Keuchhusten: Zu wenig Schwangere sind geimpft

09-04-2018

impfung

Nur knapp 22 % der werdenden Mütter haben sich 2016 gegen Keuchhusten impfen lassen. Dies ergab eine Studie, die durchgeführt wurde auf dem Gebiet der Wallonie, inklusive Ostbelgien, sowie in der Region Brüssel. Das ist ein geringer Prozentsatz im Hinblick auf die Tatsache, dass der Keuchhusten immer häufiger zu Komplikationen bei Säuglingen führt. Um die Babys von Geburt an gut zu schützen, empfiehlt der Landesbund der Freien Krankenkassen den Schwangeren, sich gegen Keuchhusten impfen zu lassen.

Seit 2013 empfiehlt der Hohe Gesundheitsrat die generelle Anwendung der Impfung gegen Keuchhusten während der Schwangerschaft. Seitdem hat sich der landesweite Impfschutz gesteigert. Hauptsächlich allerdings in Flandern, wo 69 % der Schwangeren geimpft sind, dagegen ist in Brüssel, Ostbelgien und in der Wallonie jedoch nur eine von fünf Frauen geimpft (22 %).

Diese Situation ist besorgniserregend. Zwar ist eine Keuchhusteninfektion für Erwachsene keine große Sache, für Babys kann die Erkrankung aber schlimme Folgen haben, wie beispielsweise ein Atemstillstand oder schlimmstenfalls den Tod des Säuglings.

Ansteckungsgefahr bei den Eltern

Die Atemweginfektion ist hoch ansteckend: Der Keuchhusten äußert sich durch heftige Hustenanfälle und Atemwegprobleme. In den industrialisierten Ländern sind vor allem Säuglinge unter einem Jahr betroffen. Die Krankheit wird fälschlicherweise als einer vergangenen Ära zugehörig betrachtet, sie nimmt in einigen westlichen Ländern sogar zu.

Eltern sind in der Regel die erste Ansteckungsquelle und in den meisten Fällen für die Übertragung der Krankheit verantwortlich. Dies gilt auch für Eltern, die bereits in ihrer Kindheit an Keuchhusten erkrankt waren oder dagegen geimpft wurden, weil die Wirkung des Impfstoffes mit der Zeit nachlässt. Deswegen lädt der Landesbund der Freien Krankenkassen dazu ein, den Vorschlag des Hohen Gesundheitsrates zu befolgen und sich zwischen der 24. und 32. Schwangerschaftswoche gegen Keuchhusten impfen zu lassen. Diese Schutzstrategie gilt für alle Personen, die kurz nach der Geburt in engem Kontakt mit dem Baby stehen, somit auch für den Vater, die Großeltern oder Geschwister.

Die Impfung ist kostenlos

Angesichts dessen, dass die Anzahl geimpfter Schwangerer so niedrig ist, ist es umso wichtiger, die Betroffenen zu sensibilisieren. Keuchhusten ist nicht nur eine Kinderkrankheit, auch Erwachsene und Jugendliche entpuppen sich oft als Infektionsträger, vor allem weil die Wirkung des Impfstoffes mit den Jahren nachlässt. Wenn der Arzt oder eine Hebamme die Impfung über die elektronische Plattform „eVax“ bestellt, ist der Impfstoff kostenlos.

 

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