Globale Medizinische Akte

Medizinische Akte

Ziel der Globalen Medizinischen Akte ist es, die medizinischen Behandlungen besser zu verfolgen. Die Akte wird vom Hausarzt erstellt und regelmäßig durch ihn aktualisiert.

Was ist die Globale Medizinische Akte?

Der Hausarzt kann für jeden einzelnen Patienten eine Globale Medizinische Akte anlegen. Darin werden alle medizinischen Informationen des Patienten gesammelt und verwaltet. Der Austausch der Angaben und die Verweisung an andere Leistungserbringer werden verbessert; doppelte Untersuchungen vermieden.

Erstellen der Akte

Bei einem Besuch in der Sprechstunde Ihres Hausarztes oder während eines Hausbesuches des Arztes können Sie das Anlegen der Globalen Medizinischen Akte beantragen. Der Hausarzt berechnet hierfür ein Zusatzhonorar (siehe Erstattungstarif), welches Ihnen durch die Krankenkasse vollständig zurückerstattet wird. Auf der Behandlungsbescheinigung vermerkt er diesbezüglich die Kodenummer 102771.

Die Verwaltung der Akte kann der Arzt jährlich neu in Rechnung stellen.

Höhere Erstattung für Ihre Konsultationen beim Hausarzt

Das Anlegen einer Globalen Medizinischen Akte darf Ihr Hausarzt nur mit Ihrem ausdrücklichen Einverständnis vornehmen. Dies ist somit keineswegs Pflicht. Jedoch bietet dieses System auch Ihnen einen Vorteil, denn nach dem Anlegen der Globalen Medizinischen Akte profitieren Sie von einem höheren Erstattungstarif für die Konsultationen beim Hausarzt. Ihr Eigenanteil wird so um 30 % verringert. Chronisch Kranke und Personen über 75 Jahre erhalten diese höhere Erstattung auch für Hausbesuche.

Bedingung

Die günstigere Kostenerstattung gilt nur für Behandlungen durch denjenigen Arzt, der die Akte erstellt hat. Suchen Sie zwischenzeitlich einen anderen Allgemeinmediziner oder einen Facharzt auf, so steht Ihnen lediglich die normale Rückerstattung zu.

Ausnahme

Eine Ausnahme von dieser Regelung bilden Gemeinschaftspraxen. Wenn ein Arzt eine Globale Medizinische Akte eröffnet hat, und später einer seiner Kollegen den Patienten behandelt, so wird auch hier die höhere Honorarerstattung angewandt. Bedingung ist, dass der Kollege Zugriff zu den Akten des ersten Arztes hat. Außerdem muss er auf der Behandlungsbescheinigung den Buchstaben "G" sowie die Zulassungsnummer seines Kollegen vermerken.

Höhere Erstattung für die erste Konsultation beim Facharzt 

Verweist Ihr Hausarzt Sie an einen Facharzt, so wird Ihr Eigenanteil für die erste Konsultation bei diesem Facharzt um 5 € verringert (um 2 € für Versicherte mit Anrecht auf den Vorzugstarif).

Erstattung des Zuschlags für Wach- und Bereitschaftsdienst 

Für den Wach- und Bereitschaftsdienst darf sich Ihr Hausarzt einen Zuschlag von 2 € berechnen. Dieser wird Ihnen vollständig erstattet, insofern der Arzt, den Sie während des Dienstes aufsuchen, für Sie eine Globale Medizinische Akte angelegt hat.

Gültigkeit der Akte 

Die finanziellen Vorteile gelten ab der Eröffnung oder der Verlängerung der Akte bis zum 31. Dezember des zweiten folgenden Jahres.

Beispiel:

  • Eröffnung der Akte: 27/01/2013
  • Ende der finanziellen Vorteile: 31/12/2015
  • Verlängerung der Akte: 04/01/2014
  • Ende der finanziellen Vorteile: 31/12/2016

Vorteile für den Hausarzt

Das Anlegen einer globalen medizinischen Akte ermöglicht Ihrem Hausarzt einen besseren Überblick über Ihre Krankheitsgeschichte. Informieren Sie Ihren Hausarzt über eine eventuelle Krankenhausaufnahme und über Konsultationen bei Fachärzten oder anderen Medizinern, damit er die Angaben der Akte hinzufügen kann.

Der Hausarzt, der die Globale Medizinische Akte verwaltet, erhält zusätzlich zu seinem jährlichen Honorar pro Patient, eine jährliche Pauschale für die administrativen Kosten.

Möchten Sie Ihren Hausarzt wechseln?

Wenn Sie Ihren Hausarzt wechseln möchten, besteht die Möglichkeit die Globale Medizinische Akte zu übertragen. Ihr neuer Hausarzt erledigt die Anfrage für Sie. 

 

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