Projekt "Behandlungsweg"

Arzt

Das Projekt "Behandlungsweg" sieht eine verbesserte Behandlungsbegleitung für chronisch kranke Menschen vor. Dabei wird ein Vertrag zwischen dem chronisch Kranken, seinem Hausarzt und seinem Facharzt geschlossen.

Wie lange dauert ein Behandlungsweg?

Durch diesen Vertrag verpflichten sich die drei Parteien, während vier Jahren zusammenzuarbeiten.

Voraussetzungen für einen Behandlungsweg

  • Sie sind Typ-2-Diabetiker und benötigen maximal zwei Insulininjektionen pro Tag, beginnen mit einer Insulintherapie oder nehmen Antidiabetika ein,
  • oder Sie leiden an einer chronischen Niereninsuffizienz,
  • Ihr Hausarzt hat eine Globale Medizinische Akte für Sie angelegt,
  • Sie müssen mindestens zweimal jährlich Ihren Hausarzt besuchen und mindestens einmal Ihren Facharzt.

Vorteile eines Behandlungsweges

Der Hausarzt arbeitet einen individuellen Behandlungsplan aus, in Zusammenarbeit mit dem behandelnden Facharzt. Zusätzlich hat der Patient durch den Behandlungsweg jährlich Anrecht auf Erstattungen folgender Pflegeleistungen:

  • Eine Diabetes-Schulung: sie besteht aus fünf Sitzungen, von denen mindestens eine zu Hause beansprucht werden soll. Der Patient kann daraufhin an weiteren fünf Sitzungen teilnehmen. Die Zusatzsitzungen dürfen im gleichen Jahr genommen werden, jedoch auch im darauffolgenden Jahr. Je nach Bedarf der Beratung kann die Diabetes-Schulung bei einem Diabetologen, Ernährungsberater, Apotheker, Kinesitherapeuten oder Krankenpfleger stattfinden – individuell oder in einer Gruppe.
  • Zwei Ernährungsberatungen (30 Minuten).
  • Zwei Podologiebehandlungen (45 Minuten), wenn der Patient ein erhöhtes Risiko für Fußprobleme aufweist.
  • Kontrollmaterial: Ein Blutzuckermessgerät alle drei Jahre, 150 Teststreifen und 100 Lanzetten alle sechs Monate, wenn der Patient einer Behandlung durch Insulin oder Inkretin-Mimetika nachgeht.

Finanzielle Vorteile

Für die Dauer des Pflegeprogramms erstatten wir Ihnen vollständig die Honorare der Ärzte, die den Vertrag "Behandlungsweg" unterzeichnet haben. Dies gilt selbstverständlich zum Kassentarif. Die Konsultationen müssen nicht notwendigerweise in Verbindung mit dem Pflegeprogramm stehen.

Keine vollständige Erstattung gilt dagegen für Hausbesuche; für diese wird der normale Erstattungstarif angewandt.

Der Hausarzt sowie der Facharzt erhalten pro Patient, den sie im Rahmen dieses Pflegeprogramms behandeln, jährlich einen Pauschalbetrag in Höhe von 80,00 € durch die Krankenkasse.

Der Behandlungsweg gilt nicht für

Diabetiker des Typs 1 sowie des Typs 2 mit mehr als zwei Insulininjektionen pro Tag. 

Diese Betroffenen können jedoch durch ein spezielles Programm Testmaterial kostenlos in anerkannten Krankenhäusern erhalten, wo ein entsprechendes Behandlungsprogramm für sie erstellt wird. Ausführliche Informationen >>

Auch Nierenkranke, die sich regelmäßigen Dialysen unterziehen müssen oder die eine Spenderniere erhalten haben, werden bereits in Fachzentren betreut und kommen somit nicht für dieses Projekt in Frage.

http://www.freie.be:443/de/Gut Versichert/Erstattung A bis M/Diabetes/Projekt Behandlungsweg