freie.be:443/de/Gut Versichert/Erstattung A bis M/Logopaedie/Antrag