Erstattung von Brustkrebstest

28-08-2017

Jährlich werden fast 1000 Brustkrebs-Patientinnen durch eine nicht notwendige Chemotherapie behandelt. Ein einfacher Brustkrebstest könnte jedoch zeigen, ob eine Chemotherapie empfehlenswert ist oder nicht. Die Stiftung Krebsregister, das LIKIV sowie das Föderale Expertisezentrum für Gesundheitspflege (KCE) prüfen derzeit, ob die Erstattung eines solchen Tests möglich ist.

1000 unnötige Behandlungen

Jedes Jahr erfahren 10.000 Frauen in Belgien, dass sie an Brustkrebs erkrankt sind. Ungefähr 1000 von ihnen unterziehen sich nach einer operativen Entfernung einer nicht notwendigen Chemotherapie. Ein Brustkrebstest könnte die zusätzliche Behandlung jedoch vermeiden. Diese Art von Test misst die Aktivität von 70 Genen in der DNA des Tumors. Ist das Metastasen-Risiko erhöht, wird eine Chemotherapie empfohlen. Wenn das Ergebnis negativ ausfällt, ist eine solche Behandlung hingegen nicht notwendig. Die gesetzliche Krankenversicherung sieht bisher keine Erstattung dieses Tests vor. Das Landesinstitut für Kranken- und Invalidenversicherung (LIKIV) prüft derzeit gemeinsam mit der Stiftung Krebsregister sowie dem Föderalen Expertisezentrum für Gesundheitspflege, ob künftig eine Erstattung bewilligt werden kann.

Unnötige Strapazen vermeiden

Laut Brustkrebsspezialisten der Universität Leuven und der Expertenkommission des KCE wäre die Erstattung des Tests sowohl von großem Vorteil für die Patientinnen als auch für die Regierung. Da die Chemotherapie eine sehr aggressive Behandlung ist mit zahlreichen Nebenwirkungen, wie z.B. Haarausfall, Müdigkeit oder Übelkeit, wäre es positiv, diese Begleiterscheinungen durch unnötige Behandlungen zu vermeiden. Außerdem könnte die gesetzliche Krankenversicherung durch die systematische Nutzung des Brustkrebstests und Vermeidung von unnötigen Therapien rund 24 Millionen Euro einsparen.

http://www.freie.be/de/news/brustkrebstest